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Duderstadt Eichsfeld-Gymnasium Vorreiter mit IT-Ausbau
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17:35 30.08.2011
Gut vernetzt: Rigobert Nolte, Sascha Käsehagen, Johannes Otto und Steffen Nolte (v.l.) freuen sich über WLAN und VPN.
Gut vernetzt: Rigobert Nolte, Sascha Käsehagen, Johannes Otto und Steffen Nolte (v.l.) freuen sich über WLAN und VPN. Quelle: Thiele
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Das EGD hat sein Schulnetzwerk mit dem Ziel „Mobiles Lernen“ ausgebaut, und zwar hochprofessionell mit der Industrieanbindung T-Company Connect. Damit hat die Schule bundesweit Vorreiterfunktion – und die Schüler finden das super.

Johannes Otto und Sascha Käsehagen, beide in Jahrgang 11, sind sich einig: „Das Arbeiten ist viel einfacher geworden.“ Dank des flächendeckenden WLAN im EGD können sie in jedem Raum der Schule auch mit dem privaten Laptop auf das Schulnetzwerk zugreifen. Darüber hinaus können sie über ein virtuelles privates Netz (VPN) von zu Hause aus beispielsweise Aufgaben erledigen, die sie in der Schule angefangen haben, oder bei Gruppenarbeiten Informationen zeitgleich an alle Beteiligten weiterleiten.

Das Netzwerk wird vom Informatikstudenten Steffen Nolte betreut, und alle schulischen IT-Fäden laufen bei Rigobert Nolte, Lehrer für Mathe und Informatik am EGD, zusammen. Letzterer hat die digitale Entwicklung an der Schule in seiner Obhut, seit es hier Internet gibt, „also etwa seit zehn Jahren“, sagt der Lehrer. Dass das EGD schon immer sehr aktuell die neuen Medien eingesetzt hat, sei aber hauptsächlich Sache der Eltern gewesen, die über den Elternrat die Initiative ergriffen haben: „Die Eltern wollten nicht, dass die Schüler im Eichsfeld den Göttinger Schulen hinterher hinken. So sind sie bereit, jährlich einen Medienbeitrag zu zahlen, von dem die moderne Technik an der Schule mitfinanziert wird.“

Die gründliche IT-Ausbildung trägt Früchte. Unter anderem, so der Lehrer, hätten zwei Schüler aus seinem Informatikkurs vor drei Jahren eine Online-Schulbuchausleihe entwickelt, wobei jedem Schüler ein Strichcode zugewiesen würde und der Leihbetrag von den Konten der Eltern abgebucht würde. Dieses System nutzen inzwischen auch andere Schulen darunter eine Göttinger.

Steffen Nolte administriert Serververbindungen und den VPN-Zugang. Und alle Schüler, Lehrer und Klassen haben ihre eigene E-Mail-Adresse. „Zu Anfang hatten wir die möglichen WLAN-Anmeldungen auf etwa 200 pro Tag in der Schule begrenzt, aber wir haben schnell gemerkt, dass das nicht reicht. Wir haben hochgeschraubt auf 1200“, sagt der Student.

„Recherche oder Präsentation eines Referats sind viel einfacher geworden. Wir haben immer Zugriff auf LexisNexis, Wikipedia oder unsere eigenen Dateien“, nennt Johannes die Vorteile. „Mit dem flächendeckenden WLAN erhält der Unterricht in jedem Fach eine ganz andere Qualität, ob Mathe, Geschichte oder Latein. Die Technik hat Universitätsniveau“, lobt Rigobert Nolte. Dementsprechend habe sich auch die Qualität der Arbeiten und Präsentationen der Schüler gesteigert. Er verweist darauf, dass an den Universitäten der Umgang mit digitaler Technik auf hohem Niveau ab dem ersten Semester erwartet werde und dass die EGD-Schüler mit der stetigen schulischen Anpassung beste Voraussetzungen hätten. Steffen Nolte, der in Peine Abitur gemacht hat, bestätigt: „Ich musste mir während meines Studiums dieses Niveau nebenbei selbst aneignen. Das kostet viel Zeit. Es ist von großem Vorteil, sein Studium so gut vorbereitet zu starten, wie das am EGD Standard ist.“

Auf die Frage, ob mit der ausgefeilten Technik nicht nur das Arbeiten, sondern auch das Mogeln einfacher geworden sei, grinsen Sascha und Johannes. „Klar, ein I-Phone unter dem Tisch könnte einem viele Informationen liefern. Aber die Lehrer haben sich da ja auch fit gemacht. Wer nur mit einem ausgeschaltetem Handy in der Klassenarbeit erwischt wird, kriegt eine sechs“, erklärt Johannes. Rigobert Nolte bietet selbst Schulungen für Lehrer an, die Schüler erhalten ab der fünften Klasse einen Einführungskurs im Umgang mit dem Netzwerk, und ansonsten ist Samal Rashid, ein Schul-Mitarbeiter aus der IT-Industrie, stetiger Ansprechpartner für alle Fragen in diesem Bereich.

Und wie sieht es in der großen digitalen Welt aus mit Jugendschutz? „Wir haben natürlich entsprechende Schutzsoftware, und in den Mediotheken als frei zugänglichen Arbeitsräumen ist immer eine Aufsichtsperson anwesend, die jeden Bildschirm einsehen kann“, schildert Rigobert Nolte die Maßnahmen.

Fachmagazine und Softwarehersteller hätten schon die Vorreiterrolle in der Breitbandanbindung des EGD hervor gehoben, so der Lehrer. Aber ausruhen wolle man sich nicht. „Nächstes Ziel sind virtuelle Maschinen auf Serverbasis, um weitere Projekte zu realisieren“, beschreibt er den Weg in die Zukunft.

Von Claudia Nachtwey