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Duderstadt Thailand ist Eichsfelder Ehepaar zur zweiten Heimat geworden
Die Region Duderstadt Thailand ist Eichsfelder Ehepaar zur zweiten Heimat geworden
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08:00 06.07.2019
Das Ehepaar Besdow lebt im Eichsfeld und in Thailand und hat sich mit einer Weltreise auf der MS Columbus einen Traum erfüllt. Quelle: Kuno Mahnkopf
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Langenhagen

Seit einem Vierteljahrhundert pendelt das Ehepaar Edelgard und Hans-Joachim Besdow zwischen Südostasien und dem Eichsfeld, verbringt die Wintermonate in Thailand, den Sommer im Eichsfeld. In diesem Jahr haben sich die beiden 72-Jährigen einen Traum erfüllt: eine maritime Weltreise. Vier Monate lang waren sie auf dem Kreuzfahrtschiff Columbus von Kontinent zu Kontinent unterwegs.

Stationen der maritimen Weltreise des Eichsfelder Ehepaares Besdow Quelle: Grafik: Reyer

Marinebar voller Erinnerungen

In seinem psychohistorischen Versuch über die Amerikaner unterscheidet Gerd Raeithel zwischen Pedophoben und Pedophilen, Sesshaften und Beweglichen. Zu letzteren dürfte Hans-Joachim Besdow zählen. 34 Jahre lang war der gebürtige Göttinger Berufssoldat bei der Marine, auf den Weltmeeren unterwegs, in vielen Häfen zuhause, ist von einer Mietwohnung der Bundeswehr in die nächste umgezogen. „Wir waren viel unterwegs – wie Nomaden.“ Mit seiner Frau, mit der er im vergangenen Jahr goldene Hochzeit gefeiert hat, ist er vor 14 Jahren in ihr Elternhaus nach Langenhagen gezogen. Das ist gespickt mit Erinnerungstücken und Mitbringseln, die Marinebar im Anbau gleicht einem maritimen Kuriositätenkabinett mit Flaggen, Koggen und Knoten. Den schwersten Seemannsknoten, die „englische Trompete“, kann Besdow heute noch hinter dem Rücken knüpfen – während er den Kopf über die „unbegreifliche Kostenexplosion bei der Gorch Fock“ schüttelt.

In seiner Marinebar hat Hans-Joachim Besdow ein maritimes Sammelsurium zusammengestellt. Quelle: Kuno Mahnkopf

Bikerclub in Thailand

An der Hausfassade hängt neben Fotos des ehemaligen Thailänder Königspaares Bhumibol und Sirikit eine Schiffsschraube. Sie stammt von der „Silke“, einem Halbgleiter mit Außenbordmotor. Den hatte sich Besdow „zum Pöttern auf der Elbe“ zugelegt, als er in den 1980er-Jahren in Gückstadt wohnte. „Im Binnenland kann man kein Boot mehr halten“, sagt der Pensionär. Immerhin fließt die Lange am Grundstück vorbei. Die Hofeinfahrt führt über eine Bachbrücke, in deren Geländer ein Anker eingearbeitet ist. In Langenhagen fühlen sich Besdows „pudelwohl“. Im Winter sei hier aber nicht viel los – und das Wetter überall schlecht. Nach der Silberhochzeit in Thailand waren sie „infiziert“, schätzen „Klima, Kultur, die Menschen und die Lebensweise“ dort. Ein Zwei-Zimmer-Appartement in Pattaya ist ihnen zur zweiten Heimat geworden, für Touren stehen ein alter Jeep und ein Motorrad in der Garage bereit. Hans-Joachim Besdow kann Thai sprechen, lesen und schreiben, ist in Pattaya Mitglied einer Freikirche und des Motorradclubs „The Old Warriors“.

In Langenhagen ist Hans-Joachim Besdow vor Anker gegangen. Quelle: Kuno Mahnkopf

Eine Affinität zu Südostasien hatte das Ehepaar, das drei Töchter großgezogen und sich um fünf Pflegekinder gekümmert hat, schon immer, hat ganz Südostasien bereist – von Borneo bis Kambodscha. Im Zeitraum vom Lichterfest Loy Krathong, das im November das Ende der Regenzeit einläutet, bis zum Songkran-Neujahrsfest im April zieht es beide stets nach Thailand. Auch Erfahrung mit Kreuzfahrten haben sie, sind unter anderem mit der Aida durchs Chinesische Meer geschippert.

An Bord mit 1000 Briten

Vier Monate lang sind Besdows mit der Columbus um die Welt gekreuzt. Quelle: r

Eine andere Nummer waren die 121 Tage an Bord der MS Columbus mit 1000 Engländern , 200 Deutschen und 45 Niederländern. Das sei eine Herausforderung gewesen, aber auch eine tolle Reise: „Einen Lagerkoller haben wir nie gehabt.“ Start- und Zielpunkt war Amsterdam, angesteuert wurden Stationen von Gibraltar bis Sydney, von Lissabon bis Yokohama. Edelgard führte Tagebuch, um Eindrücke festzuhalten. Die gab es zur Genüge. Sei es die Durchquerung des Panama-Kanals oder acht Meter hohe Wellen, die für viele Seekranke gesorgt hätten. Kinder seien nicht an Bord gewesen, die meisten Passagiere hätten zur Generation 50+ oder 60+ gehört. „Nach unseren Informationen hat es in den vier Monaten 14 Tote an Bord gegeben“, berichtet Edelgard. Tonga konnte wegen eines Sturmes nicht angelaufen werden, am Horn von Afrika wurde die Columbus wegen der Piratengefahr von Fregatten begleitet, bei schwerem Seegang Schiffbrüchige auf einem Segelschiff mit Mastbruch versorgt.

Schwimmende Stadt mit hohem Verbrauch

Die ökologischen Fußstapfen, die Kreuzfahrtpassagiere hinterlassen, geben Hans-Joachim Bredow schon zu denken. In der Branche sei allerdings eine Umstellung im Gang – von Alternativen zum Schweröl bis zum Landstrom. Anlass zum Nachdenken würden auch die Verbrauchszahlen in Wäscherei und Bordküche geben. Auf der Weltreise mit der Columbus, die in 120 Tagen mehr als 35 000 nautische Meilen zurücklegte, verzehrten die Passagiere unter anderem mehr als 23 Tonnen Fisch, fast 12 Tonnen Schweine- und 15 Tonnen Rindfleisch, 3,8 Tonnen Lamm und 26,7 Tonnen Hähnchen. Auch die Industriewaschmaschinen, Trockner und Pressen waren im Dauereinsatz. 55 000 Kopfkissenbezüge, 112 000 Handtücher und 162 300 Servietten mussten gereinigt werden, außerdem Kleidungsstücke der Gäste, Crew-Uniformen, Tischdecken Badematten, Bettlaken und -decken in jeweils fünfstelliger Zahl. ku

Dennoch sei es eine „insgesamt angenehme Reise“ in einer 17-Quadratmeter-Kabine gewesen, sagt Hans-Joachim. Abends ging es ins Bordrestaurant, ins Theater oder zu Musikaufführungen. Bei den meisten Landausflügen haben sich Besdows von der Masse abgesetzt, in Neuseeland eine Tour mit einem 300-PS-Trike unternommen. Nach einem bewegten Leben bleiben sie weiter in Bewegung.

Besdows vor der Skyline von Shanghai Quelle: r

Von Kuno Mahnkopf

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