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Duderstadt Fiedler beobachtet Storchenpopulation in Wollbrandshausen
Die Region Duderstadt Fiedler beobachtet Storchenpopulation in Wollbrandshausen
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19:16 25.07.2014
Mit festem Griff: Georg Fiedler hält gesunden Storch auf dem Nest in Wollbrandshausen. Quelle: Thiele
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Wollbrandshausen

Dieses Tier ist vor wenigen Tagen von Georg Fiedler, Weißstorchbetreuer im Auftrag des Umweltamtes Niedersachsen, beringt worden.

„Es waren schon Störche hier, aber meistens nur drei bis vier Wochen“, sagt Sascha Bodmann, der das Nest zusammen mit der Familie vor vier Jahren auf seinem Grundstück aufgebaut hat. Das jetzige Paar habe drei Junge gehabt, zwei seien gestorben.

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„Das Jungtier ist vom Wachstum her für sein Alter normal entwickelt“, erläutert Fiedler nach der Beringung. Spuren in den ausgewürgten Nahrungsresten deuteten darauf hin, dass es sich von Feldmäusen ernähre. Die Nagetiere seien von Populärwissenschaftlern als „Kalorienbombe für Störche“ beschrieben worden.

„Der Bestand hier im Landkreis dehnt sich aus“

„Der Nährwert einer Feldmaus ist wesentlich höher als der von Würmern und Schnecken“, so Fiedler, der für die Aktion eine zweistündige Anfahrt aus seinem sachsen-anhaltinischen Wohnort Rohrsheim im Landkreis Harzgerode in Kauf genommen hat.

Über die Herkunft der Storcheneltern lässt sich nur spekulieren. „Vom Nest im Bereich Über den Höfen in Gieboldehausen ist das dortige Paar vom dominanten Altstorch vertrieben worden“, berichtet Friedel Bode. In der Nähe seines Grundstückes befindet sich die Nisthilfe im Flecken. Sollten es diese Tiere sein, dann hätten sie in Wollbrandshausen ein Ausgleichsquartier gefunden.

Die Bilanz des Storchenjahres fällt aus Fiedlers Sicht positiv aus. „Der Bestand hier im Landkreis dehnt sich aus“, erläutert der 61-Jährige und nennt Zahlen. „Acht Paare haben gebrütet. An fünf Standorten gibt es jetzt noch lebende Junge.“ Neben dem Nachwuchs in Wollbrandshausen verweist Fiedler auf jeweils drei Jungtiere in Gieboldehausen und Obernfeld sowie zwei in Seeburg.

„Es kommen auch Störche, die hier geboren sind, in die Gegend zurück“

Vierfachen Bruterfolg hab es in Ebergötzen. In Lütgenhausen, Seulingen und Westerode hat der Nachwuchs nicht überlebt.

So wie im Landkreis Göttingen die Zahl der nistenden Paare um drei gestiegen ist, steige auch die Zahl der Störche im Landkreis Northeim und in der Umgebung von Kassel. „Das Ablesen der Ringe soll dabei helfen, den Ursachen für diese Entwicklung auf die Spur zu kommen“, sagt Fiedler.

„In Obernfeld habe ich festgestellt, dass einer der Altstörche zwei Jahre alt ist und aus Westfalen stammt“, nennt der Fachmann ein Ergebnis und verrät gleich eine zweite Erkenntnis. In Seulingen sei ein Storch aus den neuen Bundesländern zugewandert. „Es kommen auch Störche, die hier geboren sind, in die Gegend zurück. Es hat nur noch keiner gebrütet“, erläutert Fiedler.

Von Axel Artmann