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Duderstadt Eine Friedenstaube für Duderstadt
Die Region Duderstadt Eine Friedenstaube für Duderstadt
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14:44 05.09.2018
Eine große Friedenstaube ist 2015 zeitweise am Eisernen Kreuz, dem Ehrendenkmal am Obertor in Duderstadt angebracht gewesen. Quelle: Richter
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Duderstadt

Eine Friedenstaube ist im Landeanflug auf Duderstadt. Wo sie sich allerdings dauerhaft niederlassen kann, soll eine interfraktionelle Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Verwaltung und Schulen klären.

Soll eine Friedenstaube als Ergänzung des Mahnmals am Obertorteich auf einem Sockel zwischen dem Ehrenmal „Eisernen Kreuz“ und der Skulptur „Die Geknechtete“ installiert werden? Diesen Vorschlag hatte der inzwischen verstorbene ehemalige Vorsitzende der Geschichtswerkstatt Duderstadt, Götz Hütt, vor zwei Jahren gemacht. Jetzt hat Hans Georg Schwedhelm, fraktionsloses Einzelmitglied im Rat der Stadt Duderstadt, die Idee in Erinnerung gerufen und zur Diskussion gestellt.

Skepsis bei Standort Obertorteich

Die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport des Rates der Stadt Duderstadt verschlossen sich nicht der Idee, im Stadtgebiet eine Friedenstaube als Symbol für Frieden aufzustellen. Der im Antrag Schwedhelms genannte Standortvorschlag, stieß jedoch auf Skepsis.

In puncto Mahn- und Erinnerungskultur sei in der Stadt in den vergangenen zehn Jahren „Vorbildliches“ geleistet worden, sagte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) und nannte jene Punkte in der Stadt, „wo sichtbare Zeichen gesetzt wurden“. Er hob die Zusammenarbeit mit den Schulen vor allem an den Gedenktagen hervor und sprach auch verschiedene Publikationen an. Derzeit sei das Stadtarchiv damit befasst, alle Ehrenmale in den Dörfern zu erfassen. Nolte brachte mit Blick auf die Friedenstaube den Standort am Stadthaus ins Gespräch, wo es bereits den Friedensglobus gebe. Eichsfeldgymnasium und Berufsbildende Schulen planten seit einiger Zeit, das Projekt weiterzuentwickeln.

Gegen inhaltliche Veränderung

„Ich habe grundsätzlich ein Problem damit, wenn etwas an einem Denkmalteil installiert wird, um einen anderen inhaltlich zu verändern oder zu beeinflussen“, sprach sich Thomas Rössing-Schmalbach für die CDU-Fraktion gegen eine Friedenstaube im Bereich des Mahnmals am Obertorteich aus. Eine Friedenstaube würde, so argumentierte er, das „Eiserne Kreuz“ inhaltlich verändern. Aber sie sei „eine perfekte Ergänzung am Friedensglobus“, so Rössing-Schmalbach.

Auch die SPD-Fraktion schlug einen anderen Standort für die Friedenstaube als Friedenssymbol vor. Doris Glahn (SPD) sah beim Denkmal am jüdischen Friedhof einen geeigneten Ort und mahnte bei dieser Gelegenheit an, dass das Denkmal „dringend einer besseren Würdigung bedarf, als es jetzt der Fall ist“. Im Verlauf der Diskussion wurden aber auch Argumente gegen den von Glahn vorgeschlagenen Standort genannt.

Konsens im Gremium

Konsens im Gremium war es, wie Jochen Mitschke (Grüne) feststellte, „dass wir einer Friedensbotschaft nicht abgeneigt sind.“ Er schlug daher eine kleine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den Fraktionen, der Verwaltung und der Schulen vor, die nach einer „konsensfähigen Lösung“ suchen soll. Am Ende einigten sich die Ausschussmitglieder genau darauf.

Beate Sommerfeld (CDU) gab den Hinweis, dass es in den Dörfern etliche Ehrenmale gebe, die allein aus Ortsratsmitteln nicht hergerichtet werden könnten. Auch daran sollte man ihrer Meinung nach denken, wenn über neue Denkmale diskutiert werde. Bürgermeister Nolte sprach die Bestandsaufnahme der Ehrenmale an, die unter anderem auch den Sanierungsbedarf an den Ehrenmalen auf den Dörfern ermitteln soll. Diese Dinge sollen separat über Haushaltsmittel Schritt für Schritt angegangen werden, so Nolte.

„Eisernes Kreuz“ und „Die Geknechtete“

Schwedhelm hatte eingangs einen kurzen Rückblick über die Entwicklung des Mahnmals am Obertorteich gegeben. Das „Eiserne Kreuz“, urspünglich „den Gefallenen zum Gedenken“, hatte 1976 die textliche Ergänzung „allen Opfern von Krieg und Gewalt“ erhalten. Die Skulptur „Die Geknechtete“ erinnert seit 1984 an das Leid der jüdischen Häftlinge des KZ-Außenlagers von Buchenwald auf dem Duderstädter Euzenberg.

Schwedhelm fasste zusammen, dass im Oktober 2015 im Zuge der Proteste gegen die Veranstaltungen des rechtsradikalen sogenannten „Freundeskreises Thüringen-Niedersachsen“ in Duderstadt eine Friedenstaube aus Holz direkt am „Eisernen Kreuz“ befestigt worden war. Später sei das der Friedenstaube Picassos nachempfundene Friedenssymbol gestohlen, wieder aufgehängt und schließlich von der Stadt endgültig entfernt worden.

Von Britta Eichner-Ramm

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