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Duderstadt E-Autos kommen in Duderstadt gut an
Die Region Duderstadt E-Autos kommen in Duderstadt gut an
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15:49 03.01.2018
Die Schülerinnen mit „ihren“ E-Autos an den Ladesäulen vor den Duderstädter BBS.
Die Schülerinnen mit „ihren“ E-Autos an den Ladesäulen vor den Duderstädter BBS. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Dass der Berufsschulunterricht für einige Ausbildungsgänge im Landkreis Göttingen nur in Duderstadt statt findet, hatte zuvor regelmäßig zu Problemen geführt: Schüler aus Göttingen mussten lange Bus fahren, im Westen des Landkreises lebende Azubis hatten Anfahrtszeiten von weit über einer Stunde. Auch ein Versuch, ein Taxishuttle einzurichten, war an der mangelnden Flexibilität einer solchen Lösung gescheitert, berichtete Sabine Freese, Leiterin der BBS Duderstadt. “Total gut“ finden Schülerinnen wie Jolien Kämmer hingegen die jetzige Lösung mit den E-Autos: Drei Fahrzeuge haben die BBS im August mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren und des Landkreises angeschafft. An ihren Berufsschultagen nutzen die Azubis sie, um morgens gemeinsam nach Duderstadt zu fahren. Am dortigen BBS-Standort hat die EEW kostenlose Ladesäulen eingerichtet, so dass die Schüler am Nachmittag mit vollem Akku zurück nach Göttingen fahren können. Dort werden sie so abgestellt, dass die Schüler einer anderen Klasse sie am nächsten Tag wieder benutzen können.

Möglich wird das einerseits durch das Verantwortungsbewusstsein der Schüler: Fahrerinnen wie Saskia Klein sagen von sich „eigentlich immer gut in der Zeit" zu sein – weshalb sie meist diejenige von den angehenden Bürokaufleuten ist, die morgens das in Göttingen geparkte Auto abholt. „Ich sammele dann noch ein paar Leute am Bahnhof ein und dann geht es ganz entspannt nach Duderstadt“, erklärt Klein.

Das Projekt profitiert aber auch vom Improvisationstalent der Schüler und der Verantwortlichen an den BBS. Denn mittlerweile verzichten sie auf feste Stellplätze in Göttingen. Stattdessen schicken die Nutzer des Vortags der nächsten Gruppe die GPS-Koordinaten vom aktuellen Stellplatz, wobei die Schüler das ohnehin weit verbreitete Chatprogramm Whatsapp nutzen. Das will Schulleiterin Freese mittelfristig allerdings durch ein richtiges Buchungsportal auf der Webseite der Schule ersetzen.

Ansonsten ist auch Freese mit dem bisherigen Verlauf des Projektes zufrieden. Abseits kleinerer Tücken wie der manchmal problematischen Suche nach Ladesäulen und Parkplätzen in Göttingen haben sich ihr zufolge keine größeren Probleme aufgetan. Zuletzt haben die BBS einer weiteren Klasse, den angehenden Kosmetikerinnen, die Nutzung der Fahrzeuge angeboten. Weil diese keine Ausbildungsvergütung bekämen, seien vorherige Lösungen mit eigenen Autos und dem ÖPNV für diese Azubis besonders ärgerlich gewesen, so Freese.

Sie überlegt mittlerweile, ob sich das Programm möglicherweise auf Schüler aus dem Harz ausdehnen lässt. Denn für Freese steht fest: „Auch in Zukunft werden nicht mehr alle BBSen alle Fächer wohnortnah anbieten können“. Umso wichtiger sei es, jetzt Lösungen für Mobilitätsbarrieren zu finden. Das aktuelle Projekt ist allerdings auf zunächst vier Jahre befristet.

Von Christoph Höland

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