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Duderstadt Feier zu 150 Jahren Kolpingsfamilie Duderstadt
Die Region Duderstadt Feier zu 150 Jahren Kolpingsfamilie Duderstadt
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17:06 15.12.2019
Andreas Bulitta spricht darüber wie die Kolpingfamilien in der Zukunft weiter erfolgreich sein können. Quelle: Jakob Reischl
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Duderstadt

Ihr 150-jähriges Bestehen hat die Kolpingsfamilie Duderstadt am Sonnabend mit einer Messe in der Basilika St. Cyriakus und einem Festakt im Kolping-Familienparadies Pferdeberg gefeiert.

Die Predigt während der Messe hielt der Diözesanpräses Pfarrer im Ruhestand Monsignore Heinz Peter Miebach. Er ging unter anderem darauf ein, welchen Herausforderungen die Mitglieder der Kolpingsfamilie in den vergangenen 150 Jahren ausgesetzt waren. Besonders hob er hierbei die deutsch-deutsche Teilung hervor, die Duderstadt besonders getroffen habe. „In dieser Zeit mussten Brücken gebaut werden, um den Kontakt zu Angehörigen im Osten nicht zu verlieren“, sagte Miebach. Bei allen Herausforderungen sei der christliche Glaube immer eine tragende Säule der Kolpingsfamilie gewesen. Zudem dankte er den Mitgliedern und insbesondere dem Vorstand für die geleistete Arbeit.

Das Thema Mitgliedergewinnung

Damit die bisherige Arbeit auch weiterhin erfolgreich fortgeführt werden könne, sei es notwendig, neue Mitglieder zu gewinnen. Mit diesem Thema setzte sich auch der Vorsitzende des Kolping-Diözesanverbandes Hildesheim Andreas Bulitta in seinem Festvortrag „Wie geht es weiter?“ beim Festakt auseinander. Er betonte, dass sich in den vergangenen Jahren das Gemeinschaftsgefühl verändert habe. Während Menschen sich früher getroffen hätten, um sich miteinander auszutauschen, erfolge der Austausch mittlerweile häufiger über digitale Medien und damit verbundene Social-Media-Plattformen. „Doch bei dieser Form des Austausches gibt es häufig keine persönlichen Kontakte“, erklärte Bulitta. Das Engagement für das Ehrenamt leide heutzutage aber nicht nur unter der zunehmenden Digitalisierung, sondern auch unter der größer gewordenen Mobilität und Flexibilität der Menschen.

Damit die Kolpingsfamilie auch zukünftig noch Mitglieder gewinne, sei es wichtig, dass deutlich werde, wofür die jeweilige Kolpingsfamilie vor Ort stehe. Dabei sei es auch möglich, dass die Kolpingsfamilien nicht mehr nur vor Ort, sondern auch regional mit ihrem jeweiligen Schwerpunkt tätig werden. „Außerdem muss es weiterhin Persönlichkeiten geben, die vor Ort mit anpacken und sich beispielsweise für soziale Projekte engagieren“, sagte Bulitta.

Gründung 1869 mit 32 Mitgliedern

Während Bulitta sich mit der Zukunft der Kolpingsfamilie beschäftigte, blickte Wolfgang Damm, Domkapitular im Ruhestand, auf die Geschichte der Kolpingsfamilie Duderstadt zurück. Gegründet wurde die Kolpingsfamilie am 21. November 1869 als Gesellenverein. Der Gründungsvater des katholischen Gesellenvereins, des heutigen Kolpingwerks, Adolph Kolping, war vier Jahre zuvor verstorben. Seit der Gründung durch Kolping habe sich dessen Idee immer weiter ausgebreitet. „Bei der Gründung hatte der Duderstädter Gesellenverein 32 Mitglieder“, berichtete Damm. Fünf Jahre später habe der Verein aus unbekannten Gründen die Neugründung beantragt. Bis 1909 habe es dann zudem eine Phase gegeben, in dem der Verein kaum öffentlich in Erscheinung getreten sei. „Die Idee hierzu kam vom Gesellenverein aus Göttingen“, berichtete Damm. Nach dem Ersten Weltkrieg habe der Verein seine Arbeit direkt wieder aufgenommen und den Mitglieder Orientierung und Halt gegeben. Mit der Machtergreifung Hitlers sei eine Beschneidung kirchlichen Lebens einhergegangen. „1934 haben die Mitglieder ihre Arbeit deshalb eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann aber deutlich, wie wichtig eine Wertegemeinschaft ist“, sagte Damm.

Auch in der heutigen Zeit, in der es einen Priestermangel gebe, sei es wichtig, dass für christliche Werte eingestanden werde. Hierbei könnten die Kolpingsfamilien wichtige Unterstützung leisten. „Schwierige Zeiten hat es in den vergangenen 150 Jahren immer gegeben, dies ist aber kein Grund zum Resignieren“, wandte Damm sich an die Mitglieder.

Adolph Kolping

Adolph Kolpingwurde 1813 in Kerpen bei Köln geboren.Auf Wunsch seiner Eltern erlernte er nach der Schule zunächst den Beruf des Schuhmachers. Krankheitsbedingt musste er diesen Beruf später aufgeben und entschloss sich mit 24 Jahren, das Gymnasium zu besuchen und anschließend zu studieren und Priester zu werden. Im April 1845 erfolgte in Köln die Priesterweihe. Kolping war danach zunächst in Elberfeld als Kaplan tätig. 1849 kehrte er als Domvikar in seine Geburtsstadt Köln zurück. Dort gründete er im Mai gemeinsam mit sieben Gesellen den Kölner Gesellenverein. Dieser gewann rasch Mitglieder und hatte am 1. Januar 1850 bereits mehr als 500 Mitglieder. Im Jahr 1851 nannte der Verein sich in „Katholischer Gesellenverein“ um. 1858 ließ Kolping sich zum Generalpräses der bis dahin gegründeten 180 Gesellenvereine wählen. 1865 starb Kolping. Seine Ideen und Vorstellungen werden bis heute in den zahlreichen Kolpingsfamilien in ganz Deutschland gelebt.

Von Vera Wölk

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