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Duderstadt Frauenrunde im Duderstädter Löwen mit Doris Schröder-Köpf
Die Region Duderstadt Frauenrunde im Duderstädter Löwen mit Doris Schröder-Köpf
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19:20 11.04.2014
Von Kuno Mahnkopf
Frauen unter sich: Bei Brötchen, Kaffee und Orangensaft spricht Doris Schröder-Köpf (Mitte links) auf Einladung ihrer Sitznachbarin Viola von Cramon über Ausländerpolitik. Quelle: Lüder
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Duderstadt

Die als Ehefrau von Ex-Kanzler Gerhard Schröder bundesweit wohl bekannteste niedersächsische Landtagsabgeordnete ist seit einem Jahr Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, damit zuständig von Siebenbürger Sachsen bis zu syrischen Flüchtlingen.

In dieser Funktion folgte sie einer Einladung von Duderstadts unabhängiger Bürgermeisterkandidatin Viola von Cramon zu einem Frauenfrühstück im Hotel Zum Löwen. Im Kreis von drei Dutzend Duderstädterinnen, die eigene Erfahrungen einfließen ließen, ging es hochkonzentriert zur Sache – nämlich darum, der veränderten Realität des Einwanderungslandes Deutschland Rechnung zu tragen.

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Schröder sprach vor überwiegend zustimmend nickenden Köpfen über Demografie, ungenutzte Potenziale von Migranten, Sprachförderung als zentrale Stellschraube, eine Willkommenskultur in den Kommunen, die Verkürzung von Asylverfahren, Widersprüche in Migrations- und Bildungspolitik, die Nicht-Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse, anonymisierte Bewerbungen und vieles mehr.

Es sei absurd, dass hier geborene und beschulte Menschen von Abschiebung bedroht seien, sagte  die SPD-Politikerin.

Wir brauchen Migranten

„Kinder brauchen Vorbilder, auch Lehrerinnen mit Kopftuch – und mehr Männer“, meinte Schröder-Köpf. 30 Prozent der Kinder in Niedersachsen hätten einen Migrationshintergrund – „und es werden immer mehr“. Sie sei zuversichtlich, dass erkannt werde, dass „wir Migranten brauchen“.

Das Ehepaar Schröder hat zwei russische Kinder adoptiert, die Doppelpässe haben. Privates thematisierte die 50-Jährige, die mit ihrem Promi-Status hadert, aber nicht. Draußen vor blieb auch die Außenpolitik. Da hätte es möglicherweise geknirscht zwischen Cramon und Schröder-Köpf.

Während Putin-Freund Gerhard Schröder mit dem russischen Energiekonzern Gazprom verbandelt ist, hat sich Cramon in der Ukraine unter die Aktivisten auf dem Majdan-Platz gemischt.

Dass Schröder-Köpf beim Frauenfrühstück immer wieder zum Taschentuch griff, lag aber nicht etwa daran, dass sie politisch verschnupft war, sondern an ihrer Pollen-Allergie. Das trübte allerdings nicht ihre Freude an den „blühenden Streuobstwiesen“ bei ihrer Anreise nach Duderstadt.

„Ich bin eine gute Katholikin"

Cramon und Schröder-Köpf gehören sowohl verschiedenen Parteien als auch Konfessionen an. Letztere ist in einem bayrischen Dorf großgeworden, kann sich noch gut an die Aufregung über die erste zugezogene und geschiedene Protestantin erinnern und hat ein Internat der Franziskanerinnen besucht.

Die katholische Sozialisation habe sie nachhaltig geprägt, sagt Schröder-Köpf: „Ich bin eine gute Katholikin, nehme aber nicht alles todernst.“

Als nächster Wahlkampf-Gast kommt auf Einladung der ehemaligen grünen Bundestagsabgeordneten Cramon Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) ins Eichsfeld. Er spricht am Montag, 14. April, im Elferratskeller in Mingerode über Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Meyer sei ein wichtiger Ansprechpartner für die ländliche Entwicklung der Region und den Erhalt der dörflichen Infrastruktur, sagt Cramon.

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