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Duderstadt Festival ist fest in Familienhand
Die Region Duderstadt Festival ist fest in Familienhand
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08:12 08.05.2019
Ulrike Ronge präpariert Werbeplakate für das Festival "Rock unterm Hünstollen". Quelle: Kuno Mahnkopf
Holzerode

Ein rurales Rockfestival, das von einer Kleinfamilie gestemmt wird, ist eine Seltenheit. In Holzerode organisiert Familie Ronge mit viel Idealismus und Einsatz seit 2011 Jahr für Jahr „Rock unterm Hünstollen“. Wie in den Vorjahren sind es stets sechs Bands, die auf der Bühne auf dem Grillplatz in Holzerode auftreten – in diesem Jahr am Sonnabend, 1. Juni.

„Vorsicht vor dem Frauchen, der Hund ist harmlos“ steht auf dem Briefkasten. „Frauchen“ Ulrike Ronge steht vor ihrem Einfamilienhaus am Ortsrand von Holzerode und schwingt einen Quast, um die Plakate für das Rockfestival wetterfest zu machen. Das Wetter ist inzwischen die einzige Unwägbarkeit des Festivals, das zum Selbstläufer geworden ist. Beim Debüt im Juli 2011 habe es den ganzen Tag geregnet und Planen gespannt werden müssen, erzählt die 61-Jährige: „Im Jahr darauf im September war es so kalt, dass den Gitarristen die Finger klamm wurden.“ Seitdem hat sich Familie Ronge auf Anfang Juni eingeschossen – und keine Witterungsprobleme mehr gehabt.

46 000 Euro Spenden gesammelt

Eingespielt haben sich auch Logistik und Finanzierung des Benefiz-Festivals. „Wir haben etwa 100 Sponsoren für Sach- und Geldspenden“, sagt Runge. Bei der Tombola gehören in diesem Jahr ein Mountainbike und ein Integralhelm zu den Hauptpreisen. Der gesamte Erlös des Festivals war und ist für die häusliche Kinderkrankenpflege Kimbu in Göttingen bestimmt. „Inzwischen haben wir in acht Jahren rund 46 000 Euro gespendet“, berichtet Ronge.

Sechs Bands rocken den Grillplatz

Aus Berlin, Hannover, Dresden, Karlsruhe, Wallenhorst und Hamburg kommen die Bands, die in diesem Jahr bei der neunten Auflage von „Rock unterm Hünstollen“ am 1. Juni auf der Freiluft-Bühne am Grillplatz in Holzerode spielen. Für Bühnenbau und Tontechnik sorgt wieder Mathias Westphal aus Billingshausen, der von Anfang an dabei ist. Eröffnet wird das Rockfestival von „Dysfunktion“, weiter geht’s mit „OX“, „Therapiezentrum“, „Morlas Memoria“, „Rekkorder“ und „Waldmeister ist Retro“. Links zu den Bands finden sich auf der Festival Homepage. ku

Imposant sind auch die Einkaufsmengen für das Grillplatz-Catering. Die Besucher-Obergrenze für das idyllisch gelegene Gelände liegt bei 500, in den Vorjahren seien maximal 400 Gäste gekommen, sagt Ronge: „Wir sind kein Wacken, haben nur den Grillplatz“. Um Hunger und Durst zu stillen, besorgt die gebürtige Holzeröderin 300 Bratwürstchen, 200 „original VW-Currywürste“, 100 Krakauer („Steaks lohnen sich nicht, die gab es nur die ersten beiden Jahre“), 60 Kilo Pommes, 60 Kilo Holzkohle, 560 Liter Warsteiner-Fassbier, mehrere Dutzend Kisten alkoholfreie Getränke und Cocktail-Ingredienzen. Beim Festival selbst können Ronges dann auf mehr als 40 ehrenamtliche Helfer bauen, von denen 90 Prozent von Anfang an dabei waren: „Wir sind ein tolles Team und haben viel Spaß daran, so etwas auf die Beine zu stellen.“ Die meisten Besucher kämen aus der Region, mutmaßt Ronge, alle Generationen seien vertreten.

Vorbild „Rock am Waggon“

Vorbild für das Festival war „Rock am Waggon“ in Klein Wiershausen. „Wir haben immer unsere Tochter und ihre Freunde dorthin fahren müssen“, erzählt Ronge. Tochter Julia, die inzwischen 24 ist und BWL in Osnabrück studiert, habe dann gefragt: „Wollen wir so etwas nicht auch in Holzerode machen?“. Ulrike Ronge und ihr Mann Frank hatten anfangs Bedenken, privat ein Festival zu stemmen, ohne Verluste zu machen. Die hätten aber dank vieler Sponsoren schnell zerstreut werden können. Und das Orga-Team von „Rock am Waggon“ habe „ganz, ganz viele Tipps gegeben“.

Bei der Auswahl der Bands setzen Ronges auf eigene Geschmacksvorlieben. Auf Hardrock steht Ulrike Ronge nicht, eher auf melodiöse Rockmusik in allen Spielarten. Manchmal muss sie sich auch gegen ihre Tochter durchsetzen – wie bei der Symphonic-Metal-Band „Morlas Memoria“ mit opernhafter Sängerin aus Dresden, die in diesem Jahr dabei ist. Beim ersten Mal sprachen Ronges Bands aus der Region an, inzwischen hat sich das Festival herumgesprochen. Es kommen Bewerbungen von englisch- und deutschsprachige Bands aus ganz Deutschland, die für den guten Zweck auf Gage verzichten und die Auftrittsmöglichkeit nutzen wollen. Alle Bands sind auf der Festival-Homepage verlinkt, Ulrike Ronge sagt jede Band vor dem Auftritt auf dem Grillplatz an.

Vorverkauf startet am 13. Mai

Jetzt geht es aber erst einmal darum, 300 Plakate aufhängen zu lassen, 3000 Flyer in Tankstellen und Geschäften zu verteilen. Der Vorverkauf für „Rock unterm Hünstollen“ läuft am 13. Mai in der Tourist-Info am Alten Rathaus in Göttingen an. Die Karten kosten sechs Euro im Vorverkauf, acht Euro an der Tageskasse, Kinder bis einschließlich elf Jahre haben freien Eintritt. Das Konzert beginnt um 15 Uhr, Einlass ist ab 14 Uhr, die Tombola-Verlosung ab 16 Uhr. Wie im Vorjahr gebe es etwa 150 Preise, sagt Ronge – und prophezeit: „In einer Stunde sind alle Lose vergriffen.“

Von Kuno Mahnkopf

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