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Duderstadt Ende der CDU-Ära im Flecken absehbar
Die Region Duderstadt Ende der CDU-Ära im Flecken absehbar
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11:18 22.09.2011
Von Kuno Mahnkopf
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Gieboldehausen

Als möglicher Bürgermeister wird Otmar Pfeifenbring (SPD) gehandelt, der die meisten Stimmen im Ort bekommen hat.

Bei der Kommunalwahl im Flecken hatten die neu angetretenen Freien Wähler (FW) aus dem Stand 30,22 Prozent erreicht. Die CDU blieb mit 38,77 Prozent zwar stärkste Kraft, verlor gegenüber der Wahl vor fünf Jahren aber knapp 23 Prozent. Die SPD musste knapp 2,5 Prozent abgeben und landete bei 26,29 Prozent. Statt der FDP sind künftig die Grünen mit einem Mandat im Fleckenrat vertreten, die CDU bekommt sechs Sitze, SPD und FW jeweils vier Sitze.

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Nach Gesprächen zwischen Hubert Hackenfort (FW) und Otmar Pfeifenbring (SPD) treffen sich Sozialdemokraten und Freie Wähler am heutigen Donnerstag. „Die Tendenz geht eindeutig zur Bildung einer Gruppe mit den FW, aber keiner gemeinsamen Fraktion“, sagt Pfeifenbring, der das Bürgermeisteramt anstrebt. Die Situation nach der Wahl mit überraschend hohem Abschneiden der FW spiegele einen Wählerwillen wider, der mehrheitlich den Wechsel wolle. Unzufriedene CDU-Wähler hätten überwiegend die FW als Sprungbrett genutzt statt SPD zu wählen, schätzt Pfeifenbring die Wählerbewegungen ein. Nach den FW will Pfeifenbring auch mit der CDU sprechen, die bereits an ihn herangetreten sei und im Fall einer Zusammenarbeit Kompromissbereitschaft beim Bürgermeisteramt signalisiert habe. Über Parteigrenzen hinweg bedauert Pfeifenbring, dass erstmals seit vier Jahrzehnten kein Abgeordneter aus Gieboldehausen im Kreistag vertreten ist. Hackenfort würde eine Gruppenbildung der FW mit der SPD begrüßen und den „erfahrenen Ratsherren“ Pfeifenbring als Bürgermeister mittragen: „Wichtiger als das Bürgermeisteramt ist die Durchsetzung politischer Inhalte.“

In Geduld hüllen müssen sich die Mehrheiten gewöhnten Christdemokraten, die diesmal auf Reaktionen der anderen angewiesen sind. „Unser Angebot zur Zusammenarbeit mit der SPD – in welcher Form auch immer – besteht weiter“, bestätigt Katharina Haase, die für die CDU die Verhandlungen führt und sich überrascht von Pfeifenbrings Einlassungen zeigt: „Wir warten nach wie vor auf die Antwort.“