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Duderstadt Beiträge in Duderstadt vorerst konstant
Die Region Duderstadt Beiträge in Duderstadt vorerst konstant
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13:53 23.11.2018
Kinderbetreuung: Die Stadt Duderstadt musste 2017 ein Defizit von gut 2,5 Millionen Euro übernehmen.
Kinderbetreuung: Die Stadt Duderstadt musste 2017 ein Defizit von gut 2,5 Millionen Euro übernehmen. Quelle: dpa
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Duderstadt

Die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung sollen nicht angehoben werden. Das hat der städtische Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport einstimmig dem Rat der Stadt Duderstadt empfohlen.

Von einem „dramatischen Anstieg“ der städtischen Aufwendungen für die Kinderbetreuung in den vergangenen Jahren berichtete Fachbereichsleiterin Bettina Steinmetz den Ausschussmitgliedern. Das habe unter anderem mit der Ausweitung der Betreuungszeiten zu tun: im Jahr 2018/19 etwa in den katholischen Kindergärten in Nesselröden und Gerblingerode, in der Krippengruppe der Tagesstätte St. Raphael und den städtischen Kindergärten Breitenberg und Fuhrbach. Dadurch komme es zu zusätzlichen ungedeckten Kosten in Höhe von rund 29 500 für die Kindergärten in kirchlicher und von rund 14 100 in städtischer Trägerschaft. Diese Summe müsse die Stadt aufbringen.

Beitragsfreiheit belastet städtischen Haushalt

„Weitere Belastungen für den städtischen Haushalt bringt die vom Land zum 1. August beschlossene Beitragsfreiheit für Kindergartenkinder mit sich“, sagte Steinmetz. Das Land zahle nur Pauschalen, die aber nicht die tatsächlichen Kosten deckten. Das Defizit müsse die Stadt schultern. Beim bereits zuvor beitragsfreien dritten Kindergartenjahr seien das 2017/18 rund 51 000 Euro gewesen.

„2017 haben sich die Bruttokosten der städischen Kindergärten auf 1,3 Millionen Euro belaufen“, teilte die Fachbereichsleiterin mit. 19 Prozent davon habe das Land übernommen, 23 Prozent die Eltern. Die verbleibenden 762 000 Euro habe die Stadt getragen. Bei den kirchlichen Einrichtungen habe Duderstadt darüber hinaus Betriebskostenzuschüsse in Höhe von 1,76 Millionen Euro aufbringen müssen.

Doppik erzwingt Neukalkulation der Beiträge

„Mit der Umstellung des Rechnungssystems auf die Doppik genügt die bisherige Platzkostenberechnung nicht mehr den Anforderungen an eine Gebührenkalkulation“, führte Steinmetz aus. Die Stadt müsse künftig auch Abschreibungen, kalkulatorische Kosten und die tatsächliche Belegung berücksichtigen. Die Verwaltung habe daher zusammen mit dem Institut für Public Management die Elternbeiträge neu kalkuliert.

Die Stadt, so die Fachbereichsleiterin, habe sich gegenüber der Kommunalaufsicht – rechtlich nicht bindend – auf die sogenannte Drittel-Regelung festgelegt. Danach müssten Eltern mit den Beiträgen ein Drittel der Bruttokosten tragen. Demnach müssten die Beiträge für die Kindergartenbetreuung, die über den gesetzlichen Betreuungsanspruch von vier Stunden täglich hinausgingen, um gut 40 Prozent steigen. Grund dafür sei, dass Erhöhungen in den Vorjahren geringer als eigentlich notwendig ausgefallen seien. Um Eltern nicht übermäßig zu belasten, schlage die Verwaltung alternativ Erhöhungen um 25 oder um fünf Prozent vor.

Bei den Krippengruppen, so Steinmetz, würden die bei einer Drittel-Regelung notwendigen Beitragserhöhungen 20 Prozent betragen. Derzeit müssten Eltern für Kinder unter drei Jahren, die eine altersgemischte Kindergartengruppe besuchten, „deutlich weniger“ bezahlen, als wenn ihre Kinder eine reine Krippengruppe besuchten.

Haushaltssicherungskonzept

„Der Rat hat sich in den vergangenen Jahren in seinen Haushaltssicherungskonzepten dazu verpflichtet, die Elternbeiträge regelmäßig zu überprüfen“, betonte die Verwaltungsmitarbeiterin. Die letzte Anpassung sowohl bei den kirchlichen wie städtischen Kindergärten habe es im August 2016 gegeben.

Die Ausschussmitglieder unter ihrem Vorsitzenden Andreas Diedrich (CDU) sahen dagegen keinen Handlungsbedarf bis 2020. Sie empfahlen dem Rat erst im zweiten Halbjahr 2019 über eine mögliche Beitragserhöhung zu beraten.

Von Rüdiger Franke

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