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Duderstadt Für Kinder- und Familienarmut sensibilisieren
Die Region Duderstadt Für Kinder- und Familienarmut sensibilisieren
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19:15 29.10.2019
Propst Bernd Galluschke und Caritas-Leiter Ralf Regenhardt –hier bei der Benefizaktion zugunsten der Tageblatt-Hilfsaktion „Keiner soll einsam sein“ im vergangenen Jahr in Duderstadt – zählen zu den Initiatoren der 1. Sozialraumkonferenz in Duderstadt. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Das Thema Kinder- und Familienarmut mit all seinen Facetten soll im Mittelpunkt der ersten Sozialraumkonferenz für den Bereich Duderstadt / Eichsfeld stehen. Die Veranstaltung ist für den 7. November im Jugendgästehaus Duderstadt geplant. Es soll eine Podiumsdiskussion sowie anschließende Workshops geben.

Veranstaltet wird die erste Sozialraumkonferenz vom Dekanat Untereichsfeld, dem evangelischen Kirchenkreis Harzer Land, dem Caritasverband Südniedersachsen sowie der Landesarmutskonferenz Niedersachsen. Sie richtet sich an bestimmte Fachbereiche des Landkreises Göttingen, die Kindertagesstätten und Schulen sowie an soziale Institutionen der Region.

Wie Isabel Lubojanski vom Familienzentrum der Caritas in Duderstadt mitteilt, geht die Sozialraumkonferenz auf Initiative von Propst Bernd Galluschke zurück, der vor einiger Zeit einen „Thinktank“ zu unterschiedlichen Fragestellungen ins Leben gerufen habe. Mit dabei seien beispielsweise Vertreter der Stadt Duderstadt, des Landkreises Göttingen, aber auch Ehrenamtliche. Unter anderem habe Sozialdezernent und Kreisrat Marcel Riethig (SPD) das Thema Kinderarmut eingebracht. Aus den regelmäßigen Gesprächsrunden heraus sei die Idee einer einer Sozialraumkonferenz mit neuem Ansatz, erläutert Lubojanski.

Soziale Einflussfaktoren

„Es geht nicht nur um materielle Armut“, sagt die studierte Sozialmanagerin, die seit Juli bei der Caritas Südniedersachsen tätig ist. Vielmehr stehe die Frage im Vordergrund: „Unter welchen Umständen wächst ein Kind auf.“ Denn: Soziale Einflussfaktoren spielten beim Thema Kinder- und Familienarmut ebenfalls eine Rolle. „Es braucht ein ganzes Dorf, eine ganze Region, um ein Kind groß zu ziehen“,so das Motto der Sozialraumkonferenz.

Gemeinsames Ziel sei es, Betroffene zu beteiligen und zu lösungsorientierten Ergebnissen zu kommen. Die Idee sei, das Ganze an die Familienzentren anzudocken, zu verstetigen und „kleine, händelbare Ergebnisse“ zu erzielen, erklärt Lubojanski.

Armut kann jeden treffen

Einerseits gebe es offene Armut, andererseits aber auch eine versteckte Armut. Im Fall der verdeckten Armut werde nach außen ein falsches Bild abgegeben. Lubojanski spricht von einer psychischen wie auch sozialen Belastung der betroffenen Familien. „Es kann jeden jederzeit treffen“, betont Lubojanski und nennt Scheidung, Krankheit oder Arbeitslosigkeit als mögliche Ursachen von Armut. „Wir müssen sensibler miteinander umgehen und dürfen uns nicht nur über materielle Werte definieren“, sagt sie. Dazu beitragen soll die erste Sozialraumkonferenz am 7. November.

Cornelia Rundt Gast bei Podiumsdiskussion

Die frühere niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt kommt zur Sozialraumkonferenz nach Duderstadt. Quelle: dpa

Eine Einführung in die Thematik Armut und wie man diese erkennen kann, soll die Podiumsdiskussion bieten, für die unter anderem die frühere niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt zugesagt hat.

Das Podium

Die erste Sozialraumveranstaltung mit der Podiumsdiskussion zum Thema Kinder- und Familienarmut wird moderiert von Klaus-Dieter Gleitze, dem Geschäftsführer der Landesarmutskonferenz Niedersachsen. Auf dem Podium werden sich die ehrenamtliche Botschafterin der Landesarmutskonferenz und frühere niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt, der Sozialdezernent des Landkreises Göttingen, Kreisrat Marcel Riethig, Regina Dehmel, Schulsozialarbeiterin an der Janusz-Korczak-Grundschule Duderstadt, und Heike Jagemann, Leiterin der Frühförderberatungsstelle des Caritasverbands Südniedersachsen, über das Thema austauschen. Im Anschluss ist geplant, die Themen in Workshops zu vertiefen und für dieses zu sensibilisieren sowie Vorschläge für die Zukunft zu erarbeiten.

Die Themen der Workshops

Im Anschluss ist geplant, die Themen in vier Workshops zu vertiefen und für dieses zu sensibilisieren sowie Vorschläge für die Zukunft zu erarbeiten. Die Workshops sind:

„An manche Familien kommt man eben nicht ran“ – dabei geht es um Zugänge zu Kindern und Eltern.

„Was halten Sie davon?“ – hier steht eine armutsbewusste Haltung in Kita, Schule und Verwaltung im Vordergrund.

„Worüber reden wir hier eigentlich?“ – in diesem Workschop geht es darum, was gutes Aufwachsen von Kindern heißt und was man darunter verstehen will.

„Packen wir’s an!?“ – gemeinsam für starke Kinder und Familien sind hier das Credo.

Anmeldung bis 1. November

Interessierte können sich noch bis Freitag, 1. November, beim Familienzentrum der Caritas Südniedersachsen zur ersten Sozialkonferenz für den Bereich Duderstadt / Eichsfeld anmelden: per E-Mail an familienzentrum@caritas-suedniedersachsen.de. Die Veranstaltung am Donnerstag, 7. November, beginnt um 17 Uhr im Jugendgästehaus Duderstadt, Adenauerring 23.

Von Britta Eichner-Ramm

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