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Duderstadt Eichsfeld wird zum einzigartigen Krippenland
Die Region Duderstadt Eichsfeld wird zum einzigartigen Krippenland
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18:03 22.11.2010
Als „Krippenvater“ bekannt: Werner Grobecker kümmert sich gemeinsam mit der Krippenbruderschaft um die 45 Figuren.
Als „Krippenvater“ bekannt: Werner Grobecker kümmert sich gemeinsam mit der Krippenbruderschaft um die 45 Figuren. Quelle: EF
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„Wir registrieren von Jahr zu Jahr mehr Anfragen zum Thema Krippenausstellungen“, freut sich Jens Kuhr vom Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE). Dabei konzentriere sich das Interesse keineswegs nur auf die großen und deshalb eindrucksvollen Krippen. „Auch die kleineren Ausstellungen sind gefragt“, so Kuhr.

Die Eichsfelder Krippenausstellungen gehören zu den bemerkenswertesten in der Republik: Die Weihnachtsdarstellung in Effelder mit ihren 30 Zentimeter hohen handgeschnitzten Figuren beispielsweise oder die Krippe in Kefferhausen, deren rund 60 Jahre alten Terrakottafiguren die Besucher immer wieder in Staunen versetzen. Auch im Gemeindesaal Heuthen werden vom kommenden ersten Adventssonntag, 28. November, bis einschließlich Sonntag, 19. Dezember, an allen Adventssonntagen Krippen aus der ganzen Welt präsentiert.

Auf keinen Fall verpassen, so Kuhr, sollten Krippenfreunde einen Besuch der Kapelle auf dem Hülfensberg. Die Ausstellung vom 12. bis 19. Dezember umfasst rund 50 Krippen, und zu jeder kann Bruder Berthold eine Geschichte erzählen: Darunter auch die der Krippe im Straußenei.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Pfarrkirche „St. Georg und Juliana“ in Küllstedt. In der größten Eichsfelder Dorfkirche ist ab dem 12. Dezember schon vom Eingangsportal aus der leuchtende Stern von Bethlehem zu sehen und überstrahlt die bis zu 13 Meter hohen Fichten und den drei Meter hohen Krippenstall. 53 Holzfiguren, die zu den beeindruckendsten der Region zählen, umfasst die Krippenlandschaft. Zusätzlich zur großen Krippe ist vom 12. bis 19. Dezember auch die Hauskrippenausstellung mit 200 Exemplaren in Küllstedt aufgebaut.

In jedem Fall lohnt sich laut Kuhr auch eine Reise in den Norden des Eichsfeldes nach Gieboldehausen. Die Krippenszene in der Pfarrkirche St. Laurentius – zu bewundern vom 24. Dezember bis zum 31. Januar 2011 – ist eine der größten Darstellungen in der Region, vielleicht sogar Deutschlands. Ihren Hintergrund bilden 40 große Fichten vor dem gesamten Hochaltar. Auf einer Fläche von rund 45 Quadratmetern ist aus Tannenzweigen, Moos, Steinen und Baumrinde eine komplette Landschaft für die 45 Figuren entstanden. Für das stilgerechte Aussehen der Figuren sorgen Frauen aus der Pfarrgemeinde, die die Gewänder schneidern. Auf- und Abbau übernehmen acht Gieboldehäuser, die sich zu einer Krippenbruderschaft zusammengeschlossen haben. Und niemand kennt sich mit der Krippe besser aus als der Bruderschafts-Leiter Werner Grobecker, seit Jahren als „Krippenvater“ bekannt.

„Die ersten rund 80 Zentimeter hohen Figuren, die die Gieboldehäuser 1971 angeschafft haben, stammen aus Oberammergau. Sie können Köpfe, Hände und Füße bewegen“, schildert Grobecker die beeindruckende Szenerie. Darüber hinaus weiß der Krippenvater, dass viele Tiere des Waldes und des Feldes in der Darstellung der Weihnachtsgeschichte berücksichtigt worden sind – manchmal auch ein wenig versteckt.

Werner Grobecker empfiehlt in jedem Fall eine Führung durch die Krippenlandschaft, denn viele spannende Details würden von den Besuchern auf den ersten Blick einfach übersehen. „Wie etwa die Vögel, die von den Fichten aus die weihnachtliche Szene mit der Heiligen Familie beäugen“, gibt Grobecker eines der kleinen Geheimnisse preis.

Von Anne Eckermann