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Duderstadt Familienbildungsstätte mit Finanzsorgen
Die Region Duderstadt Familienbildungsstätte mit Finanzsorgen
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21:11 26.03.2012
Von Ulrich Lottmann
230 Veranstaltungen jährlich: Fabi-Leiterin Kati Löwe hängt die Wochenpläne aus, 3000 Menschen pro Jahr nutzen das Angebot.
230 Veranstaltungen jährlich: Fabi-Leiterin Kati Löwe hängt die Wochenpläne aus, 3000 Menschen pro Jahr nutzen das Angebot. Quelle: BL
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Duderstadt

Vorwald erläutert: Betrieb und Bestand der Fabi seien die kommenden ein, zwei Jahre gesichert, „aber die Rücklagen schmelzen“. Der Trägerverein wolle rechtzeitig reagieren, weitere finanzielle Partner suchen. Zwar habe die Fabi Sponsoren – Bürgerstiftung Duderstadt, Sparkassenstiftung und weitere. Zudem existiert ein Förderverein. „Aber das reicht auf Dauer nicht aus“, stellte Vorwald fest. Deshalb seien Anträge an den Landkreis und die Gemeinden des Untereichsfelds gestellt worden.

Diese Anträge haben das Finanzierungsproblem der Einrichtung in der Duderstädter Kardinal-Kopp-Straße öffentlich gemacht. Im Duderstädter Rat erklärte Schenke, ein Zuschussantrag an den Landkreis in Höhe von 10 000 Euro sei im Kreistag abgelehnt worden. Dort jedoch sei der Beschluss gefasst worden, 5000 Euro als Zuschuss zu gewähren, wenn sich die Stadt Duderstadt sowie die Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen ebenfalls zu Zuschüssen bereit erklärten. Die drei Kommunen seien in der Pflicht, „sonst ist diese Einrichtung tot“, hatte Schenke einen SPD-Antrag für einen 3000-Euro-Zuschuss begründet. Er wurde, trotz engagierter Unterstützung aus anderen Fraktionen, von der CDU-Ratsmehrheit abgelehnt.

Ähnliches Bild in Gieboldehausen

Ein ähnliches Bild gab es im Rat der Samtgemeinde Gieboldehausen. Hier beantragte Reinhard Dierkes (SPD) einen Zuschuss: „Um es ganz deutlich zu sagen: Wenn wir unsere 1000 Euro nicht zahlen, wird der Kreis seine 5000 Euro auch nicht zahlen.“ Auch hier lehnte die CDU-Mehrheit den Antrag ab mit dem Hinweis, auch die Stadt Duderstadt gebe ja keine Zuschüsse.

„Wir führen Gespräche“, gibt sich Vorwald unbeeindruckt. Wie er die Erfolgschancen angesichts der politischen Debatte einschätze: „Ich bin zuversichtlich“, erklärt der Vorsitzende des Trägervereins.  Seinen Optimismus stützt er auf die große Nachfrage nach den Kursen der Familienbildungsstätte: „Der Bedarf ist da. Das ermutigt uns, und deshalb kämpfen wir auch.“

Der Hintergrund: 2005 hatte das Bistum Hildesheim als damalige Trägerin die Schließung der Fabi beschlossen. Durch Gründung eines Trägervereins konnte die Einrichtung gerettet werden. Das Bistum förderte die Fabi noch bis  Ende 2008, seitdem ist der Verein bei der Finanzierung auf sich gestellt. Im Jahr 2011 fanden 230 Veranstaltungen an der Fabi statt, 3000 Menschen nutzten das Angebot der Bildungsstätte.