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Duderstadt Johannes Oerding: „Duderstadt, das ist ein guter Tag“
Die Region Duderstadt Johannes Oerding: „Duderstadt, das ist ein guter Tag“
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08:32 08.09.2019
Auftritt Johannes Oerding beim Eichsfeld Festival auf der Bühne vor der Oberkirche Quelle: Peter Heller
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Duderstadt

Pop, Funk, Rock, Balladen, Reggae, Singer-Songwriter: Welche Art von Musik macht eigentlich Johannes Oerding? Er kann all das. Wie vielseitig der Künstler aus Münster ist, hat er am Sonnabendabend auf der Bühne vor der Basilika St. Cyriakus in Duderstadt gezeigt. Und ein Entertainer ist er auch noch.

Duderstadt? Erst mal googeln..

„I will always love you“, heult Oerding in schönster Whitney-Houston-Manier. „Ich habe eine Wette verloren, erklärt der 38-Jährige diesen Einschub in sein Programm. Der Musiker, bekleidet mit schwarzem Hut, Jeans, Hemd, T-Shirt und weißen Sneakern, hat sein Publikum von Anfang an am Haken. Kein Wunder, so oft, wie er Duderstadt erwähnt. Er gibt aber zu, noch nie zuvor dort gewesen zu sein. „Ich musste euch googeln“, so Oerding. Er gibt den Vermittler, möchte, dass sich sein Publikum jeweils dem Nachbarn vorstellt. „Solltet ihr euch heute verlieben und heiraten, wir spielen auf eurer Hochzeit“, verspricht er. Bei und mit den Fans, die ihm aus einem Fachwerkhaus neben der Bühne heraus zujubeln, will er nach dem Konzert eine Aftershow-Party mit allen Zuschauern feiern.

Seit 13 Jahren mit seinen „Jungs“ auf der Bühne

Oerding flirtet mit dem Publikum, erzählt ein wenig Unfug und scheut auch nicht das Bad in der Menge. Mangelnde Interaktion kann man ihm wirklich nicht vorwerfen. Dass er bei seinem Zug durchs dicht gedrängte Publikum ganz locker einen Reggae-Song jammt, zeigt, welch ein versierter Musiker er ist. Und nicht nur er. Mit seinen „Jungs“, seiner Band, bespielt er seit 13 Jahren die Bühnen der Republik. Bass, Gitarre, Keyboard, Drums und Oerding selbst an der Akustik-Gitarre: Eine hochprofessionelle Liveband unterhält die mehr als 18.000 Besucher. Die Kulisse zwischen Basilika und Fachwerkidylle ist atemberaubend und am frühen Abend kommt auch noch die Sonne durch.

Alle Fotos vom Eichsfeld-Festival - vom Aufbau über die Eröffnung bis zur Party auf der Marktstraße - gibt es unserer Galerie:

Funkig kracht der Bass von Robin Engelhardt und Oerding singt mit seiner unverwechselbaren kratzigen Stimme „Nie wieder Alkohol“. Die Kinder im Publikum stört das nicht, auch die jungen Fans Luisa und Mathilda Oldenburg halten begeistert die Hände in die Höhe.

„Wenn sich alles im Kreise bewegt“

Auch wenn Oerding seine Musiker vorstellt, zeigen sie, was sie können. „Sissi“ am Schlagzeug beispielsweise kann auch solo die Bühne rocken. Der Sänger stimmt „Wenn sich alles im Kreise bewegt“ an und tausende Hände zeihen gen Himmel. „Oijoi, Yeah“, singt er dann, der Bass lässt den typischen Reggae-Groove erkennen und Oerding fabuliert: „Duderstadt, Duderstadt, hier ist der Reggae entstanden“. Er singt freestyle bis das Lied in Bob Marleys „Could you be loved“ übergeht. Oerding springt von der Bühne, pflügt durch seine Fans und erklimmt die Absperrung der Tribüne für Rollstuhlfahrer. „Ich will mal sehen, wer so da ist“, jammt er zum Karibiksound –“oh yeah“.

Kaum ist er auf der Bühne zurück wird es wieder poppig-rockig. „Wo wir sind, ist oben“ singt er, wirft sich auf den Bühnenboden – und viele singen mit. Natürlich darf sein Hit „Alles brennt“ nicht fehlen. „Duderstadt, das ist ein guter Tag“, sagt Oerding. „Und er geht noch weiter“, verspricht er. „Danke, ihr wart großartig“, sagt der Musiker und fordert einen „großen Applaus für alle, die das hier organisiert haben“.

Dann stimmt er alleine mit seiner Akustik-Gitarre den Song „Heimat“ an. Ganz sanft und herzerwärmend. Das kann er nämlich auch. Mit seiner Stimme füllt er die große Bühne auch alleine, dann setzt seine Band ein und gibt eine Portion Pathos dazu, in einer Kulisse, die das gut verträgt. Und in einer kleinen Stadt, deren Bier „Heimatliebe“ heißt.

Am Donnerstag live in Göttingen

Am Donnerstag, 12. September, eröffnet Oerding in Göttingen das Soundcheck-Festival. Das Konzert ist ausverkauft, es wird aber auf dem Schützenplatz auf der „City-Stage“ live auf Großleinwand übertragen.

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Von Britta Bielefeld