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Duderstadt Friederike vermisst Schnee und freut sich über schulische Erfolge der Straßenkinder
Die Region Duderstadt Friederike vermisst Schnee und freut sich über schulische Erfolge der Straßenkinder
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19:00 04.01.2011
Weihnachten in Argentinien: Nicht besinnlich, sondern mit Feuerwerk bei sommerlichen 30 Grad.
Weihnachten in Argentinien: Nicht besinnlich, sondern mit Feuerwerk bei sommerlichen 30 Grad. Quelle: EF
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Man kennt das ja, normalerweise liegt ab dem 1. Dezember ein besonderer Zauber in der Luft und man bereitet sich auf Weihnachten vor. Hier in Argentinien ist von Besinnlichkeit allerdings keine Spur. Mir war schon vor meiner Reise klar, dass es bei 30 Grad schwierig werden wird, in die richtige Weihnachtsstimmung zu kommen. Doch ich habe nicht gedacht, dass die Argentinier so wenig mit Weihnachten am Hut haben.

Adventskranz? Adventskalender? Nikolaus? Weihnachtsmarkt? – Fehlanzeige, denn diese Traditionen gibt es hier nicht. Noch nicht einmal in der Kirche war ein Adventskranz zu finden, demnach lief der Dezember einfach an mir vorbei.
Weihnachten wird hier in der Familie gefeiert, es gibt auch Geschenke, aber diese Kultur ist nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. Eigentlich gab es für mich nur einen Moment, in dem ich kurz wirklich das Gefühl hatte, dass Weihnachten ist. Meine Mitfreiwillige und ich haben in der Weihnachtsmesse „Stille Nacht, Heilige Nacht“ auf Deutsch gesungen. Das war dann fast so wie zu Hause, aber nur fast. Für mich fehlte einfach die Kälte, der Schnee und natürlich meine Familie. Es war ein ganz anderes Weihnachtsfest, aber es wurde auch hier ein schöner Abend und um zwölf Uhr nachts haben alle ein Feuerwerk entzündet. Das macht man nämlich in Argentinien an Weihnachten. Am 6. Januar werden noch einmal Geschenke verteilt, zum Gedenken der Heiligen drei Könige.

Im Dezember fanden hier in Argentinien auch die Abschlussfeiern der Schulen statt. Bei den Abschlussfeiern wird immer die argentinische Flagge vom besten Schüler des Jahrgangs getragen. Dieses Jahr durfte der zwölfjährige José-Luis in seiner Schule die Flagge tragen. Das ist eine große Ehre, und es zeigt uns auch, dass er trotz der schwierigen Verhältnisse zu Hause tolle Leistungen in der Schule erzielt.
Seine Eltern arbeiten als „Cartoneros“, sie sammeln Kartons und verkaufen diese dann. Das ganze Haus der Familie ist voll von gesammelten Müll, und am Wochenende muss José-Luis auch immer mithelfen. In der Woche kommt José-Luis zu uns ins Zentrum und macht hier seine Hausaufgaben.

Soiree für argentinische Straßenkinder

In einer Spendenaktion will das Eichsfeldgymnasium Duderstadt (EGD) das Jugendprojekt des Salesianer Ordens Don Bosco unterstützen. Am Freitag, 7. Januar, findet die vor Weihnachten wegen schlechter Witterung verschobene Soiree im Forum des Schulzentrums Auf der Klappe statt. Zu hören sind Bläserklassen, Musik-AGs, Chöre, Bands und viele Solisten. An Ständen haben Schüler und Lehrer Snacks und Getränke vorbereitet.
Die Spendenaktion soll den Straßenkindern in Argentinien zu Gute kommen, mit denen die ehemalige EGD-Schülerin Friederike Jendrysik seit August 2010 arbeitet. Die Soiree beginnt um 17 Uhr.

Er wird dieses Jahr das letzte Jahr der Primarschule absolvieren, und wir wollen versuchen, dass er mit Hilfe eines Stipendiums auf die Technikschule der Salesianer gehen kann. Das Schulgeld könnten seine Eltern nicht von selbst aufbringen.
Überhaupt wurden alle Kinder aus dem Zentrum ins nächste Schuljahr versetzt. Das zeigt uns, dass jeder etwas erreichen kann, wenn er nur will, und dass die Arbeit im Zentrum mit der Unterstützung der Kinder Früchte trägt.

Von Friederike Jendrysik