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Duderstadt Fair trade und Fair Play
Die Region Duderstadt Fair trade und Fair Play
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19:32 21.03.2017
Quelle: Richter
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Duderstadt

„Wer vor Ort einmal gesehen hat, unter welchen Bedingungen diese Menschen leben müssen“, so Sabine Freese, „wird immer wieder mal einen Blick über den eigenen Tellerrand werfen.“ Die Schulleiterin der BBS hatte dazu mit Anja Belz vom Entwicklungspolitischen Informationszentrums Göttingen (EPIZ) eine den Schülern bereits bekannte Ansprechpartnerin zum Schulturnier geholt.

„Wir versuchen Impulse zu geben“, so Beltz. Nicht den „pädagogische Zeigefinger“ wolle sie dabei erheben, sondern „den Ball ins Rollen bringen“. Das komplette Turnier hindurch spielten die Schüler aller Abteilungen bereits mit einem solchen fairen Volleyball. Der sei marginal teurer, so Belz und brachte den Vergleich: „Wenn ein T-Shirt vier Euro kostet, muss man sich auch fragen, unter welchen Bedingungen die produziert wurden.“

Initiativen für das Bewusstsein

46 Millionen Menschen, so die EPIZ-Vertreterin, lebten unter sklavenähnlichen Bedingungen. Meist ohne jegliche Rechte, oft aber unter Gefährdung der eigenen Gesundheit, etwa mit Lösemitteln und Weichmachern. „Unser Wohlstand beruht auch auf der Ausbeutung des globalen Südens“, so Belz. Und wenn sie durch solche Initiativen ein Bewusstsein dafür entstehe, sei bereits vieles erreicht.

Im November hatten acht Teams von Duderstädter Schulen ein Fußballturnier veranstaltet. Damals hatten Anja Belz gemeinsam mit dem Werte-und-Normen-Unterricht ein Projekt erarbeitet. Die Schüler stellten dann während des Turniers das Erarbeitete an Info-Ständen aus, die Impulse zum Konsumentenverhalten geben sollten: Fair Trade vor und Fair Play in der Halle.

„Wir sind bereits ein gut eingespieltes Team“, ergänzte Freese. Auch, dass die Geflüchteten ganz normal als Teams am Turnier teilnehmen, freute die Schulleiterin. „Wir haben natürlich vorher auch viel darüber gesprochen“, so Sportlehrer Frank Lackermeier. Denn in anderen Kulturen werde oftmals anders in einen solchen sportlichen Wettkampf hineingegangen.

18 reine Jungsmannschaften sowie sechs gemischte Mannschaften gingen an den Start. „Beachvolleyball kommt ja erst im Sommer dran“, schmunzelte Lackermeier. Dennoch sei Sport mit festen Regel durchaus auch pädagogisch wertvoll für die Heranwachsenden, egal mit welchem Hintergrund.

„Das war natürlich nur der erste Schritt“, so Anja Belz, „der die Schüler zum Nachdenken bringen sollte.“