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Duderstadt Erste Duderstädter Musiknacht ein voller Erfolg
Die Region Duderstadt Erste Duderstädter Musiknacht ein voller Erfolg
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18:01 08.05.2011
Rockige Songs: „Minds‘ Gap“ spielt im überfüllten Bistro Sabri als eine von zehn Bands in acht Lokalen bei der Musiknacht. Quelle: Tietzek
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Im Backsteinhaus hatte man in weiser Voraussicht mit einem Bierwagen vor dem Eingang insgesamt vier Theken in Betrieb. Aber wer versuchte, vor die Bühne von „Rocktail“ zu gelangen, blieb einfach in der Menge stecken. In der oberen Etage des Backsteinhauses tobte die Jugend beim Pogo zu den fetzigen Klängen von „Rockture“, die als Support „My last famous words“ mitgebracht hatten, und hier tropfte der Schweiß von der Decke.

Zur Musiknacht machte die Duderstädter Innenstadt Urlaubsorten in südlichen Gefilden Konkurrenz. Bei angenehmen Temperaturen drängten gutgelaunte Gruppen von Gaststätte zu Gaststätte. Die erste Live-Veranstaltung startete mit „Generations“ im Hotel Budapest, und schon kurz nach den ersten Gitarrenakkorden kam man wegen Überfüllung nur noch bis zum Eingang. Etwas mehr Platz gab es im Hotel Zum Löwen, aber „Intense“ spielte am Ende des Wintergartens, die Gäste draußen hörten nichts davon. Das gleiche Problem gab es im Ratskeller. Hannelore Mordas war aus Thüringen angereist und machte ihrer Enttäuschung Luft: „Wir kommen sehr gern nach Duderstadt, aber das hier ist eine verpasste Chance. Wir sitzen draußen und hören nichts. Warum spielt die Band nicht in einem vorderen Raum? Da hätte man die Fenster öffnen können, und hier draußen wäre auch Stimmung.“ Tischnachbarin Christiane Linke schlug vor, auch Schülerbands oder Straßenmusikern bei einer solchen Veranstaltung in der Innenstadt einzubeziehen. Im hintersten Teil des Ratskellers war in der dicht gedrängten Menge statt Rock’n Roll nur ein leichtes Mitwippen zu den Stücken von „HillBilly- Schmitt & The Bluehoon Boys“ möglich.

Vor der Theke bestens positioniert waren die „Call:Boys“ in der Pizzeria Rimini. Selbst draußen an den Tischen sang man Pizza kauend die Beatles-Songs mit. Wer keinen Platz fand, stellte sich vor die Fenster und klatschte im Takt. Ebenfalls überfüllt war das Bistro Sabri. Hier konnte man immerhin durch die großen Schaufensterscheiben „Mind’s GAP“ sehen und die rockigen Songs in gedämpfter Lautstärke hören.

Leicht hatte man es dagegen im Eichsfelder Hof und in der Alten Backstube: DJ Niklas legte Schlager auf, DJ Achim weckte Flower-Power-Erinnerungen. Die Boxen wurden einfach Richtung Eingang gedreht, so dass die Menschentrauben vor den Gaststätten ihren Spaß hatten.

Auf der Tour durch die Stationen hörte man Stimmen und Meinungen: „Das ist so toll, endlich mal was los hier!“ „Wo kommen bloß all die Leute her?“ „ Warum hatte man die Idee nicht schon eher?“ Aber auch Kritik wurde laut: „Da steht man vor der Kneipe und verdurstet.“ Wartezeiten bis zu einer halben Stunde auf ein Bier, nicht erfüllte Essensbestellungen, überforderte Bedienungen, die es kaum schafften, leere Gläser abzuräumen – da kamen mancherorts Zweifel an der Organisation auf.

Dass Duderstadt auf solch ein Event gewartet hat, darüber war man sich an allen Stationen einig. Aber beim nächsten Mal sollten Innenstadt und Gastronomie besser auf die Invasion von musikbegeisterten Partygängern vorbereitet sein, forderte man – vielleicht die Bier- und Würstchenbuden öffnen, die verwaist auf der Marktstraße standen. Doch das trübte die Grundstimmung nicht: „Super, wir kommen wieder!“

Von Claudia Nachtwey