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Duderstadt Spenden mit dem Smartphone in der Duderstädter Basilika St. Cyriakus
Die Region Duderstadt Spenden mit dem Smartphone in der Duderstädter Basilika St. Cyriakus
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07:00 23.12.2018
Statt mit Scheinen und Münzgeld kann man in der römisch-katholischen Basilika St. Cyriakus auch mit EC-Karte Geld in den Klingelbeutel für den Erhalt der Basilika spenden. Quelle: dpa
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Duderstadt

Bargeldlos für die Kollekte spenden: Das soll zukünftig in der in der römisch-katholischen Basilika St. Cyriakus in Duderstadt noch einfacher werden. Bereits zu Weihnachten können Kirchgänger mit dem Smartphone kontaktlos Geld in den elektronischen Klingelbeutel überweisen.

„Der Ablauf eines solchen Spendenvorgangs ist genau wie beim Einkaufen im Supermarkt oder beim Bezahlen an der Tankstelle“, sagt Markus Teichert. Er ist der Vorstand der Sparkasse Duderstadt. Wer spenden will, muss am Terminal der digitalen Kollekte den gewünschten Spendenbetrag in das EC-Gerät eintippen. Dann kann, wie bislang üblich, die EC-Karte davorgehalten werden – oder ab nun auch ein Smartphone mit Android-Betriebssystem. Dafür muss zunächst die App „Mobiles Bezahlen“ der Sparkasse heruntergeladen und freigeschaltet werden. Dann kann der Kirchgänger sein Handy vor die digitale Kollekte halten, wo die Abbuchung des Spendenbetrags angewiesen wird. „Und schon unterstützt man Maßnahmen von und für die Basilika“, sagt Teichert.

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„In anderen Ländern Gang und Gebe“

Mit dem elektronischen Klingelbeutel will die Kirche es den Besuchern ermöglichen zu spenden, auch wenn sie keine passenden Scheine oder Münzen bei sich tragen. „In anderen Ländern, zum Beispiel in Schweden, ist das Gang und Gebe. Allgemein wird dort mehr mit Karte bezahlt und zwar überall“, sagt Kirchenvorstand Alfons Merten. „Bei uns müssen sich die Leute erst noch daran gewöhnen.“ Viele Kirchgänger würden sich zu Hause 2 Euro einstecken und sie dann in die gewöhnliche Kollekte werfen. Die steht ihnen außer dem digitalen Klingelbeutel sonntags auch weiterhin zur Verfügung, sagt Merten.

Dabei habe das digitale System Vorteile. Die Kollekte kann nicht gestohlen werden. Auch das Kleingeld sortieren, zählen, aufbewahren und zur Sparkasse bringen, fällt weg. Das digitale Gerät zum Bezahlen sei abgesichert und niemand könne an die Daten der Spender herankommen. Der Spendenbetrag kann beliebig festgelegt werden. „So kann jedermann spenden, auch wenn er gerade kein Bargeld dabei hat“, sagt der Propst von St. Cyriakus, Bernd Galluschke.

Setzen seit dem Jahr 2016 auf den elektronischer Klingelbeutel: Kirchenvorstand Alfons Merten, Propst Bernd Galuschke und Sparkassenvorstand Markus Teichert vor zwei Jahren in der Duderstädter Basilika. Quelle: Caspar

Touristen nutzen das Angebot

Wie häufig das digitale Angebot genutzt wird, kann die Kirche nicht benennen. „Das elektronische Spenden wird noch nicht rasend viel genutzt“, schätzt Marina Lühmann. Sie ist die Leiterin des medialen Vertriebs bei der Sparkasse Duderstadt. „Es wird aber immer mehr.“ Dabei konnte die Sparkasse feststellen, dass die neue Art des Spendens besonders von externen Besuchern genutzt wird. „Touristen, die die Basilika besichtigen, spenden öfter auf diese Weise“, sagt Lühmann.

Die Kirchengemeinde verlängert das Projekt gemeinsam mit der Duderstädter Sparkasse nun um weitere zwei Jahre. „Wir haben den elektronischen Klingelbeutel bereits 2016 mit Unterstützung der Sparkasse eingeführt und mit der Zeit erfährt er wachsenden Zuspruch“, sagt Galluschke. „Daher freut es uns, dass die Sparkasse dieses Projekt weiter finanziell unterstützt und sich das Bezahlverfahren jetzt sogar noch vereinfacht hat.“

Von Norma Jean Böger