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Duderstadt Alle Jahre wieder kommen Duderstädter im Pfarrheim zusammen
Die Region Duderstadt Alle Jahre wieder kommen Duderstädter im Pfarrheim zusammen
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19:36 24.12.2018
Wie in jedem Jahr: Gemeinsam feiern diese Eichsfelder ihren Heiligabend. Quelle: ne
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Duderstadt

„Alle Jahre wieder“ lautete nicht nur der Titel des ersten gemeinsamen Liedes beim offenen Heiligabend des Heiligabendkreises im Duderstädter Pfarrheim. Es ist auch so etwas wie das Motto des Tisches hinten rechts am Fenster. Dort hat in diesem Jahr wie in jedem Jahr eine Gruppe Senioren Platz genommen, für die der Besuch des Pfarrheims an Heiligabend einen festen Platz im Kalender hat.

„Das ist unser Stammtisch“, sagt Mitorganisatorin Gerdi Breuksch lachend. „Schätze, seit acht Jahren sind wir dabei“, „Wir kommen schon mindestens zehn Jahre hierher“, tönt es aus einer Richtung. „Wenn das man reicht“, sagt eine weitere Frau. So ganz genau weiß offenbar niemand mehr, wann die Tradition des „Stammtisches beim Heiligabendkreis“ ihren Anfang genommen hat.

120 Gäste, 20 Helfer

Diejenigen, die erst in jüngerer Zeit dazu gestoßen sind, können sich erinnern: „Ich bin seit 2015 dabei“, sagt Waltraut Linkhorst. Die 90-Jährige lebt nach dem Tod ihres Mannes und zweier Kinder allein in der Region, der Sohn ist weit entfernt und zudem gesundheitlich nicht ganz fit. Also beschloss sie irgendwann, den Heiligabend mit ihrer Freundin und Nachbarin Lisa Daginnus (89) zu verbringen - und mit vielen anderen jungen und alten Leuten, Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern und aus dem Eichsfeld. In diesem Jahr dürften es rund 120 Menschen gewesen sein, die ins Pfarrheim gekommen sind, um zu feiern. „Es ist immer so schön, zusammen zu singen“, beschreibt Daginnus, was ihr am offenen Heiligabend gefällt. 

 

Feiern mit dem Heiligabendkreis: Beim offenen Heiligabend im Duderstädter Pfarrheim kommen Jahr für Jahr Bekannte und völlig Fremde zusammen.

Der Tisch, an dem die Männer und Frauen Platz genommen haben, ist geschmückt wie alle anderen - bis auf die, die zusätzlich hereingeschafft wurden, um all die Menschen unterzubringen, die den offenen Heiligabend im Pfarrheim verbringen wollen. Der Andrang in diesem Jahr ist so groß, dass die Sitzplätze zunächst nicht ausreichten. Also wurden weitere Sitzgelegenheiten hereingeräumt - dass dann nicht überall Tischdecken lagen, dürfte wohl niemanden gestört haben.

Schüler der Berufsbildenden Schulen in Duderstadt hatten wieder Gestecke gestaltet; in diesem Jahr waren zwei Klassen beteiligt: die Kfz-Klasse und die Hauswirtschaftsklasse: Tannengrün, Schleifen und kleine Deko-Geschenke, in der Mitte eine rote Kerze. Sie zu entzünden, ist traditionell Aufgabe der Pfadfinder, die das Friedenslicht bringen. Das Licht aus Bethlehem gehört zu dem feierlichen Nachmittag wie die Weihnachtsgeschichte, die Breuksch vorträgt, Musik und weihnachtliche Texte. Jugendliche sind dabei, die schon als Kinder auf dem Platz neben dem Weihnachtsbaum standen, um Musik zu machen. Ältere, die immer wieder mit ihren Instrumenten kommen, Gedichte vortragen oder vorlesen.

„Gloria“ in arabischer und deutscher Sprache

In jedem Jahr gibt es aber auch immer etwas Neues. So singt Michael Schrader mit einer Weihnachtsmannmütze auf dem Kopf einige Lieder für die Gäste, und erstmals gibt es einen zweisprachigen Beitrag: das „Gloria“ in arabischer und deutscher Sprache. Im Nebenraum wird zudem eine Kinderbetreuung angeboten, weil sich so viele Eltern mit Kindern angemeldet haben.

Bei Kaffee und Kuchen, Plätzchen vom Kindergarten St. Klaus und beiden Klöstern, Nüssen und Mandarinen lauschen die acht Männer und Frauen am Stammtisch wie alle anderen Gäste den Geschichten und Liedern. Und nutzen selbst die Gelegenheit, ausgiebig zu erzählen - und festzustellen, wie alt sie gemeinsam sind: „Schätzen Sie mal“, fordert die mit 68 Jahren vermutlich Jüngste am Tisch, Renate von Sothen, lachend auf. Als sie einen Zettel mit der Zahl 778 zeigt, ertönt ein lautes Hallo. Für acht Personen, die allesamt fröhlich mitsingen, sehr beachtlich.

Aber nicht nur lustig mögen es die Gäste des offenen Heiligabends. „Für mich ist das die Ruhe vor der Familienfeier mit den Kindern“, sagt Christel Reuter (93). Sie uns Sitznachbarin Gerda Köpps (93) genießen den Nachmittag als „feierlichen Beginn des Weihnachtsfestes“. Und in Vorfreude aufs kommende Jahr. Solange es geht, wollen die Männer und Frauen am Tisch hinten rechts ihren Heiligabend miteinander verbringen. Für sie wäre das größte Geschenk, dass alle gesund blieben, sagen sie.

Für sie und alle anderen aber gibt es auch kleine Präsente zum Mitnehmen. Und die Erinnerung an einen feierlichen Tag. „Eine schöne Erinnerung kann uns durch das ganze Jahr tragen“, hatte Propst Bernd Galluschke in seinem Grußwort gesagt. In diesem Sinne klingt das Eingangslied auch als Abschiedslied nach: Wie alle Jahre wieder dürften auch 2019 wieder viele Menschen zusammenkommen beim offenen Heiligabend des Heiligabendkreises.

Damit das gelingt, sind gut 20 Helfer beteiligt. Ihnen und den Sponsoren, die mit Geldspenden und Geschenken zu der Feier tragen, gilt an diesem Nachmittag der größte Applaus – auch von denen, die alle Jahre wieder dabei sind.

Von Nadine Eckermann

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