Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Früher Vogelzug kein Anzeichen für Klimawandel
Die Region Duderstadt Früher Vogelzug kein Anzeichen für Klimawandel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 17.02.2014
Gelten nicht mehr als Frühlingsboten: Die ersten Kraniche sind bereits auf den Feldern in der Region gelandet.
Gelten nicht mehr als Frühlingsboten: Die ersten Kraniche sind bereits auf den Feldern in der Region gelandet. Quelle: Linde
Anzeige
Eichsfeld

„Der Vogelzug ist nicht an den Temperaturen, sondern viel mehr am Nahrungsangebot festzumachen“, berichtet Hans-Heinrich Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen. Viele Vögel haben nach Angaben des Beobachters sogar den Winter hier verbracht. Die Tendenz zum Überwintern der Zugvögel sei steigend.

Ein Anzeichen für den Klimawandel sei davon jedoch nicht ablesbar. „Viele Vögel finden hier immer noch Nahrung, beispielsweise auf den Maisfeldern“, weiß Dörrie. Die Vögel seien daher als Wetterpropheten nicht geeignet. Die Kurz- und Mittelstreckenflieger, die in Frankreich oder Spanien überwintern, kämen früher zurück.

Bei einem erneuten Wintereinbruch bekämen diese Vögel dann jedoch Probleme. „Einige Tiere versuchen  dann wieder abzuziehen, einige harren aber auch aus, die Vögel müssen dann eine Entscheidung treffen“, sagt der Ornithologe.

Die Weitstreckenflieger, die südlich der Sahara überwintern, kommen erst im April oder Mai zurück. „Diese kleineren Vögel sind Insektenfresser, das Nahrungsangebot wird erst im Frühling wieder größer“, erläutert  Dörrie.

Die besten Brutplätze bekommen

„Seit einer Woche hat sich speziell der Kranichflug verstärkt“, berichtet Ludwig Pape. Der Biolandwirt und Vogelbeobachter hat in den letzten Tagen gut 500 Vögel, darunter vorwiegend Kraniche, die sich am Seeanger niedergelassen hatten, beobachtet. Die Vögel hätten ein Bestreben, möglichst früh die besten Brutplätze zu bekommen.

Die Tiere seien in einem guten Zustand, es müsse nicht zugefüttert werden. „Der Stand der Sonne sagt den Vögeln: Jetzt gehts los, sie können sich aber genauso gut irren“, weiß der Seeburger. Ein gutes Beispiel für die steigende Tendenz der Zugvögel, hier zu überwintern, ist das Storchenpaar in Seeburg, das in diesem Winter gänzlich hier geblieben ist.

„Der kurze Wintereinbruch war für sie nicht dramatisch, es musste bisher noch nicht zugefüttert werden“, berichtet Pape über diese Kuriosität. Man könne nicht mit Sicherheit sagen, dass jetzt der Frühling kommt, sagt Pape. Die Zugvögel seien keine besseren Meteorologen.

Von Helena Gries