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Duderstadt Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger tritt in Duderstadt auf
Die Region Duderstadt Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger tritt in Duderstadt auf
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21:58 27.08.2013
Von Ulrich Lottmann
Argumentiert für funktionierenden Staat: Aiwanger in Duderstadt. Quelle: VL
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Duderstadt

 Aiwanger hat im Duderstädter Hotel Zum Löwen vor knapp 30 Zuhörern gesprochen. Der Weg in den Bundestag sei beschwerlich, aber die Freien Wähler gingen ihn aus eigener Kraft, betonte Aiwanger.

Wenn bei anderen Parteien auf den Großplakaten stünde, wer es bezahlt habe, „dann wüssten wir, warum die Energiewende nicht vorangeht, der Breitbandausbau auf dem Land stockt, Autobahnen privatisiert werden, Krankenhäuser schließen und Lehrer zu teuer sein sollen“, machte Aiwanger Themen und Stoßrichtung seines Vortrag deutlich.

Er argumentierte faktenreich und leidenschaftlich gegen Privatisierung und Großkonzerne, die keine politische Gestaltung mehr zuließen. Er machte sich stark für den Mittelstand, einen funktionsfähigen Staat und eine öffentliche Daseinsvorsorge.

Zwei Stunden sprach und diskutierte Aiwanger mit Vertretern der Freien Wähler aus der Region und Bürgern. In der Sprache klar, in der Argumentation deutlich, bei Nachfragen detailreich und differenziert, deklinierte er Themen durch. Energie, Trinkwasserversorgung, Autobahnen, Eurokrise, Landwirtschaft, Bildung: Hier gebe es eine „völlige Verwirrung, wo man sich früher drauf verlassen konnte“.

„Die Frage war gut, die Antwort war noch besser“

Grund der Fehlentwicklungen: Die Regierung sei ein „Türöffner für Lobbyisten“, die Parteien abhängig von der Finanzindustrie. Die Politik der Freien Wähler hingegen sei „unabhängig genug und auch kreativ genug“, um sachorientierte Lösungen zu finden.

So erklärte Aiwanger beim Thema Energie, er sei gegen Offshore-Parks und für Stromsparen, dezentrale Energieerzeugung und Weiterentwicklung bei der Speicherung. Bei der Bildung sprach er sich für die Aufwertung frühkindlicher Erziehung und bundesweit einheitliche Bildungsstandards aus, ohne den Föderalismus aufzugeben.

Bei Europa forderte er die „Renationalisierung“ von Politikbereichen und mehr Kompetenzen für die EU, beispielsweise bei der Atomsicherheit. „Die Frage war gut, die Antwort war noch besser“, lobte ein Zuhörer auf dem Nachhauseweg die ernsthafte Diskussion.