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Duderstadt Festnahme dank Facebook und findiger Fahnder
Die Region Duderstadt Festnahme dank Facebook und findiger Fahnder
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19:31 14.07.2011
Hinweis aus dem Internet und Aufmerksamkeit von Ermittlern: Die Kombination beschert der Polizei Erfolg.
Hinweis aus dem Internet und Aufmerksamkeit von Ermittlern: Die Kombination beschert der Polizei Erfolg. Quelle: Weigel (dpa)/Thiele
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Duderstadt. Auf die Spur gekommen sind ihm die Beamten, weil sein Name im Internetnetzwerk Facebook auftauchte und Ermittler das mit Hinweisen auf den Täter in Verbindung bringen konnten. Der Verdächtige, ein 20-jähriger Duderstädter, streitet die Tat ab, die Polizei verweist auf die Indizien und spricht von dringendem Tatverdacht.

Zeugenaussagen, die Kombinationsgabe des ermittelnden Beamten und schließlich der schnelle Zugriff mit einem Sicherungshaftbefehl ermöglichen es der Polizei, einen teils skurrilen Tathergang zu rekonstruieren. An dessen Anfang steht ein zerstochener Fahrradreifen. In der Nacht zu Sonntag ist er am Rande des Schützenfestes aufgeschlitzt worden. Die Besitzerin des Fahrrads, eine junge Frau, zeigte das nicht nur bei der Polizei an, sondern postete ihren Ärger auch auf Facebook. Eine Freundin habe geantwortet „und in diesem Facebookdialog fällt dann auch erstmals der Name des Verdächtigen. Der ist der Polizei dann genannt worden“, erklärt Duderstadts Polizeichef Otto Moneke.

Die Verbindung dieser Tat zu der Serie zerstochener Autoreifen habe dann der ermittelnde Beamte hergestellt. Dem sei aufgefallen, dass die Tatorte – Löwengasse, Christian-Blank-Straße, Kardinal-Kopp-Straße – sich wie eine Linie vom Schützenplatz in Richtung Wohnort des Verdächtigen ziehen. Dass alle Taten zusammen gehören, legen zudem die gesicherten Spuren nahe, denn: „Es ist immer ein Stich, es ist immer eine Klingenbreite von 1,5 Zentimetern, es ist offensichtlich immer eine Person, die zugestochen hat“, so Moneke.

Aufgrund dieser Indizien, weil der Tatverdächtige wegen Körperverletzung auf Bewährung ist und weil der 20-Jährige mit einer weiteren Vandalismusserie in Verbindung gebracht wird, hat das Amtsgericht umgehend einen Sicherungshaftbefehl erlassen. Der Verdächtige gehört zu den fünf jungen Männern, die Anfang Juni vor einer Duderstädter Tankstelle Zeitungen gestohlen und anschließen im Stadtpark Kleingärten verwüstet haben sollen. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil sich einer der Männer beim Aufschlitzen eines Planschbeckens offenbar mit einem Messer selbst verletzt hatte und stark blutend aufgriffen worden war. Auch damals hatten findige Beamte die drei scheinbar voneinander unabhängigen Taten in Verbindung bringen können. Die Vandalismusserie wurde im Tageblatt als Polizei-Puzzle bezeichnet.

Bei seiner Festnahme habe der 20-Jährige das vermutliche Tatwerkzeug ausgehändigt. Das Messer werde derzeit vom Landeskriminalamt untersucht und mit den Stichstellen an den Reifen verglichen, erläutert Moneke. Der Tatverdächtige sei auf dem Weg in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf.

„Auch die vermeintliche Kleinkriminalität wird intensiv bearbeitet“, fasst er zusammen. Auch bei schwer aufzuklärenden Delikten seien Fahndungserfolge möglich, wenn es Hinweise gebe, ruft er mögliche Zeugen auf, Ungewöhnliches der Polizei zu melden. Moneke schließt eine Botschaft an potenzielle Täter an: „Ihr müsst immer damit rechnen, erwischt zu werden.“