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Duderstadt Erster Empfang im Kirchenkreis Harzer Land
Die Region Duderstadt Erster Empfang im Kirchenkreis Harzer Land
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14:39 12.10.2018
Detlef Raphael und Volkmar Keil beim Empfang des Kirchenkreises Harzer Land im Rathaus in Duderstadt Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Superindentent Volkmar Keil hat am Donnerstag beim ersten Empfang des Kirchenkreises Harzer Land rund 80 Gäste begrüßt. Die Premiere fand im historischen Rathaus in Duderstadt statt. Detlef Raphael vom Deutschen Städtetag referierte über die „Region 2030 – lebenswert und digital“.

„Auf den heutigen Abend habe ich mich gefreut, weil er eine Ouvertüre ist“, begrüßte Duderstadts Bürgemeister Wolfgang Nolte (CDU) als Hausherr die Gäste im Rathaus. „Wir haben die Türen gern weit geöffnet, um den Kirchenkreis Harzer Land willkommen zu heißen.“ In Duderstadt gebe es eine partnerschaftliche und freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Kirchen.

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In Duderstadt angefangen

Der Empfang solle nun jährlich an wechselnden Orten ausgetragen werden, erklärte der Superintendent. „In Duderstadt im Eichsfeld wollten wir anfangen.“ Auf das gute Miteinander deute ja schon die Kirchenfahne vor der Tür hin. „Die haben nicht wir aufgehängt“, bedankte sich Keil. Die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Kirche sei wichtig, so der Superintendent weiter. „Viele Probleme beschäftigen uns gemeinsam.“

„Sicher haben sich viele gefragt, warum wir kein rein klassisch kirchliches Thema für unseren Vortrag gewählt haben“, sagte Keil und betonte, dass es ihm um den Austausch ginge. Der Kirchenkreis Harzer Land verbinde gerade Regionen, die vom demografischen Wandel betroffen seien. Dabei würden die Kirchengemeinden sogar verstärkt den ungebremsten Wandel zeigen. Die Bremsung durch Migration sei durch die meist andere Religion der Migranten im Bereich der Kirche nicht vorhanden.

Bedeutung der Mobilität

Genau wie später am Abend der Referent betonte Keil die Bedeutung der Mobilität für die Zukunft. „Es wird nicht alles im Dorf vorhanden sein, aber vielleicht im Nachbardorf“, sagte Keil, „aber man muss auch ins Nachbardorf kommen können.“ Die Kirche stehe vor dem gleichen Problem. Mit dem Projekt „Camillo und Peppone“ gebe es einen Versuch der Zusammenarbeit von Kirche und Kommune. Die Freiwilligenbörse in Radolfshausen sei bereits gut gelaufen, die in Gieboldehausen und Duderstadt stünden noch an.

Der Deutsche Städtetag beschäftige sich nach Angaben Raphaels unter anderem mit der Frage: „Wie kriegen wir es hin, dass keiner abgehängt wird?“ Dazu müsse man sich zunächst die Frage stellen, was Strukturschwäche sei. Darüber hinaus sei nicht jeder ländliche Raum auch zugleich strukturschwach. Es gebe durchaus starke Regionen und andererseits auch strukturschwache Städte.

Schnellerer Wandel

„Wir werden einen Wandel erleben, der sich viel schneller ereignet als gedacht“, sagte Raphael. Das betreffe die Kirche ebenso wie die Kommunen. Die Kirche müsse überlegen, wie sie ihre Gemeindegröße gestalten. In den Kommunen stelle sich zum Beispiel die Frage der Kinderbetreuung. So gebe es in den Orten sicher immer wieder Schwankungen in der Nachfrage. Daraus ergebe sich dann wieder die Frage der Mobilität, denn „wir können nicht überall Kindergärten aufbauen und wieder abbauen“.

Ein weiterer wichtiger Begriff sei der der Digitalisierung. Dabei müsse im ländlichen Raum viel mehr Glasfaser verlegt werden, damit jeder überall die gleiche Chance habe. Er verwies auf ein Beispiel aus Schleswig-Holstein, wo die Gemeinden alle Häuser von sich aus anbinden. Wichtig sei, dass die Potenziale einer Region gefördert werden. „Wir müssen Wissen fördern“, sagte Raphael. Jede Idee sei willkommen. „Undenkbares bitte denken“, forderte er die Zuhörer auf, „und mit Mut die Zukunft gestalten.“

Von Rüdiger Franke

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