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Duderstadt 17. Frühstück am Weltfrauentag in Duderstadt
Die Region Duderstadt 17. Frühstück am Weltfrauentag in Duderstadt
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20:05 08.03.2019
17. Frauenfrühstück am Internationalen Weltfrauentag im Duderstädter Rathaus Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sei längst noch nicht in allen Gesellschaftsbereichen vorhanden, erklärte die Duderstädter Gleichstellungsbeauftragte Evelyn Stellhorn. Exemplarisch nahm sie das Beispiel Politik. So gebe es zwar seit 100 Jahren das Wahlrecht für Frauen, im Bundestag sei die Zahl der weiblichen Abgeordneten in den vergangenen Jahren um sechs Prozent auf 30,9 Prozent gesunken. Und nur jedes zehnte Rathaus in Deutschland werde von einer Frau geführt. Einen Fortschritt gebe es in Brandenburg, wo der Landtag ein Paritätsgesetz verabschiedet habe.

Aufruf zur Wahl

Stellhorn verlas den Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der sich an der Ausrichtung der Veranstaltung beteiligt hat. Das Thema der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden lautete: „Europawahl: Geht wählen!“ Die Europäische Union sei eine Gemeinschaft für Frieden und Wohlstand. Auch wenn manches verbesserungswürdig sei stehe die EU für Demokratie und Solidarität, für Vielfalt, für ein partnerschaftliches Miteinander und für eine gemeinsame europäische Identität. Die Gleichstellung von Frauen und Männern haben von Anfang an zu den Grundwerten der Europäischen Union gezählt. Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass in den Mitgliedstaaten die Benachteiligung von Frauen abgebaut, ihre Gesundheit geschützt und ihr Recht auf Selbstbestimmung gestärkt wird. Europa sei ein Motor der Gleichstellungspolitik und ein Bollwerk gegen den Antifeminismus der Rechtspopulisten. Der Aufstieg rechtspopulistischer und nationalistischer Kräfte stelle die EU vor existenzielle Herausforderungen: Wo demokratische Errungenschaften geschliffen werden, stünden auch sicher geglaubte Frauenrechte wieder in Frage. Hannack forderte unter anderem gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, gleiche Chancen im Arbeitsleben.

Gleichstellungsbeauftragte Evelyn Stellhorn führte einen Film zum Wahlrecht für Frauen vor. Quelle: Rüdiger Franke

Dank an die Frauen

Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) sprach in seinem Grußwort zunächst einen Dank aus, „für die Arbeit, die alle Frauen in unserer Stadt leisten“. Er erinnerte daran, dass mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum 100. Geburtstag von Otto Bock eine starke Frau der Politik Duderstadt besucht habe. Mit dabei sei auch Rita Süßmuth gewesen, die sich als ehemalige Bundestagspräsidentin stark für Frauenrechte eingesetzt habe. Und nicht zuletzt sei mit Gabriela Andretta (SPD) auch eine sehr starke Frau aus der Region Landtagspräsidentin.

Hauptamtliche Frau in Männerkirche

Frauenseelsorgerin Beatrix Michels sprach über ihren „Blick als hauptamtliche Frau in der römisch-katholischen Männerkirche“. Davon gebe es lediglich sechs im Bistum Hildesheim. Bevor sie 2012 dazu berufen wurde, habe ein Mann die Frauenseelsorge übernommen. Ursprünglich habe sie sich sogar dazu berufen gefühlt, Priesterin zu werden. 1975 habe sie Theologie studiert. „Damals hieß es, in zwei Jahren haben wir das Diakonat der Frau.“ Gepredigt habe sie in der Anfangszeit schon, im Wechsel mit dem Priester und dem Kaplan. „Bis in die 1980er-Jahre, als keine Laienpriester mehr zugelassen wurden.“

Kämpfen lohnt

„Ich bin eine Kämpferin“, sagte Michels. „Ich weiß, dass nicht alle Frauen kämpfen wollen, aber bitte gehen Sie Ihren Weg.“ Frauen hätten die Chance etwas zu verändern. Das habe der Kampf um das Wahlrecht gezeigt und auch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965). Dort seien zwischen den 3500 Männern auch 20 Frauen vertreten gewesen. Die hätten es aber geschafft, dass offiziell die deutsche Sprache im Gottesdienst eingeführt wurde, dass es statt der Mund- die Handkommunion gab und dass Kinder erst getauft wurden, wenn die Mutter bereits aus dem Krankenhaus gekommen war.

„Frauen bewegen Kirche“

In diesem Jahr werde es ein gemeinsames Projekt der Dekanate Göttingen und Untereichsfeld geben unter dem Motto „Frauen bewegen Kirche“, machte Michels einen Blick in die Zukunft. Für einen besonders schönen Moment beim Frauenfrühstück sorgte die Schülerin Youni, die 2015 aus Syrien nach Deutland kam. Sie sang Nicoles Lied „Ein bisschen Frieden“. Die Frauen stimmten beim Refrain ein. Zum Abschluss trug die Schülerin noch zwei arabische Lieder vor, zu denen einige Frauen tanzten.

Von Rüdiger Franke

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