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Duderstadt Faszinierende Erlebnisse
Die Region Duderstadt Faszinierende Erlebnisse
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12:58 24.05.2016
Von Axel Artmann
Zum Tagesprogramm zählten psychomotorische Übungen, ein Erzähl- oder Singkreis und einmal wöchentlich der Einkauf für das gemeinsame Frühstück.
Zum Tagesprogramm zählten psychomotorische Übungen, ein Erzähl- oder Singkreis und einmal wöchentlich der Einkauf für das gemeinsame Frühstück. Quelle: Pförtner
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Duderstadt

Neben Mädchen und Jungen, deren Entwicklung in den Bereichen Wahrnehmung, Sprache, Motorik und Lernen verzögert ist oder die ein medizinisch diagnostizierten Syndrom haben, profitieren vermehrt Kinder mit „emotional-sozialen Auffälligkeiten“ von den kleinen Gruppen, so Leiterin Marie-Theres Waning-Ernst. Jeweils zwei pädagogische Fachkräfte, die in verschiedenen heilpädagogischen Fördermaßnahmen qualifiziert sind, und ein Freiwilligendienstler betreuen die Gruppen.

„Strukturierende Hilfen“ wie das Visualisieren von Tagesplänen und Handlungsfolgen sollen zeitliche und räumliche Orientierung geben. Vor allem Kinder mit Autismus profitierten von dem Konzept. Alltagssituationen, Erzählungen und Beobachtungen mit Gebärden zu unterstützen komme nicht nur im Hören beeinträchtigten Kindern zugute. „Gebärden unterstützten generell die Sprachentwicklung“. Bei Kindern mit umfassenden Sprachentwicklungsstörungen gibt es die Möglichkeit des Einsatzes von technischen Hilfsmitteln wie eines Sprachcomputers. Zum Tagesprogramm zählten psychomotorische Übungen, ein Erzähl- oder Singkreis und einmal wöchentlich der Einkauf für das gemeinsame Frühstück. Fester Bestandteil sind Zeiten für freies Spielen, naturnahe und erlebnispädagogische Angebote auf der Heinz Sielmann Stiftung, Waldtage oder Ausflüge zu einem Projekt am Seeburger See.

„Die Kinder sind fasziniert von der Natur. Sie beobachten Veränderungen und es entwickeln sich interessante, kleine Gespräche“, so die Leiterin. Seit mehr als zehn Jahren besuchen die vier Kindergartengruppen einmal wöchentlich das Schwimmbad auf Teistungenburg. Dies sei für alle ein „absoluter Höhepunkt“, einige würden vor der Einschulung sogar die Seepferdchenprüfung absolvieren. Gerade für Kinder mit Spastiken ist der Aufenthalt im warmen Wasser ein entspannendes Erlebnis. Die Leiterin hofft, dass kleine Gruppen mit intensiver Förderung im Inklusionsprozess ihren Wert behalten.

„Es ist wichtig nach dem Kind zu schauen und nicht nach dem System“, so die Leiterin, die viel Wert auf individuelle Förderung legt. „Man hat hier für jedes Kind viel Zeit, kann es ganz individuell fördern und gute Beziehungen zu ihnen aufbauen“, sagt Heilpädagogin Christa Borchard aus Duderstadt, die seit fünf Jahren im heilpädagogischen Kindergarten St. Raphael arbeitet und vorher 30 Jahre im Regelkindergarten tätig war. „Das größte Erfolgserlebnis ist, wenn sich die Kinder selbstbewusst Neuem zuwenden“, so die 21-jährige Heilerziehungspflegerin Lisa Kühle aus Rhumspringe.