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Duderstadt Filmfabrik stößt in die dritte Dimension vor
Die Region Duderstadt Filmfabrik stößt in die dritte Dimension vor
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19:26 15.11.2010
Von Kuno Mahnkopf
Von wegen „Ein Mann sieht rot“: Frederik Roth blickt optimistisch nach vorn – mit einer der neuen 3-D-Brillen.
Von wegen „Ein Mann sieht rot“: Frederik Roth blickt optimistisch nach vorn – mit einer der neuen 3-D-Brillen. Quelle: Pförtner
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Als Roth nach Anlaufschwierigkeiten die mehr als einjährige Kinopause in der Kleinstadt beendete und am 3. November 2009 mit der Filmfabrik durchstartete, war der Siegeszug der damals neuen 3-D-Technik in den deutschen Kinos noch nicht abzusehen. Der setzte im selben Monat mit „Avatar“ ein. Zu spät für die Vorplanung Roths. Inzwischen ist sein Ärger über das ungünstige Timing verflogen.

Trotz eines „extremen Sommerlochs mit Fußball-Weltmeisterschaft“ ist er zufrieden mit dem Verlauf des ersten Jahres: „Ab Eclipsed ging es wieder bergauf.“ Der Kino-Betreiber konnte noch einmal nachlegen und nahm für die dritte Dimension einen weiteren Kredit über rund 35 000 Euro auf. „Ohne den neuen Harry Potter in 3-D hätten wir ein Problem bekommen“, meint Roth.

Kurzfristig hat er einen Installationstermin bekommen, konnte die neue Technik für den großen Saal mit 169 Plätzen am 11. November einbauen lassen. Ansonsten hätte er wegen der bundesweit hohen Nachfrage noch einmal drei Monate warten müssen. Als erster 3-D-Film wird in Duderstadt ab 9. Dezember der Animationsfilm „Rapunzel“ gezeigt. Da sich die 3-D-Bearbeitung hinzieht, läuft „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 1“ mit Vorpremiere am morgigen Mittwoch erst einmal zweidimensional, ab 18. Januar dann in 3-D.

Neben dem Farbrad, das in den Digitalprojektor eingesetzt wurde, und einem neuen Serverprogramm zur Steuerung hat Roth 350 Brillen à 20 Euro angeschafft. Die werden anders als Recyclingbrillen in vielen anderen Kinos nach jeder Vorführung wieder eingesammelt, desinfiziert, geputzt und neu eingetütet. Ohne diesen Brillentyp, bei dem es Grün- und Rotschleier gibt, würde die Dolby-Digital-3-D-Technik, für die sich Roth entschieden hat, nicht funktionieren. Der 25-Jährige ist überzeugt davon, dass das die derzeit beste Technik ist, um das Auge über das Gehirn zu täuschen und Dreidimensionalität zu simulieren.

Auf seiner Facebook-Seite sei das positive Filmfabrik-Feedback mit der 3-D-Ankündigung nach oben geschnellt, freut sich Roth. Und hofft, das bald noch mehr Besucher den goldenen Sternen, die im Feilenfabrik-Treppenhaus auf dunklen Fliesen den Weg zum Kino weisen, folgen werden. „Auch wenn wir dann mehr saugen müssen, weil man in 3-D-Filmen beim Griff in die Popcorn-Tüte häufiger mal danebengreift“, schmunzelt der – nicht nur im 3-D-Kino – Brillenträger.