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Duderstadt FranceMobil zu Gast an zwei Schulen
Die Region Duderstadt FranceMobil zu Gast an zwei Schulen
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15:01 28.11.2017
Lektor Loic Pointeaux motiviert Fünftklässler der IGS St. Ursula in Duderstadt zu ersten Schritten in der französischen Sprache.
Lektor Loic Pointeaux motiviert Fünftklässler der IGS St. Ursula in Duderstadt zu ersten Schritten in der französischen Sprache. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Mit Spaß soll den Schülern der Einstieg in die französische Sprache vermittelt werden. Pointeaux, gebürtiger Lothringer, stieg auch gleich auf französisch in die Unterrichtsstunde ein. Zuerst zögerlich, doch im Verlauf der 45 Minuten immer mutiger, wiederholten und ergänzten die Fünftklässler die Anfänge, die der 27-Jährige ihnen vorgab. „Je m’apelle Loic Pointeaux. Et toi?“, stellte er sich den Kindern vor. Also: Ich heiße Loic Pointeaux. Und Du? Die Schüler wiederholten den Satz und fügten ihren Namen ein. Weiter ging es mit den verschiedenen Begrüßungen: „Bonjour“ eher förmlich mit Handschlag, „Salut“ familiär mit Küsschen auf die Wange, „Coucou“ mit Winken in die Gruppe und das lockere „Wesh“ mit coolem Handschlag unter Kumpeln.

„Un, deux, trois, quatre, cinq, six“ – das Zählen bis sechs stand ebenso auf dem Lehrplan wie das Benennen von Farben. Dabei achtete Pointeaux darauf, dass er vor allem den Spaßfaktor bei den Schülern hochhielt. Mit kleinen Spielen ließen sie sich für die neue Sprache begeistern. Doch der Besuch hatte auch einen tieferen Sinn. Im kommenden Jahr können sich die Schüler für eine zweite Fremdsprache entscheiden, wie Magdalena Klaus, Lehrerin für Französisch und Gesellschaftslehre, berichtete. Zur Auswahl stünden Französisch und Spanisch. Im vergangenen Jahr hätten sich mehr Schüler für Französisch entschieden. „Diese Veranstaltung soll zeigen, wie interessant das Fach Französisch sein kann“, sagte die Lehrerin. Der Spaß an der Sprache sei auch der Grund, warum auch die älteren Jahrgänge Unterrichtsstunden beim FranceMobil-Lektor bekämen.

Muttersprache und Kultur mit Schülern teilen

„Meine Muttersprache und Kultur mit Schülern zu teilen“, sei eine seiner Hauptmotivationen, erläutert Pointeaux, warum er die Arbeit beim FranceMobil angenommen habe. Deutschland und Frankreich seien Nachbarn und Wirtschaftspartner. Da sei es wichtig, dass man sich gegenseitig kennenlerne und respektiere. Für ihn ist der Kontakt zur deutschen Sprache von jungen Jahren vorhanden. Aufgewachsen ist er im grenznahen Lothringen. „Meine Oma war deutsch“, erzählte er, dass er deshalb auch einen deutschen Einfluss habe. „Die Idee, jeden Tag eine andere Schule zu besuchen ist sehr interessant“, sagte er. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Schüler in Deutschland viel eigenständiger arbeiten dürften. Den älteren Schülern erklärt er, wo sie in der Welt noch französisch sprechen können. „Viele wissen gar nicht, dass in Kanada zum Teil französisch und nicht englisch gesprochen wird“, nennt er ein Beispiel. Er hofft, dass er mit seinen Stunden den Schülern den Anstoß vermitteln kann, die Sprache zu lernen. „Ich sage aber nie, dass Französisch zu lernen leicht wäre“, erzählte er. „Das ist es nicht.“

Am Donnerstag macht das FranceMobil als kleines französisches Kulturinstitut auf Rädern zum dritten Mal Station an der Heinz-Sielmann-Realschule in Duderstadt. An der HSR wollen die Französischlehrerinnen Irmgard Schwedhelm und Bärbel Goebel speziell Fünftklässler motivieren, eine zweite Fremdsprache zu lernen. Bereits französisch lernende Schüler sollen das Interesse und der Spaß an der Sprache behalten. Das FranceMobil und sein französisches Pendant mobiklasse.de wurden vor 13 Jahren ins Leben gerufen. Bundesweit beteiligten sich bereits mehr als 1 178 508 Schüler an 14 384 Schulen an dem Programm.

Von Rüdiger Franke