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Duderstadt Elftklässer erinnern an Holocaust-Opfer
Die Region Duderstadt Elftklässer erinnern an Holocaust-Opfer
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15:35 26.01.2018
Die Schüler Magnus Pahl und Felix Obermann tragen das Blumengesteck zum Zielort, dem Ehrenmal "Die Geknechtete" am Obertor. Quelle: Markus_Hartwig
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Duderstadt

Mit den Worten „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“ erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Seit 1996 ist dies ein bundesweiter Gedenktag, das Datum bezieht sich auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. 2005 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, diesen Tag international zum Holocaust-Gedenktag zu machen.

Die Gedenkveranstaltung in Duderstadt, die von Schülern des Eichsfeld-Gymnasiums (EGD) maßgeblich mitgestaltet wurde, hat Donnerstag in den Räumen der Hollenbach-Stiftung stattgefunden. Im Anschluss wurde ein Blumengesteck zum Gedenken am Ehrenmal „Die Geknechtete“ am Obertor niedergelegt.

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Den Mittelpunkt der Veranstaltung markierten drei Redebeiträge, die von Elftklässlern des EGD vorbereitet und vorgetragen wurden. EGD-Schüler sorgten auch für den musikalischen Rahmen. Bürgermeister Wolfgang Note (CDU) richtete seine Worte an die Anwesenden. Heute, so Nolte, könne man sagen, dass sich Duderstadt der Erinnerungsarbeit stellt. Persönlichkeiten von damals gebe es allerdings immer seltener. Genau deshalb sei es so wichtig, sich zu erinnern. Nolte: „Lassen Sie unsere Gedanken zurückgehen in eine schlimme Zeit“.

Erinnerungsorte und Erinnerungskultur

„Auch hier in Duderstadt fand Holocaust statt“, erinnerte der Schüler Johannes Koch und legte in seinem Beitrag dar, weshalb sich junge Menschen mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust-Gedenktag auseinander setzen sollten. Erinnerungsorte wie „Stolpersteine“ seien geschaffen worden, und im Unterricht werde aktiv Erinnerungskultur gelebt. Es sei notwendig, sich gemeinsam und generationsübergreifend zu erinnern, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.

An die Geschichte der Zwangsarbeit in Duderstadt erinnerten anschließend Nils Conrady und Lena Schinkel. Im Frauen-Außenlager Duderstadt des KZ Buchenwald hätten 750 Gefangene arbeiten müssen, insgesamt seien hier 2487 Menschen dienstverpflichtet gewesen. Hier sei das Ziel gewesen, die Häftlinge durch übermäßige Arbeit umkommen zu lassen. Die Schüler: „Es ist gut, dass wir uns als Nachgeborene diesem Thema widmen.“

Zwangsarbeit im Allgemeinen war das Thema des Wortbeitrags von Ameli Wagner und Franka Wüstefeld. Weshalb müsse man sich erinnern?, fragten die beiden Schülerinnen und gaben sogleich die Antwort: Der Blick zurück zeige uns die Grausamkeit der damaligen Zeit. Die Überlebenden des Holocaust würden erwarten, dass wir uns mit der Vergangenheit beschäftigen, um zu verhindern, dass sie sich wiederholt. Deren Botschaft sei: „Setzt Euch keine anderen Ziele als Friede, Freiheit, Humanität.“

Von Markus Hartwig

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