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Duderstadt Wochenblatt von 1841 und 1845 im Stadtarchiv angekommen
Die Region Duderstadt Wochenblatt von 1841 und 1845 im Stadtarchiv angekommen
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19:46 04.02.2019
Ausgaben des Duderstädter Wochenblattes von 1841 bis 1845, sind aus einem Nachlass an Hans-Reinhard Fricke, Mitarbeiter des Duderstädter Stadtarchivs, übergeben worden. Quelle: Christina Hinzmann
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Duderstadt

Eva-Maria Steinmetz hat im Nachlass ihrer Mutter gebundene Ausgaben des Duderstädter Wochenblatts gefunden. Ein Band enthält das Jahr 1841, der andere das Jahr 1845. „Ob sie von meinem Urgroßvater stammen, der Kaufmann war, oder von jemand anderem aus der Familie, weiß ich nicht genau“, sagt Steinmetz. Aber sie wollte die Bücher in guten Händen wissen.

Deshalb hat sie die amtlichen Bekanntmachungen an das Duderstädter Stadtarchiv übergeben. Für Stadtarchivar Hans-Reinhard Fricke sind die Ausgaben zwar nicht neu, aber er ist trotzdem beeindruckt: „Man kann nur mutmaßen, wer diese Ausgaben so schön gebunden hat und für die Nachwelt aufheben wollte“, sagt er. „Aus irgendeinem Grund waren die Wochenblätter der Person wichtig.“

Von 1815 bis 1864 immer sonnabends

Das Duderstädter Wochenblatt erschien von 1815 bis 1864 immer sonnabends und wurde vor Ort in der Druckerei von Christian Wagner redigiert und publiziert. Es kommt einem Amtsblatt gleich: Auf vier bis 16 Seiten sind Neuigkeiten aus dem Königreich Hannover wie Änderungen von Gesetzen oder Beförderungen zu lesen, gefolgt von Bekanntmachungen aus den Gemeinden, den Preisen und Taxen zu Getreide oder Brot und einem Anzeigenteil – oft zum Bierbrauen.

Vagabunden und Strafkatalog Quelle: Christina Hinzmann

Etwa 450 Häuser mit Braugenehmigung standen um 1840 innerhalb der Mauern, pro Viertel gab es ein zentrales Brauhaus. „Seit dem Mittelalter hatte im Grunde jeder Hausbesitzer innerhalb der Stadtmauer das Recht, Bier zu brauen“, sagt Fricke. „1770 wurden alle Häuser nummeriert und dann wurde reihum gebraut. Die Reihenfolge wurde gelost“, fährt er fort. Und zwar immer mehr, als die Hausbewohner trinken konnten.

Planung der Fassabfüllung

Im Wochenblatt wurde dann angekündigt, wann der Los-Inhaber seine Fassabfüllung plant, damit andere Stadtbewohner ein paar Liter erwerben konnten. Manchmal gab es auch Freibrauen: „Wenn einem Stadtbewohner beispielsweise das Haus abgebrannt war, durfte er mit Genehmigung des Magistrats brauen und das Bier für die Finanzierung des Neubaus verkaufen“, so Fricke.

Das Wochenblatt sprach aber nicht immer eine sanfte Sprache. Im „Summarischen Verzeichnis der vom Magistrat zu Duderstadt in dem Monat Dezember 1840 erkannten Polizei- und Forst-Strafen“ listet die Verwaltung auf, dass es zu 13 Hecken-Beschädigungen kam, wofür 11 Bürger im Arrest landeten, einer Schanzarbeit leisten musste und ein weiterer mit einer Geldstrafe davonkam. Die meisten Verstöße lagen im Bereich „Forst-Frevel“ vor: 133 Personen wurden in diesem Monat beurteilt und bestraft. „Womöglich kam es im Winter zu vermehrtem Holzdiebstahl“, so Fricke.

Vagabunden-Verzeichnis

Gleich unter dieser Tabelle vermeldet das Magistrat das aktuelle „Vagabunden-Verzeichnis“ des Königlichen Amtes Katlenburg-Lindau. „Walter, Heinrich, aus Schoningen, Amts Uslar, wegen verbotswidrigen Aufenthalts eingezogen und mittels Zwangspasses in die Heimath dirigiert“ ist ein Auszug davon. „Das klingt zwar ganz witzig, aber es meint schon, dass der Landstreicher gewaltsam zurückgebracht wurde“, erläutert Fricke.

Schon damals habe es Passpapiere gegeben und ein grundloser und nicht genehmigter Aufenthalt in fremden Städten und Gebieten sei nicht erlaubt gewesen. „Höchst selten wurde auch noch per Steckbrief gesucht – auch im Wochenblatt“, sagt der Stadtarchivar.

Deckblatt des Duderstädter Wochenblatts Quelle: Christina Hinzmann

Forschen im Stadtarchiv

Zu besonderen Anlässen wurden auch Gedichte gedruckt. „Das Büchsenschießen“ im Juni 1845 könnte das traditionelle Schützenfest begleitet haben. „Von der Zeit passt das ganz gut, das Schützenfest war schon immer im Juni“, sagt Fricke. Wer das seitenlange Gedicht schrieb, ist nicht in der Ausgabe erwähnt. „Um das herauszufinden, müsste man eine Weile forschen“, sagt er. Wer das tun möchte, kann montags und mittwochs zwischen 9.30 und 12 Uhr im Stadtarchiv, Christian-Blank-Straße 1, vorstellig werden.

„Vor allem Ortsheimatpfleger lesen sich hier gern durch die Ausgaben auf der Suche nach Erwähnungen der eigenen Orte“, so Fricke. Aber jeder Interessierte ist willkommen. Im Stadtarchiv stehen neben den Ausgaben von 1815 bis 1864 auch die Nachfolger des Wochenblatts: Von der bis Mitte 1925 erscheinenden „Zeitung für’s Eichsfeld“ bis zu den Anfängen des Tageblatts.

Von Lea Lang

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