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Duderstadt Das sind die Pläne für das Heimatmuseum Duderstadt
Die Region Duderstadt Das sind die Pläne für das Heimatmuseum Duderstadt
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15:56 13.02.2020
Leiterin Sandra Kästner im Treppenhaus des Heimatmuseums – künftig sollen die oberen Etagen barrierefrei über einen Aufzug erreichbar sein. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Das Fachwerkhaus Bei der Oberkirche 3 in Duderstadt soll saniert werden – und damit will die Stadt Duderstadt zugleich auch das dort untergebrachte Heimatmuseum aus dem Dornröschenschlaf wecken. Es soll eine neue inhaltliche Ausrichtung bekommen. Erste Überlegungen zur Neukonzeption waren bereits im vergangenen Jahr angestellt. Zwischenzeitlich sind die Ideen für ein künftiges Museumskonzept erarbeitet worden.

Ziel der Neuausrichtung des Heimatmuseums soll sein, von einer reinen Präsentationsausstellung hin zu einer Erlebniswelt zu kommen. Drei Themenbereiche stehen dabei im Fokus: Hausbau, Handwerkskunst und Stadtgeschichte. Roter Faden soll dabei das Thema Handwerk sein.

An der Hausrückseite soll ein Fahrstuhl angebaut werden. Niklas Richter Quelle: Niklas Richter

Der Fachausschuss des Rates der Stadt Duderstadt ist über den aktuellen Sachstand während seiner Sitzung am Mittwoch informiert worden. Museumsleiterin Sandra Kästner und Astrid Vettel vom Landschaftsverband Südniedersachsen präsentierten dem Gremium , was in den vergangenen Monaten zusammen mit Elke Hartkopf vom Büro ConCultura erarbeitet wurde. Die externe Hilfe bei der Vorplanung für die Neukonzeption wird vom Land aus dem Fördertopf „Zukunftsräume Niedersachsen“ finanziert.

Förderantrag: Frist Mitte März

In einem nächsten Schritt sollen nun die bisher gesammelten und gereiften Ideen zu einen Förderantrag zusammengetragen werden. Dieser soll noch im März eingereicht werden, so Horst Joachim Bonitz, Leiter des Fachdienstes Bildung und Kultur der Stadt. Gibt es dafür grünes Licht, könnte im Herbst 2020 in die inhaltlich-didaktische Feinplanung eingestiegen werden, der sich dann die Gestaltungsplanung im Herbst 2021 anschließen würde, so erfuhren die Ausschussmitglieder.

Förderung für Sanierung des Fachwerkgebäudes Bei der Oberkirche

Für die Umsetzung der Neukonzeption des Heimatmuseums erhofft sich die Stadt Duderstadt eine Förderung von maximal 300000 Euro. Alles in allem wird das Projekt auf etwa 800000 Euro geschätzt. Zur Finanzierung ihres Anteils soll der Nachlass der Duderstädter Bürgerin Ilse Marie Bock einsetzen, die ihren gesamten Hausrat einschließlich der vorhandenen antiken Möbel und Kunstgegenstände sowie ihr gesamtes Spar- und Barvermögen der Stadt für das Heimatmuseum hinterlassen hatte.

Darüber hinaus ist eine Sanierung des Fachwerkgebäudes Bei der Oberkirche in Duderstadt erforderlich. Auf jeden Fall soll Barrierefreiheit hergestellt und ein Fahrstuhl angebaut werden. Und je nachdem, wie am Ende die inhaltliche Ausrichtung des Heimatmuseums aussieht, wird die neue Ausstellungsarchitektur und damit die baulichen Anforderungen ausgerichtet. Moderne Beleuchtung und eine neue Heizungsanlage auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch zeitgemäße Formen der Präsentation sollen mit der Sanierung einher gehen. Für die Sanierung der Immobilie sind im städtischen Haushalt rund 1,7 Millionen Euro vorgesehen. Die Kosten werden im Rahmen des Städtebauförderprogramms zu zwei Dritteln gefördert.

Im Projekt „ErlebnisWerkstatt“, wie das Zukunftskonzept überschrieben ist, soll das Museum künftig eine „zeitgemäße, interaktive Berufsorientierung und Vermittlung von Handwerkskunst“ ermöglichen, heißt es in der Präsentation von Vettel und Kästner. Darüber hinaus sollen die Besucher zu Akteuren werden, Handwerk erfahren und Wissen an Aktivstationen und in Workshops vertiefen. Außerdem sollen beispielsweise Handwerkslehrlinge zu Lehrenden werden und ihr Wissen an die Museumsbesucher weitergeben. Auch soll das Heimatmuseum Duderstadt wieder stärker als außerschulischer Lernort etabliert werden. Museum und Stadt sollen dabei Hand in Hand mit Kooperationspartnern wie der Handwerkskammer, Betrieben, Vereinen oder Kitas und Schulen zusammenarbeiten.

Stadtgeschichte erlebbar machen

Die verschiedenen Aspekte der Stadtgeschichte erlebbar gemacht werden – von der Stadtentwicklung über die Kulturgeschichte und den Bereich Religion bis hin zur politischen Geschichte. „Das Museum wird zur Identifikationsplattform für die Stadtgesellschaft“, heißt es in der jetzt vorgestellten Präsentation. Die Besucher sollen stärker eingebunden werden und die Bürger ihre Ideen einbringen, berichten Kästner und Vettel. Die Duderstädter Dörfer mit ihren speziellen Handwerkstraditionen sollen berücksichtigt werden, hieß es auf Nachfrage aus dem Gremium.

Das Heimatmuseum in Duderstadt von innen. Quelle: Niklas Richter

Aus dem Fachausschuss kam außerdem der Hinweis, der Museumsgarten möge in die Neuausrichtung einbezogen werden. Denkbar wäre ferner eine Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung naturgemäßer Lebensweise, traditioneller Handwerkstechniken und der historischen Bürgergärten, der sich im Mai vergangenen Jahres gegründet hatte. Auch die Nebengebäude des Heimatmuseums sollen möglichst ins neue Konzept eingebunden werden und beispielsweise als Erlebniswerkstatt für Workshops genutzt werden.

Offenes Entrée

Mit der inhaltlichen Neukonzeption einher geht außerdem die vorgesehene Sanierung des Museumsgebäudes. Brandschutz und Barrierefreiheit sind dabei ebenso das Ziel wie eine Umgestaltung der Museumsräume. Während der Präsentation wurden erste Überlegungen dazu vorgestellt. So soll es einen offenen Eingangsbereich mit Kasse, Shop, Sitzgelegenheiten und Garderobe geben, und im Obergeschoss wird an einen Multifunktionsraum gedacht, der auch für Veranstaltungen genutzt werden könnte.

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Von Britta Eichner-Ramm

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