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Duderstadt Fast-Food-Verpackungen schnell entsorgt
Die Region Duderstadt Fast-Food-Verpackungen schnell entsorgt
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00:22 29.03.2019
Ein Burger-King-Mitarbeiter sammelt rund um den Euzenberg-Kreisel in Duderstadt Müll ein. Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

„Fenster auf und weg“ – diese Haltung mancher Zeitgenossen ärgert Tageblatt-Leser Hubert Dornieden. Denn: Verpackungsabfälle haben im Straßengraben nichts zu suchen.

33 493 Tonnen Pappier, Pappe und Kartonage sowie 13 809 Tonnen Leichtstoffverpackungen (wie zum Beispiel Trinkbecher) – das sind Mengenangaben von Verpackungen, die McDonald’s Deutschland für das Jahr 2017 in seinem Nachhaltigkeitsbericht aufführt. Zahlen für Burger King sind auf der Website des Unternehmens nicht zu finden. Aber mutmaßlich dürften die Mengen an Verpackungsmüll im vergleichbaren Rahmen liegen. Allein der Whopper geht dem Unternehmen zufolge jedes Jahr 2,1 Milliarden mal über die Ladentheke, mehr als die Hälfte davon wird durch das Fenster eines Drive-in gereicht.

Treffpunkt Breiter Anger

Ein Teil der Fast-Food-Verpackungen landet am Ende nicht im Mülleimer, sondern am Straßenrand und auf Parkplätzen rund um die Filialen. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes der Stadt Duderstadt kennen das. Montags, mittwochs und freitags machen sie ihre Müllsammelrunde und werden dabei nicht selten fündig, was Fast-Food-Verpackungen angeht. Manche Konsumenten werfen das einfach aus dem Autofenster, weiß Bauhofleiter Frank Widera. Und das unter anderem dort, wo sich die entsprechende Klientel abends treffe. Zum Beispiel im Bereich des Gewerbegebietes Breiter Anger finden die Duderstädter Bauhofmitarbeiter regelmäßig Hinterlassenschaften des schnellen Essens zum Mitnehmen. Das Gebiet unweit des Mc-Donald’s-Restaurants an der Brandenburger Straße ist gut mit dem Auto zu erreichen.

Im Bereich der öffentlichen Flächen sammelt Wideras Team den Abfall ein, entlang der Straßen außerorts wie der Bundesstraße 446 sind hingegen die Straßenmeistereien zuständig, auf Privatgelände ist die Müllentsorgung Sache des Eigentümers – so zum Beispiel auch in Nachbarschaft der Burger-King-Filiale, die im Herbst vergangenen Jahres am Euzenberg-Kreisel eröffnet wurde. Klaus-Hagen Hage, Eigentümer des Gewerbeparks Euzenberg, kennt das Problem mit den Fast-Food-Verpackungen. Aber nicht nur auf dem Gelände rund um den Euzenberg-Kreisel fallen Hage Essens-Verpackungen ins Auge.

Imbiss-Müll auch am Gewerbepark Euzenberg

Achtlos entsorgt würden nicht nur die Verpackungen von den beiden Schnellrestaurants sondern auch von Imbiss-Betrieben in der Stadt – vom Pizza-Karton bis hin zum Papier, in dem Döner oder Gyros den Kunden zum Mitnehmen ausgegeben werden. Drei- bis viermal in der Woche lasse er sein Gelände am Gewerbepark Euzenberg säubern, manchmal sogar täglich, sagt Hage. Er greife dabei manchmal auch selbst zu Müllsack und Greifzange. Wenn der Parkplatz vor dem Verwaltungsgebäude fertig sei, kündigt er an, will er dort auch einen Müllbehälter aufstellen und hofft, dass dieser dann auch genutzt wird.

Die Restaurantleiter von McDonald’s und Burger King in Duderstadt kennen das Problem, dass einige ihrer Kunden die Verpackungen von Burger, Pommes und Co. einfach aus dem Autofenster heraus entsorgen. Direkte Appelle an die Kundschaft, bereits mit der Essensausgabe, lehnen Damian Godehardt von McDonald’s und Engin Furat von Burger King in Duderstadt ab. „Ich übernehme nicht die Verantwortung für das Verhalten der Gäste“, meint Furat und befürchtet, dass sich mancher bei direkter Ansprache bevormundet fühlen könnte. Ähnlich sieht das auch Godehardt. Er will seine Gäste damit nicht unter Generalverdacht stellen.

Schnellrestaurants: morgendliche Außenrunden

Beide Schnellrestaurants bemühen sich, den Verschmutzungen rund um ihre Betriebe entgegenzuwirken – und zwar nicht nur auf dem eigenen Gelände, sondern auch in der Nachbarschaft. Jeden Morgen rücke ein Mitarbeiter aus, um die Burger-King-Verpackungen von dort aufzulesen, wo sie nicht hingehören, berichtet Furat. Die tägliche Außenrunde dauere etwa eine Stunde. Darüber hinaus werde im Restaurant mit Plakaten dafür geworben, dass die Verpackungen korrekt entsorgt werden sollen. Dafür sollen weitere Mülleimer auf dem Gelände aufgestellt werden, kündigt Furat an.

Mülltonnen stünden auf dem Parkplatz und an beiden Ausfahrten des Mc-Donald’s-Geländes, so Godehardt. Auch er schicke jeden Morgen einen Mitarbeiter auf eine Außenrunde, um nicht nur Verpackungen mit dem goldenen M einzusammeln. Dabei würden auch die Bereiche sauber gemacht, wo bekannt sei, dass sich Jugendliche treffen. Zum Beispiel der nahe gelegene Lidl-Parkplatz, aber auch der Bereich des Fitness-Studios. Auch an der Duderstädter Aktion Frühjahrsputz habe sich McDonald’s schon beteiligt.

Verschmutzungsgrad seit Jahren stabil

Hat sich das Aufkommen an Fast-Food-Müll seit Eröffnung von Burger King am Euzenberg erhöht, wie mancher Duderstädter befürchtet hatte? Der Bauhofleiter glaubt das nicht. „Es wird ja nicht mehr gegessen, nur weil ein neuer Betrieb aufgemacht hat“, sagt er. Überhaupt sei der Verschmutzungsgrad seit Jahren stabil.

Wo einer achtlos wegwirft, muss ein anderer sammeln

In Göttingen sehen die Gebietsleiter von Fast-Food-Ketten das achtlose Wegwerfen von Verpackungen nicht als großes Problem. An der Autobahn rückt regelmäßig die Autobahnmeisterei aus, um Müll zu sammeln.

Erdal Kalincilar ist Gebietsleiter von McDonald’s und für die Restaurants in Göttingen, Mühlhausen und Nörten-Hardenberg verantwortlich. Er findet es ärgerlich, dass manche Autofahrer ihren Müll einfach in die Gegend werfen, vor allem, weil an den Restaurants genügend Mülleimer aufgestellt sind. Ihm zufolge nutzt der Großteil der Gäste die Behälter. Die zehn Prozent, die es nicht tun, könne er nicht zur Verantwortung ziehen. Stattdessen rücken seine Mitarbeiter täglich aus und sammeln herumliegenden Müll ein. „Unseren Müll räumen wir selber weg“, sagt Kalincilar. Beschwerden über Abfall gebe es keine. Dazu sagt er: „Da wir auf Müll auf unseren Grundstücken achten, haben wir mit Anwohnern keine Probleme.“

Genügend Mülleimer

In der Nähe des neuen Burger King auf dem Euzenberg liegt immer wieder der Verpackungsmüll der rund um das Restaurant eingenommenen Mahlzeiten. Quelle: Christina Hinzmann

Die Autobahnmeisterei Göttingen gibt an, dass insbesondere die Zufahrten und Anschlussstellen der Autobahn häufig von Müll betroffen sind, den Autofahrer aus dem Fenster werfen. Nach Angaben der Meisterei ist der Müll aber nicht nur den Fast-Food-Ketten zuzuordnen. In regelmäßigen Abständen rücken Mitarbeiter aus, um die Grünstreifen der Autobahn vom Abfall zu befreien, teilt ein Sprecher der Meisterei mit. Dies geschehe insbesondere, bevor Grünstreifen gemäht werden sollen, damit der Müll nicht geschreddert werde. Gerade in kurvigen Situationen wie am Lutterberg und am Mittelstreifen sei das Müllsammeln eine aufwendige Angelegenheit, erklärt der Sprecher.

Verantwortlich für die Autobahnraststätten Göttingen-West und Göttingen-Ost ist die Firma „Tank und Rast“. „Unsere Raststätten und Tankstellen verfügen über Abfallbehälter im Innenbereich und auf dem dazugehörigen Betriebsgrundstück. Behälter werden von unseren Partnern regelmäßig geleert“, gibt Bettina Schaper, Leiterin der Media Relations von Tank und Rast, an. Da die Kunden in Göttingen die Abfallbehälter nutzen, handelt es sich bei der Reinigung lediglich um den üblichen Aufwand.

Täglich aufsammeln

Abfall, der neben die Behälter geworfen wird und auf dem Betriebsgrundstück liegt, wird laut Schaper täglich aufgesammelt. „In der Hauptreisezeit, wenn mehr Reisende unterwegs sind, werden Abfallbehälter entsprechend häufiger geleert“, erklärt Schaper.

Von Britta Eichner-Ramm

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