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Duderstadt Feuerwehrzeltlager: 626 Jugendliche in Potzwenden
Die Region Duderstadt Feuerwehrzeltlager: 626 Jugendliche in Potzwenden
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19:24 09.07.2013
Planen die neue Ausgabe der Lagerzeitung: Die Jugendfeuerwehr Mingerode nimmt zum zehnten Mal am Zeltlager der Feuerwehren des Landkreises Göttingen teil.
Planen die neue Ausgabe der Lagerzeitung: Die Jugendfeuerwehr Mingerode nimmt zum zehnten Mal am Zeltlager der Feuerwehren des Landkreises Göttingen teil. Quelle: Thiele
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Potzwenden

Sie und Daniel bilden zusammen mit Sandra Zipfel und Marc Prassek das Sanitäter-Team beim diesjährigen Feuerwehrzeltlager des Landkreises Göttingen in Potzwenden. 626 junge Feuerwehrmitglieder inklusive Jugendleitern und Betreuern sind dabei.

Allein aus dem Eichsfeld sind fünf Jugendwehren in das idyllische Camp mitten im Wald gekommen: Bilshausen, Seeburg, Seulingen, Mingerode und Duderstadt. „Wir sind das sechste Jahr dabei“, sagt Christoph Schwarze als Jugendwart der Bilshäuser. Das 14-köpfige Team ist zwischen zwölf und 16 Jahren, zugelassen sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren. „Das ist hier wie eine große Familie. Man lernt nicht nur die Jugendlichen aus anderen Wehren besser kennen, sondern auch das eigene Team wächst zusammen“, lobt Christoph den Zusammenhalt.

Ausgereifte Logistik nötig

Die Organisation eines Lagers in dieser Größe verlangt ausgereifte Logistik. Dafür ist seit Jahrzehnten Lagerleiter Heinz-Uwe Koch verantwortlich. Er delegiert die Aufgaben der verschiedenen Teams, die für Verpflegung, ärztliche Versorgung, Sicherheit und Ordnung, Kasse und Verwaltung oder für die Spiele zuständig sind.

„Es haben sich 50 Mannschaften gemeldet, die an fast allen angebotenen Spielen teilnehmen. Das muss ich alles unter einen Hut bringen“, sagt Kalle Jünemann, der ebenfalls seit Jahrzehnten zu den vertrauten Gesichtern beim Zeltlager in Potzwenden gehört. Ob Ball- oder Geländespiele, Nachtwanderungen, sportliche Wettbewerbe oder Kartenspiele –  die Möglichkeiten, die das Wald-Camp bietet, sind beinahe unerschöpflich.

Schlange an der Ladestation

Sport- und Grillplätze, eine überdachte Terrasse beim Verpflegungsstützpunkt am Feuerwehrzentrum und das Löschwasserbecken, das als Pool genutzt werden kann, lassen keinen Raum für Langeweile. „Trotzdem ist die Schlange an der Ladestation für die Handys lang“, stellt Daniel Kunkel als Jugendwart der Mingeröder fest und betont, dass in Notfällen immer die Lagerleitung in ihrem Büro erreichbar sei, von wo telefoniert werden könne. Aber ohne Handy scheinen sich auch junge Feuerwehrleute nackt zu fühlen. Es brauche halt ein bisschen, bis sich die Jugendlichen an das Landleben  gewöhnt hätten, sagt Daniel.

Auf den einzelnen Lagerplätzen haben sich die jeweiligen Gruppen wie in einem Zeltdorf eingerichtet. Warum die Mingeröder Jugendlichen hier sind, wissen sie: „Die Teamarbeit macht Spaß, und wir machen auch Sachen, die wir zu Hause nicht tun“, sagt Klemens. Geschirr abwaschen nennt er als Beispiel. „Das Lagerleben fördert die Selbstständigkeit, weil wir alles selber machen müssen“, ergänzt Maurice. Während bei den Mingerödern Betreuerin Nicole die einzige weibliche Kameradin ist, ist die Frauenquote bei den Duderstädtern deutlich höher.

Kontakt zu neuen Freunden

Acht Mädchen seien mit, zählt Betreuerin Nadine. Die Jungen loben vor allem Spiele und Sport im Lager, bei den Mädchen steht der Kontakt zu neuen Freunden oben auf der Hitliste. Und damit bei so vielen Jugendlichen aus dem ganzen Landkreis das Flirtpotenzial trotz schlechtem Handyempfang genutzt werden kann, werden in der täglich erscheinenden Lagerzeitung neben Wetterprognosen und Witzen auch Kontaktanzeigen veröffentlicht. Da steht dann beispielsweise drin, dass Jonas sich gern mit Johanna verabreden würde oder Emily den Paul sehr nett findet.

„Viele, die einmal hier waren, machen dann jedes Jahr mit“, lobt Daniel die tolle Atmosphäre des Feuerwehrzeltlagers. Auch Gäste aus anderen Landkreisen kämen jedes Jahr wieder, bestätigt Fredie Gerke als stellvertretender Lagerleiter. Immerhin geht das Zeltlager in diesem Jahr in die 51. Runde.

Von Claudia Nachtwey