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Duderstadt Fremdenführer Arthur du Mosch sorgt für Schlagzeilen
Die Region Duderstadt Fremdenführer Arthur du Mosch sorgt für Schlagzeilen
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18:06 18.09.2009
Besucht die Brehmestadt: Arthur du Mosch aus Israel.
Besucht die Brehmestadt: Arthur du Mosch aus Israel. Quelle: Walliser
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„Der Hunger treibt Israels Leoparden manchmal in die Dörfer““, erinnert sich der aus den Niederlanden stammende Fremdenführer in Israel. Eines der seltenen Exemplare der Arabischen Leoparden, bei dem das der Fall gewesen sei, habe die zuständige Naturschutzbehörde aus den Augen verloren und überall gesucht. Es habe sich in du Moschs Wohnort Midreshet Ben-Gurion herumgetrieben.

Der Fremdenführer mit Schwerpunkt auf Naturbeo-bachtungen habe nicht schlecht gestaunt, als er die Umrisse der Raubkatze neben seinem Bett ausgemacht habe. Sie sei ausgehungert und gesundheitlich angeschlagen gewesen, wie an Fell und Körperbau auszumachen gewesen sei. Instinktiv sei er beherzt auf den Leoparden gesprungen und habe ihn mit beiden Händen per Nackengriff und mit den Beinen auf dessen Hinterläufen fixiert.

Als er seine erwachenden Familienangehörigen gebeten habe die Naturschutzbehörde anzurufen, hätten sie kaum glauben können, was geschehen sei. Denn trotz angeschlagenen Zustandes war der Leopard keineswegs ungefährlich, verfügt so ein Tier doch nicht nur über einen enorm kraftvollen Körperbau, sondern eben auch scharfe Krallen und Zähne.

Kameras statt Stricke

„Mein Freund Jossi von der Behörde muss zunächst geglaubt haben, wir hätten das Tier im Zimmer eingesperrt“, so du Mosch weiter. Als der den Ernst der Lage erkannt habe, seien er und seine Leute angerückt, hätten aber immerhin 20 Minuten gebraucht. Zu fünft das Schlafzimmer stürmend, hätten sie den Leoparden, den Arthur inzwischen beruhigt hatte, wieder aufgeschreckt. Statt mit Stricken und Betäubungspfeilen seien die Offiziellen lediglich mit Kameras ausgerüstet gewesen. Schließlich habe man das Tier mit Hilfe einer Mülltonne zur nächsten Auffangstation transportieren können. Habe man es zunächst „Arthur“ genannt, trägt es nun den Spitznamen Maschiach. also Messias. Von damals mageren 25 Kilogramm ist es inzwischen wieder auf 45 aufgepäppelt.

Nach wie vor sorgt die Geschichte für Aufsehen. In naher Zukunft hat sich vor Ort sogar das Fernsehen für die Tiersendung „Animal Planet“ angekündigt. Doch bisweilen kann du Mosh erst einmal im Eichsfeld ausspannen.

Von Matthias Monecke

18.09.2009
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18.09.2009