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Duderstadt Pestalozzischule Duderstadt sucht nach einem Therapierad
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08:41 28.09.2019
Schülerin Viola, Martin Struck (Leiter Pestalozzischule) und Martin Winter überprüfen das Therapierad. Quelle: Tobias Christ
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Duderstadt

Die Abschlussklasse mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung an der Pestalozzischule Duderstadt bittet um Hilfe: Benötigt wird ein Therapiefahrrad. „Aufgrund körperlicher Einschränkungen einiger Schüler sind wir auf der Suche nach einem solchen Fahrrad“, sagt Schulleiter Martin Struck. Die Kinder würden gern mit anderen Klassen gemeinsame Touren unternehmen, dafür fehlen aber ohne das Therapierad die Möglichkeiten.

Therapieräder sind speziell angefertigte Fahrräder mit einem verstärkten Rahmen und zwei Rädern hinten. Die Ähnlichkeit mit einem Dreirad ist zwar gegeben, das Vehikel verfügt aber hinten über eine verbreiterte Achse und große Speichenräder. Um Schülern, die Probleme mit dem Gleichgewichtssinn haben, das Fahrradfahren zu ermöglichen, benötigt die Schule ein solches Rad.

Ein gebrauchtes Therapierad wird gesucht

Ein relativ neues Exemplar hat die 18-jährige Viola, die die Abschlussklasse derzeit besucht, zwar von Zuhause leihweise mitgebracht und ein zweites hat sich die Pestalozzischule von der Tagesstätte St. Raphael organisiert, doch „die Räder sind für einige Schüler leider zu klein“, erläutert Klassenlehrer Martin Winter. Das Exemplar der Tagesstätte benötige zudem noch einiges an Arbeit, sagt er.

„Wir möchten kein neues Rad geschenkt haben“, sagt er, schließlich reparieren die Schüler unter Anleitung vieles selbst. Derzeit läuft an der Schule ein Fahrrad-Projekt, dass für die Jugendlichen der Abschlussklasse eine willkommene Abwechslung darstellt. Normalerweise stehen Deutsch und Englisch auf dem Lehrplan, nun werkeln die Schüler an alten Fahrrädern. Zunächst einmal machen sie die Räder verkehrssicher.

Schüler reparieren die Räder selbst

Das ist manchmal ein ganz schöner Akt, wie der 16-jährige Dennis erläutert. „Licht, Kettenschutz, Klingel“, rasselt er die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen an einem Rad herunter, „und natürlich die Bremse“, fügt er nach kurzer Bedenkpause hinzu. Und wenn die Schüler einmal nicht weiterkommen, bauen sie die Teile aus und lassen sie in einer Werkstatt richten. Die Arbeit mit den Fortbewegungsmitteln ist fordernd, macht den Schülern aber viel Spaß. Besonders Dennis ist unheimlich angetan: In der Fahrradwerkstatt würde er gern ein Praktikum machen, sagt er.

Praktika seien vor allem für die Zukunft ganz wichtig, sagt Klassenlehrer Winter. Zunächst einmal lernen die Kinder mit geistigen Beeinträchtigungen aber, ihren Alltag zu meistern. Kochen, Hauswirtschaft und Sauberkeit sind Schwerpunkte im Unterricht für die derzeit sieben 16- bis 18-Jährigen. „Lernen fürs Leben“ sei das Motto.

Interaktion ist manchmal schwierig

Die Interaktion mit gleichaltrigen Schülern, die keine Beeinträchtigung aufweisen, gestalte sich manchmal schwierig, betont der Schulleiter. Einige der Schüler ziehen sich dann zurück, andere – wie etwa Viola – seien da kommunikativer. In der Pestalozzischule könne aufgrund der kleinen Klassengröße mehr Wert auf die individuelle Betreuung gelegt werden, als beispielsweiser bei einer integrativen Schule. „Hier haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich in der Gesellschaft zu zeigen, und auch, sich einmal zurückzuziehen“, so Struck.

Die Schule möchte den Jugendlichen eine „selbstständige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen“, formuliert Struck das Ziel, „schließlich werden alle mit 18 volljährig, egal, ob sie einen besonderen Förderbedarf haben oder nicht.“ Und damit dieses Ziel leichter zu erreichen ist, würde sich die Schule über die Leihe oder Spende eines Therapierades freuen. „Erfahrungsgemäß stehen solche Räder in so mancher Garage, nachdem Oma oder Opa sie nicht mehr nutzen“, sagt er.

Förderschule mit drei Schwerpunkten

Die Pestalozzischuleist eine Förderschule für die Schwerpunkte Lernen, geistige Entwicklung und Sprache. Die 126 Schüler erhalten hier in kleinen, altersgemäßen Klassen besondere Unterstützung und Förderung beim Lernen. Es gibt insgesamt 14 Klassen, die seit August 2018 auf drei Standorte innerhalb von Duderstadt verteilt sind. Die Abteilung Lernen ist in der St.-Ursula-Schule untergebracht. 64 Schüler in sechs Klassen erwerben dort ihre Förderschul- oder Hauptschulabschlüsse. Der Schwerpunkt Sprache ist im Gebäude der St.-Elisabeth-Schule untergebracht. 42 Schüler des Schwerpunkts Geistige Entwicklung lernen, aufgeteilt auf neun Klassen, im Gebäude von St. Raphael und in der Christian-Blank-Straße. Dort ist nur die Abschlussstufe untergebracht. Die Jugendlichen lernen dort Kochen, Wäsche waschen und hauswirtschaften. Die soziale Komponente ist dort besonders ausgeprägt, es wird gemeinsam sauber gemacht und gelernt. Klassenlehrer Martin Winter spricht von einem „großen, runden Paket“.

Von Tobias Christ

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