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Duderstadt Ausschuss zu Gast bei Lebenshilfe Eichsfeld
Die Region Duderstadt Ausschuss zu Gast bei Lebenshilfe Eichsfeld
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08:00 22.02.2019
Aktivitäten bei der Eichsfelder Mädchen-Nacht im November 2018 im JuFi Duderstadt. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Ausschussvorsitzender Matthias Schenke (SPD) äußerte zu Beginn der Sitzung seinen Unmut, dass nur eine Handvoll Gremiumsmitglieder den Weg in die Einrichtung am Kutschenberg gefunden hatten. „Das ist wenig respektvoll gegenüber denjenigen, die hier heute berichten“, kommentierte er. Im Verlauf der Sitzung trudelten dann immerhin noch zwei weitere Ausschussmitglieder ein.

Hospizverein Eichsfeld

Im Mittelpunkt der Sitzung standen die Berichte der verschiedenen Institutionen über ihre Arbeit. Gewürdigt wurde dabei zum Beispiel, welche wertvolle Arbeit der Hospizverein Eichsfeld mit seinen derzeit 158 Mitgliedern und 24 ehrenamtlichen Hospiz- und Trauerbegleitern leiste. Die Vorsitzende Mechthild Stumvoll erinnerte daran, dass in Duderstadt 1992 der erste Hospizkurs stattgefunden habe, aus dem ein Jahr später die erste Hospizgruppe hervorgegangen sei. Bald schon hätten sich im Eichsfeld viele kleine Gruppen gebildet, 2001 sei dann der Verein gegründet worden.

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Marita Thiele, Koordinatorin und zweite Vorsitzende des Hospizvereins, wünschte sich, dass der Hospizgedanke in die Familien und in die Ortschaften getragen und auch das Angebot der Trauerbegleitung bekannt gemacht wird. Vor allem aber sei es wichtig, sagte sie, die Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit zu unterstützen und zu fördern. Auf Nachfrage, welche Unterstützung Kommune und Kommunalpolitik leisten könnten, sagte Marita Thiele, dass im Bereich der ambulanten Tagespflege für Palliativpatienten mehr gemacht werden müsste.

Lebenshilfe Eichsfeld

Gastgeber Manfred Thiele von der Lebenshilfe informierte über die Aktivitäten mit und für die Menschen mit Beeinträchtigung. Er hielt eine Rückschau über die Entwicklung der Lebenshilfe Eichsfeld von der Gründung vor 50 Jahren – vergangenes Jahr wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert – bis heute. Mit hörbarer Begeisterung erzählte er von Unternehmungen mit den Behinderten für die Ehrenamtlichen, aber auch deren dankbares und begeistertes Feedback. „Diese Wertschätzung, die uns Ehrenamtlichen entgegengebracht wird“, seien Schätze.

Der Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Eichsfeld sprach dann auch die finanzielle Situation an. Trotz Mitgliedsbeiträgen, Spenden und regelmäßigen Auszahlungen aus der Stiftung des verstorbenen Hans-Jürgen Böning sei man auf Einnahmen aus Ständen etwa beim Weihnachtstreff oder dem Adventsbasar angewiesen. In diesem Jahr werde sich die Lebenshilfe beim Eichsfeld-Festival aus Anlass des 100-jährigen Bestehens mit einem Stand und auch auf der Bühne beteiligen, kündigte Thiele an. Ein Bürgerfest soll es 2019 nicht geben. Überhaupt sei das Bürgerfest in Zukunft kaum noch in bisheriger Form zu leisten, sagte er. „Unsere Mitglieder werden immer älter“, nannte er einen Grund, und das Risiko, die Kosten unter anderem für Gema-Gebühren, Bands und Bühnenaufbau nicht stemmen zu können, sei ein weiterer.

Kinder- und Jugendbüro

Sabine Tegtmeier vom Kinder- und Jugendbüro sprach schließlich über die Angebote im Mehrgenerationenhaus JuFi und gab einen kurzen Überblick über die Situation der Duderstädter Jugendräume. Lob gab es vom Gremium auch für das Ferienbetreuungsangebot in Duderstadt. Die Stadt sei dabei im Vergleich zu anderen Kommunen „ganz hervorragend aufgestellt“, betonte Manfred Görth (CDU).

„Das Ferienprogramm liegt uns sehr am Herzen“, sagte Tegtmeier. Im vergangenen Jahr habe an 58 Ferientagen eine verlässliche Betreuung angeboten werden können – jeweils von 8 bis 16 Uhr. Umliegende Kommunen böten nicht solche umfangreichen Betreuungszeiten an. Durchschnittlich 30 Teilnehmer besuchten die einzelnen Ferienaktivitäten, die von Angeboten im JuFi bis hin zu Ausflügen reichten.

Mehrgenerationenhaus JuFi

Auch den Rest des Jahres fänden Kinder, Jugendliche aber auch Senioren im Mehrgenerationenhaus ein breit gefächertes, wenn auch „etwas frauen-lastiges“ Angebot. Sehr gut angenommen werde beispielsweise die Mädchen-Nacht, an der im vergangenen Jahr 42 Mädchen im Alter von sieben bis 17 Jahren teilgenommen hätten. An 34 Stunden in der Woche stehe im JuFi eine pädagogische Betreuung zur Verfügung. Inzwischen sei das Haus sogar auch sonnabends von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

„Überhaupt keine Hemmschwelle“ hätten die Jugendlichen mit den Senioren oder umgekehrt. Im Gegenteil, die gemeinsame Fahrt nach Prag im vergangenen Jahr habe mit dem Besuch eines Fast-Food-Restaurants einen gelungenen Abschluss gefunden, nannte Tegtmeier ein Beispiel. Etwa 9000 Besucher, darunter Stammgäste, seien übers Jahr 2018 für die Statistik gezählt worden. Görth regte an, dass auch in den Dörfern für die Angebote im JuFi geworben werden könnte.

Schließlich gab Tegtmeier den Ausschussmitgliedern auch eine Übersicht über die elf kommunalen Jugendräume (ohne das JuFi). In Esplingerode, Immingerode und Tiftlingerode gebe es zurzeit keinen Jugendraum, geschlossen seien momentan die Jugendräume in Gerblingerode, Brochthausen und Nesselröden.

Die Autorin erreichen Sie unter b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de

Von Britta Eichner-Ramm