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Duderstadt Duderstädter Schüler trainieren Konfliktlösung: Rollenspiele im Schulbus
Die Region Duderstadt Duderstädter Schüler trainieren Konfliktlösung: Rollenspiele im Schulbus
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20:22 19.09.2013
Von Ulrich Lottmann
Bilden als Team Busscouts aus: Dierk Falkenhagen (l.) und Axel Kaldeich geben Schülern beim Training prägnante Merksätze mit auf den Weg. Quelle: IS
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Duderstadt

Mit Rollenspielen trainierten die Achtklässler am gestrigen Donnerstag in einem Schulbus mögliche Reaktionen auf Konfliktsituationen. Mit praktischen Übungen setzten sie um, was sie in einer theoretischen Schulung gelernt hatten.

Immer wieder hakten Falkenhagen und Kaldeich nach, prägten den Schülern die Verhaltensregeln ein: Vorbild sein, Folgen aufzeigen, Körperkontakt vermeiden, nicht provozieren lassen. So stand es auf Schildern, die an die Busfenster geklebt waren. So vermittelten es die Ausbilder in den Rollenspielen.

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In einem davon drangsalierten Schüler einen anderen, indem sie ihm die Mütze vom Kopf zogen und durch den Bus warfen. Die beiden Achtklässler Jonas und Kai mussten als Busscouts mit der Situation umgehen.

„Person geht vor Sache“

Sie reagierten schnell, redeten auf die anderen Schüler ein, versuchten die Mütze zu bekommen. Schließlich nahmen sie den drangsalierten Jugendlichen in die Mitte und gingen im Bus nach vorne.

„Und Stopp. Sehr gut“, beendete Falkenhagen das Rollenspiel. Das Opfer aus der Situation herauszunehmen, sei die Lösung gewesen, erläuterte er. Die Mütze wiederzubekommen sei nebensächlich. „Person geht vor Sache“, brachte Kaldeich das in einen weiteren Merksatz.

Konzentriert und engagiert waren die Jugendlichen bei der Sache. Sie berichteten von ähnlichen Konfliktsituationen, die sie schon erlebt hatten. Was im Schulbus alles passieren kann, „das wissen die Schüler besser als ich“, berichtete Polizist Falkenhagen gegenüber dem Tageblatt. Um so mehr freue er sich über die inzwischen zahlreichen Busscouts in der Region.

„Wir profitieren alle davon"

Bereits im sechsten Jahr würden Schüler ausgebildet, erläuterte er. Sechs Schulen im Untereichsfeld beteiligten sich am Projekt, ergänzte Kaldeich.

„Wir profitieren alle davon: Schüler, Schulen, Polizei. Was früher eskaliert wäre, wird jetzt verbal geregelt“, wies Karl-Heinz Niesen auf den Nutzen der Busscout-Ausbildung hin. Der Leiter des Einsatzdienstes der Polizei beobachtete gestern die Übung im Bus.

Diese wird künftig noch weitere Zuschauer haben. Ein Team der Göttinger Produktionsfirma Imagofilm begleitete die praktischen Übungen. Szenen daraus würden mit weiterem Material zu Ausbildungsfilmen für Schüler und Busfahrer in Südniedersachsen zusammengestellt, erläuterte Filmemacher Wolfgang Blöhm.