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Duderstadt In Duderstadt zieht ein Fachwerkhaus um
Die Region Duderstadt In Duderstadt zieht ein Fachwerkhaus um
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12:00 15.04.2019
Das "Haus der Restauratoren des Handwerks" zieht um. Das Fachwerkhaus wird an der Talwiese wieder aufgebaut. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

 Vor 30 Jahren hatten Duderstädter Berufsschüler der verschiedenen Handwerksberufe das Fachwerkhaus am Adenauerring errichtet. Es sei sozusagen „ein Musterhaus alter Handwerkstechniken“ – vom Zimmermann über den Dachdecker bis zum Maurer –, sagt der Duderstädter Architekt Michael Schmutzer. Über dem Portal ziert eine Inschrift einen Balken und gibt Auskunft über den Bau in den Jahren 1988/98 und den Verantwortlichen Zimmermeister Peter Ernst. Ein Schild, das vom Adenauerring zu sehen ist, bezeichnet das Gebäude als „Haus der Restauratoren des Handwerks“.

Fachwerkhaus muss weichen

Jetzt lässt die Erste Futuring Duderstadt 2030 Zweckgesellschaft, über welche im vergangenen Jahr der Duderstädter Unternehmer und Ottobock-Inhaber Hans Georg Näder Eichsfeldhalle und Schützenhaus samt der Grundstücke die Gebäude und Grundstücke von Schützenhaus und Eichsfeldhalle erworben hatte, das Fachwerkhaus versetzen. Grund für den anstehenden Umzug des Gebäudes: Die Fläche am derzeitigen Standort auf dem Gelände des Ottobock Campus, werde für die geplante Erweiterung der benachbarten Tennishalle benötigt.

Das Fachwerkhaus werde komplett abgebaut und am Standort an der Talwiese wieder aufgebaut, erläutert Schmutzer und bezeichnet das Projekt als ein nicht ganz alltägliches Unterfangen. Translozierung nennt sich das in der Baudenkmalpflege.

Gefache vom Mauerwerk befreit

Die Arbeiten für den Abbau des Fachwerkhauses haben begonnen und inzwischen ist das Mauerwerk aus den Gefachen herausgenommen worden. Im Wesentlichen steht nun nur noch das eigentliche Fachwerkgerippe samt Dach. In dieser Woche soll den Angaben Schmutzers zufolge das Dach abgedeckt werden. Mauerwerk und Dachziegel werden am neuen Standort nicht wieder verwendet sondern durch neues Baumaterial ersetzt.

Jeder Balken wird gekennzeichnet

Etwa Mitte der Woche werde ein Gerüst aufgebaut, so Schmutzer weiter. Denn dann gelte es, sämtliche Balken des Fachwerkhauses zu dokumentieren und zu kennzeichnen, um sie am neuen Standort wieder zusammenbauen zu können. „Das ist ein Puzzle vom Feinsten“, kommentiert der Architekt das Unterfangen. Da der Bau des Fachwerkhauses in alten Handwerkstechniken erfolgte, seien die Balken miteinander mit Holznägeln verbunden, was beim anstehenden Abbau von Vorteil sei.

Neuer Standort am Schützenhaus

Die Balken des Fachwerkbaus werden dann zum neuen Standort an der Talwiese gebracht. Dort haben unterdessen auch die Vorarbeiten für den Wiederaufbau am neuen Standort begonnen. Zwischen Schützenhaus und Eichsfeldhalle – in etwa an Stelle der im vorigen Jahr abgerissenen Schützengaststätte – wurden Fundament und Bodenplatte vorbereitet. Auch die Versorgungsanschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser wurden inzwischen hergestellt, berichtet Schmutzer. Der Rohbau des Fachwerkhauses soll zum Schützenfest im Juli stehen, sagt der Architekt. Er bezeichnet den Zeitplan als „eine ambitionierte Zielsetzung“, sagt aber, dass das zu schaffen sei.

Neue Gastronomie mit altem Namen „Rinderstall“

Am neuen Standort werde das Fachwerkhaus direkte Verbindung mit dem Biergarten haben und soll künftig einen Gastronomiebetrieb beherbergen. Interessierte Gastronomen, die die künftige Gaststätte „Rinderstall“ betreiben möchten, könnten sich noch bei Duderstadt 2030 melden. Die der Ausgestaltung des Innenausbaus soll in Absprache mit dem künftige Pächter erfolgen, so Schmutzer. Die Anschlüsse seien multifunktional geplant worden. Der Bau habe eine Fläche von rund 300 Quadratmetern. Es gebe im Erdgeschoss „eine größere Halle“, und etwa auf der Hälfte der Grundfläche befindet sich ein Obergeschoss, so dass insgesamt Platz für rund 40 Sitzplätze sein wird. Hinzu komme die Außenfläche des Biergartens.

Eine alte Fotografie von 1904, die im Schützenhaus hängt, war Ideengeber, den historischen Namen der einstige Gaststätte „Rinderstall“ wiederzubeleben. Damit könne auch die Schützengesellschaft wieder eine benachbarte Schankwirtschaft nutzen. „Eine Gastronomie ist für uns sehr wichtig“, begrüßt Schützenhauptmann Hans-Georg Kracht die Initiative des Ehrenratsmitglieds Hans Georg Näder. Parallel laufen derzeit auch die Arbeiten zur Erweiterung des Schützenhauses.

Projekt wird dokumentiert

„Dass ein Fachwerkhaus abgebaut und wieder aufgebaut wird, gibt es relativ selten“, so Schmutzer. „Es hat eine gewisse Bedeutung, was hier passiert.“ Um das Vorhaben zu dokumentieren, seien am Standort Ottobock Campus Webcams installiert, die die Arbeiten mit Fotos dokumentieren. Daraus soll dann ein Zeitraffer-Film erstellt werden, der künftig im Rahmen der Denkmalpflege oder für Vorführungen im Zusammenhang mit Veranstaltungen des Fachwerk-Fünfecks genutzt werden soll.

Von Britta Eichner-Ramm

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