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Duderstadt Duderstädter Vinzenz-von Paul-Schule entlässt Erzieherinnen und Erzieher
Die Region Duderstadt Duderstädter Vinzenz-von Paul-Schule entlässt Erzieherinnen und Erzieher
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20:01 31.07.2014
Von Kuno Mahnkopf
Müssen sich keine Sorgen um künftige Arbeitsplätze machen: die Abgänger der Duderstädter Fachschule für Sozialpädagogik. Quelle: Schauenberg
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Duderstadt

Grund zur Freude haben die 22 Erzieherinnen und drei Erzieher, die jetzt ihre Abschlusszeugnisse erhalten haben, allemal. Es haben nicht nur alle eine Stelle in Aussicht, sondern können sogar zwischen mehreren Stellen wählen. Denn in Deutschland herrscht Erzieher-Mangel. Als Gründe dafür nennt Fachlehrerin Friederike Neumann den Krippenausbau und eine Verrentungswelle.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung fehlen allein in Niedersachsen 4200 Erzieher in Krippen und Kindertagesstätten. Das Interesse an der Ausbildung ist groß, die Nachfrage in Duderstadt übersteigt die Kapazitäten der kleinen Schule mit 120 Schülerinnen und 22 Schülern im zu Ende gegangenen Schuljahr.

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Zur Entlassungsfeier aus Hildesheim angereist ist in diesem Jahr Schwester Teresa Slaby, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul. Nicht nur der Name des Schulträgers ist lang. Die Ausbildung zum Erzieher dauert vier Jahre und ist zweigeteilt. Einer Ausbildung mit dem Abschluss Sozialassistent schließen sich zwei weitere Jahre bis zum staatlich anerkannten Erzieher inklusive Fachhochschulreife an.

Ihre Halbzeit feiern konnten 43 Schüler, die den Sozialassistenten-Abschluss erreicht haben. In zwei Jahren ist also eine besonders starke Erzieher-Abschlussklasse zu erwarten. Auch für sie dürfte der rote Teppich im Festsaal, über den die künftigen Erzieher ihre alte Ausbildungsstätte verließen, Symbolcharakter haben – für einen aussichtsreichen Berufsstart.

„Neue Wege, die wir gehen“

Der Abschlussgottesdienst mit Kaplan Martin Marahrens, der im Oktober die Leitung des Priesterseminars in Hildesheim übernimmt, stand unter dem Motto „Neue Wege, die wir gehen“, die Abschlussfeier unter dem Motto „Your final countdown“. Organisiert wurde die Entlassungsfeier wieder von den Erziehern, die im nächsten Jahr ihren Abschluss machen.

Mit großem Engagement hatten sie  Aula und Schulgebäude dekoriert, ein humorvoll moderiertes Bühnenprogramm mit Ansprachen, Songs und Tanzdarbietungen auf die Beine gestellt. Für Gaudi bei Eltern, Mitschülern und Lehrern sorgten schon zum Auftakt kreuzbrav einmarschierende Schülerinnen in Nonnentracht, die Songs aus „Sister Act“ präsentierten, bevor sie die Hüllen fallen ließen und im Aerobic-Look weitertanzten.  

An „Herzen voller Freude und Aufregung“ wendete sich Schulleiterin Schwester Dorothea Rumpf nach dem „so fröhlichen Empfang“, begrüßte Schwester Teresa als „oberste Chefin“, und gratulierte sowohl den staatlich geprüften Erziehern als auch den staatlich geprüften Sozialassistenten: „Ihr habt die Zwischenetappe erreicht, jetzt geht es richtig los.“

Männer machen sich in dem Berufsfeld immer noch rar. Ihr Anteil in sozialpädagogischen Ausbildungsgängen nehme aber deutlich zu, freut sich Neumann sowohl für den Schulalltag als auch das Arbeitsleben. Denn dort fehlen den Jungen männliche Vorbilder.

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