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Duderstadt „Ein leerer Magen bringt keinen auf Leistung“
Die Region Duderstadt „Ein leerer Magen bringt keinen auf Leistung“
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19:00 29.09.2011
Von Anne Eckermann
Obst, Gemüse, Wurst und Käse: Aber auch gegen ein Bananenbrötchen hat Michaela Diedrich morgens nichts einzuwenden. Quelle: Hellmold
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Eichsfeld

Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettelmann: Schon unsere Vorfahren wussten um die große Bedeutung der ersten Mahlzeit des Tages. „Ein leerer Magen oder als gesunde Zwischenmahlzeit getarnte Süßigkeiten können keinen auf Leistung bringen“, weiß Landfrau Michaela Diedrich aus Erfahrung. Und ein gesundes Frühstück, so die Vorsitzende des Kreislandfrauenvereins, müsse, egal, ob für Kleinkinder, Schulkinder oder Erwachsene, weder teuer noch aufwändig sein. „Grundsätzlich ist alles möglich, erlaubt und – in der richtigen Kombination – auch gesund“, bricht Diedrich eine Lanze für Marmelade (möglichst ohne Zusatzstoffe oder selbst gekocht) oder süße Aufstriche, denn „auf die Balance kommt es an, unterm Strich muss es stimmen.“

Unter die Dusche, rein in die Klamotten, eine Tasse Kaffee im Stehen und dann zur Arbeit. Das ist das Ritual auch vieler Eichsfelder. „Dieses Verhalten wird von Kindern schnell übernommen“, weiß Diedrich. Fast 30 Prozent der deutschen Schüler gingen laut neuester Untersuchungen ohne Frühstück aus dem Haus. „Da aber während des Schlafens keine Nahrung aufgenommen wird, sinkt der Blutzuckerspiegel in der Nacht ab und ist morgens auf dem Tiefpunkt, dem Körper fehlt Energie“. Ein ideales Frühstück macht laut Diedrich satt, ist kalorienarm, reich an wichtigen Nährstoffen und – schmeckt! „Das alles erfüllt eine Kombination aus Vollkorngetreide mit Milch oder Milchprodukten und Obst“, so die Landfrau. Aber auch wer kein Müsli mag, könne gesund frühstücken: Cornflakes oder Poppies, aber auch Körnerbrötchen oder Vollkorntoast mit Butter oder Margarine und einem Belag nach Wunsch, dazu ein Glas Milch oder Fruchtsaft, alternativ kleingeschnittenes Obst oder Gemüse – das könne auch schon problemlos vorbereitet werden. „Zehn Minuten Vorbereitung abends spart eine halbe Stunde morgens“, weiß die berufstätige Eichsfelderin. Und wer absolut kein Vollkornbrötchen oder-Toast essen wolle, der dürfe ruhig mal in weiße Sorten beißen – „wenn der Belag stimmt“, findet Diedrich durchaus auch Gefallen an einem Bananenbrot.

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Oberstes Gebot: Die Lebensmittel sollten von guter Qualität sein. „Man muss nicht durch Bio-Läden rennen, sondern nur mit offenen Augen durch unsere Geschäfte gehen. Dort gibt es viele gute regionale Produkte“, verweist Diedrich auf Honig, Marmeladen, Butter, Wurst, Käse und Eier und natürlich Obst. Gute Alternativen zu Butter seien Schmand oder Frischkäse. „Wenn man nur schlechte Lebensmittel isst, kann der Körper nicht gut arbeiten. Auch viele Kinder haben schon Probleme mit der Verdauung, weil sie kaum Ballaststoffe essen“, warnt Diedrich Eltern, schlechte Ernährung nicht zu unterschätzen. Dazu gehörten auch süße Säfte oder Limonaden. „Das sind keine Durstlöscher, besser sind Säfte mit Wasser oder leckere Früchtetees“.

Genauso wichtig wie das erste Frühstück sei auch das zweite, denn „Kopf und Körper müssen leistungsfähig bleiben“, weiß die Landfrau um die Bedeutung des Pausenbrotes für Schulkinder. Auch hier seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Brot oder Brötchen mit Käse, Wurst und einer Scheibe Salat dazwischen, auch gern mal Marmelade, dazu kleine Gemüsesticks oder ein Ei“, verweist Diedrich auf das sprichwörtlich mitessende Auge, „Kinder lieben die Abwechselung. Je interessanter Frühstück oder Pausenbrot, desto eher kommt der Appetit.“

Planung spart Zeit

Mindestens zehn Minuten sollten für das Frühstück fest eingeplant werden. Hier einige Tipps, um morgendliche Hektik zu vermeiden: Am Abend vorher nicht nur Kleidung und Tasche bereitlegen, sondern auch den Tisch decken und die Zutaten bereit stellen, die nicht gekühlt werden müssen. Die persönliche Müslimischung auf Vorrat zubereiten, so dass nur noch Joghurt oder Milch dazugeben werden müssen. Trocken- oder Tiefkühlfrüchte können frisches Obst ersetzen. Für ganz Eilige ist ein Glas Milch, Buttermilch, Obst- und Gemüsesaft besser als gar kein Frühstück.