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Duderstadt Sprachcamp vermittelt Hoffnung
Die Region Duderstadt Sprachcamp vermittelt Hoffnung
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20:42 23.03.2018
Die Teilnehmer des Feriensprachcamps lernen bei Ottobock verschiedene Produkte und deren Funktionsweise kennen.
Die Teilnehmer des Feriensprachcamps lernen bei Ottobock verschiedene Produkte und deren Funktionsweise kennen. Quelle: Foto: Hinzmann
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Duderstadt

An mehreren Stationen erklärten sie praxisnah die anfallenden Aufgaben, zeigten Produkte, erläuterten die Arbeitsweise von Maschinen und beantworteten eine Menge Fragen. „Viele Schüler sind schon zum dritten Mal dabei“, erklärte Mitinitiator Ben Thustek, Lehrer am Eichsfeld Gymnasium Duderstadt, das Ausrichter des Camps ist.

Gäste lernen neu eröffnete Werkstatt kennen

Während bei den beiden ersten Malen der Spracherwerb in unterschiedlichen Situationen im Vordergrund gestanden habe, sei dieses Mal „die Berufs- und die Studienwahlorientierung der Schwerpunkt“. Die Gruppe besuchte unter anderem den Gartenbaubetrieb Diedrich in Westerode, die Universität Göttingen und das Duderstädter Unternehmen Daume. Sie lernten die Bedeutung von Teamwork kennen und erfuhren, wie sie Bewerbungen verfassen und was sie in Vorstellungsgesprächen beachten sollten.

Ziel bei Ottobock war die neue, im vergangenen Jahr eröffnete Ausbildungswerkstatt. Dort begrüßte Jana Klingebiel, Personalreferentin für Berufsausbildung, die Gäste. Aufgeteilt in drei Gruppen gingen sie zu den Stationen, die Auszubildende vorbereitet hatten.

26 Migranten und Flüchtlinge besuchen Ausbildungswerkstatt von Ottobock in Duderstadt. Dort lernen sie verschiedene Berufe kennen und können selbst praktisch werden.

Jonas Brämer berichtete über die Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker. „Es ist ein schöner Beruf, du machst viel mit Menschen und du machst handwerklich etwas“, sagte der Auszubildende im zweiten Lehrjahr, der auch den Unterschied zwischen Orthesen und Prothesen erklärte und zeigte, welche Rolle der Werkstoff Karbon bei der Produktion spielt.

Eine Aufgabe aus der Abschlussprüfung für Mechatroniker hatten Auszubildende an anderer Stelle vorbereitet. Die Teilnehmer des Camps konnten selbst aktiv werden und ihr handwerkliches Talent unter Beweis stellen.

Sie erfuhren von Nicklas Hainz, Auszubildender im zweiten Lehrjahr aus Hattorf, dass Programmieraufgaben im Berufsfeld des Elektronikers immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ein blinkender LED-Würfel verdeutlichte das Ergebnis eines Programmierprozesses. Praxisnahe Einblicke gab es auch in die Berufe Werkzeug-, Zerspanungs- und Industriemechaniker sowie Maschinen- und Anlagenführer.

Teilnehmer lernen außerhalb der Schule viele Berufe kennen

Das Sprachferiencamp sei eine sehr gute Gelegenheit, außerhalb der Schule „mal Berufe kennenzulernen und mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen, meinte Merna, die aus dem Irak stammt, seit acht Jahren in Deutschland lebt und Pharmazie studieren möchte. Das Programm habe vielen Teilnehmern Hoffnung gemacht, weil sie erfahren hätten, „dass sie auch mit Haupt- und Realschulabschluss etwas erreichen können“, erklärte die 19-Jährige.

Dem gleichaltrigen Mahmoud, der in Rhumspringe lebt und aus Syrien stammt, gefiel es, einen Einblick in verschiedene Berufe zu erhalten. Ihn habe überrascht, wie kompliziert es teilweise sei, einfach aussehende Teile herzustellen.

Von Axel Artmann

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