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Duderstadt Bürgerwald: Duderstädter finanzieren 25 neue Bäume
Die Region Duderstadt Bürgerwald: Duderstädter finanzieren 25 neue Bäume
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18:47 04.10.2019
Beschriftenten bei strömendem Regen ihre Bäume: Duderstädter am Freitag im Bürgerwald. Quelle: Michael Caspar
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Duderstadt

„Wir brauchen Bäume“, erklärte Günter Funke, der zusammen mit seiner Ehefrau das erste Mal die Aktion nahe der Roten Warte unterstützt hat. Angesichts des Klimawandels wollten sie einen „kleinen Beitrag“ leisten. „Meinen ersten Baum stiftete ich vor elf Jahren zu meinem 60. Geburtstag“, berichtete Wolfgang Feike. Nun habe er seinen zweiten Baum gesponsert. Der Eiergrund sei ihm seit Kindestagen vertraut. Als Junge sei er zum Spielen von Duderstadt zur Roten Warte gewandert. Schachteln voller Maikäfer hätten er und seine Freunde damals gesammelt.

„Ich engagiere mich in Mingerode im Hochwasserschutz und weiß daher, wie wichtig Bäume für die Zurückhaltung des Oberflächenwassers sind“, erklärte Feikes Sohn Marc. Er hatte ebenso wie sein Bruder Thorsten Feike, der im November Duderstadts neuer Bürgermeister wird, einen Baum finanziert.

Initiator der Aktion

Initiiert hat die Aktion „Bäumchen am Wegesrand“ der Duderstädter Steuerbevollmächtigte Günther Reimann im Oktober 2000. Zur Geburt seines ersten Enkels hatte er nach Absprache mit der Stadt den ersten Baum gepflanzt. Am Freitag konnte der Vater von vier erwachsenen Töchtern und Großvater von neun Enkeln seinen 111. Baum beschriften.

„Insgesamt wurden bei der Aktion bisher 425 Bäume gesetzt“, berichtete Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Reimans Initiative führe eine Idee der Landesausstellung „Natur im Städtebau“ von 1994 fort. Damals habe sich Duderstadt entschlossen, für jeden der 25 000 Bürger einen Baum oder Strauch entlang der Gemeindestraßen und Verbindungswege zu pflanzen. Beim 125 000 Baum oder Strauch hätten sie aufgehört zu zählen. Bis heute kämen jedes Jahr 120 Stück dazu. So vernetze die Stadt Biotope.

25 Flatterulmen

Im Bürgerwald im Eiergrund stehen die Bäume in langen, wie mit dem Lineal gezogenen Reihen. In diesem Jahr kamen 25 Flatterulmen dazu, von denen die Stadt drei finanzierte. Weiß gestrichen sind die Stämme. „Das schützt die Bäume vor Verdunstung“, führte Frank Wiedera, Leiter des Duderstädter Baubetriebshofs, aus. Er koordiniert die Aktion.

„Baumpflanzungen sind wichtig“, betonte Bürgermeister Nolte. Bei der jüngsten Waldbereisung habe sich ergeben, dass von den 700 Hektar städtischen Waldes 15 bis 20 Prozent geschädigt oder gar schwer geschädigt seien. „Dazu haben die vergangenen zwei heißen Sommer beigetragen“, ergänzte der Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht (CDU). Der Borkenkäfer habe geschwächte Bäume befallen.

Kosten von mehr als 800 000 Euro

„100 Hektar Duderstädter Wald sind neu zu bepflanzen, was Kosten in Höhe von mehr als 800 000 Euro verursacht“, so Bürgermeister Nolte. Das Land wolle die Waldbesitzer unterstützen, versicherte Ehbrecht. Er schloss sich der Forderung des deutschen Jägerverband und des Naturschutzbundes Nabu an, wonach mehr Förster für Aufforstungen und die Waldpflege eingestellt werden sollten.

Duderstadt hofft auf eine Landesgartenschau 2029

Um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen, warb Nolte für eine Landesgartenschau in Duderstadt im Jahr 2029. Dann feiert die Brehmestadt den 1100. Jahrestag ihrer urkundlichen Ersterwähnung. Der Rat der Stadt hat eine entsprechende Forderung bereits ans Land gerichtet. Erste Gespräche in Hannover hätten stattgefunden, sagte Nolte. Reimann, der Initiator der Pflanzaktion, schlug vor, dann in der Mitte des Bürgerwalds Sitzgelegenheiten zu schaffen. Dort steht eine Gruppe von Rotbuchen.

Flatterulme ist Baum des Jahres

Die Flatterulme ist der Baum des Jahres 2019. Bis zu 35 Meter hoch werden die Bäume, deren Blätter wie bei vielen Ulmenarten asymetrisch sind. Die samentragenden Flügelnüsse sind im Gegensatz zu anderen Ulmen dicht bewimpert. Die Borke ist schon bei jüngeren Bäumen rau mit abblätternden Schuppen. Flatterulmen, die Überflutungen von mehr als 100 Tage im Jahr vertragen, kommen vor allem in Auwäldern vor. Sie können in solchen Lebensräumen sogenannte Brettwurzeln entwickeln. Ihr Hauptverbreitungsgebiet ist Osteuropa. In Deutschland finden sie sich insbesondere im Nordosten des Landes. Das Holz des Baumes ist schön gezeichnet. Die Flatterulme ist vom Ulmensterben deutlich weniger betroffen als andere Ulmenarten. Das liegt daran, dass der Große und der Kleine Ulmensplintkäfer, die die hauptsächlichen Verursacher des Ulmensterbens sind, die Flatterulme aufgrund von deren Rindeninhaltsstoffen seltener anfliegen.

Von Michael Caspar

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