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Duderstadt Duderstädter Schüler lernen Strategien zur Konfliktvermeidung
Die Region Duderstadt Duderstädter Schüler lernen Strategien zur Konfliktvermeidung
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18:56 13.09.2013
Im simulierten Bus: Dierk Falkenhagen spielt einen betrunkenen Fahrgast, die Schüler analysieren Warnsignale der Körpersprache. Quelle: Schauenberg
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Duderstadt

Mit Unterstützung der beiden Bus-Scout-Trainer Dierk Falkenhagen und Axel Kaldeich erlernten die Schüler Methoden und Handlungweisen, um Situationen angemessen einzuschätzen und regelnd einzugreifen.Für das Projekt Bus-Scouts, das seit 2007 existiert, haben sich zum neuen Schuljahr 26 Schüler angemeldet.

„Im ersten Training sollen die Schüler ein Gefühl für Zivilcourage entwickeln und erlernen, bestimmte Situationen von vornherein zu vermeiden“, schilderte Falkenhagen. Selbst zum Opfer zu werden, könne man durch aufmerksames Beobachten und schnelles Reagieren ausschließen.

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Um Situationen wie Mobbing, Streitereien oder Ärger durch betrunkene Mitfahrer hautnah miterleben und anschließend analysieren zu können, simulierten Kaldeich und Falkenhagen sie gemeinsam mit den Schülern in Rollenspielen. Sie forderten die Schüler auf, Körpersprache und Mimik zu beachten.

Als Polizist Falkenhagen einen Betrunkenen mimt, der die Schülerin Antonia belästigt, konnten die Teilnehmer schnell erkennen, wie sie sich fühlt. Dass keiner ihrer Mitschüler, die sich neben ihr im simulierten Bus befanden, reagierte und niemand helfend eingriff, empfanden alle anschließend als traurig.

Hoffen, dass einer der andere etwas tut

„Ich habe immer gehofft, dass einer der anderen etwas tut“, ist nachher zu hören. Um in dieser brenzligen Lage helfen zu können, ohne sich selber in Gefahr zu bringen, veranschaulichte Busfahrer Kaldeich einige Regeln: Im Team auftreten, Körperkontakt vermeiden, nicht provozieren und Unterstützung vom Busfahrer holen.

„Wenn ihr jetzt im echten Leben eine solche Situation bemerkt, wisst ihr, wie ihr euch verhalten müsst“, fasste er zusammen. Damit es gar nicht dazu komme, hatte er weitere Regeln parat: Im Bus am Gang sitzen, sich nach vorn orientieren und Abstand halten.

Als im nächsten Rollenspiel  Schülerin Lea ihre Tasche nicht vom einzig freien Platz im Bus nehmen will, sind sich alle einig: Diese Situation haben sie schon selbst erlebt. „Holt euch Unterstützung, fragt den Busfahrer und lasst euch nicht provozieren“, riet Falkenhagen.

„Bus-Scout zu sein, scheint echt cool“

Nach Schulung und Bestehen des Abschlusstestes werden die Schüler an Bushaltestellen und in Bussen helfend und schlichtend aktiv werden.

Das erste Training, das sich in Theorie- und Praxisunterricht gliederte, wird von den angehenden Bus-Scouts als spannend empfunden. „Bus-Scout zu sein, scheint echt cool“, war sich Nils nach der Stunde sicher. Als Falkenhagen fragte, wer beim nächsten Training wieder mit dabei sei, antworteten alle, dass sie definitiv zum Unterricht kommen werden.

Die Woche der Zivilcourage, die von kommendem Montag bis Freitag an allen niedersächsischen Schulen  stattfindet, läutete Trainer Kaldeich abschließend mit dem Satz ein: „Helfen könnt ihr immer, auch ohne ein Bus-Scout zu sein.“

Von Elisa von Hof