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Duderstadt Führungswechsel bei den Cybercrime-Spezialisten in Göttingen
Die Region Duderstadt Führungswechsel bei den Cybercrime-Spezialisten in Göttingen
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18:10 01.12.2019
Der bisherige Leiter der Göttinger Task Force, Oliver Knabe (rechts), wechselt nach Duderstadt. Neue Task-Force-Leiterin ist jetzt Petra Graser (Mitte), die Ermittlungsgruppe der Cybercrime-Spezialteams leitet Jörg Gottschalk Quelle: Heidi Niemann
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Göttingen

Acht Jahre lang hat Oliver Knabe eine ganz spezielle Polizeieinheit geleitet: Im Dezember 2011 wurde bei der Polizeiinspektion Göttingen eine Abteilung eingerichtet, die sich ausschließlich mit Ermittlungen im Bereich der digitalen Welt befasst. Göttingen nahm damit bei der Bekämpfung der Internet-Kriminalität eine landesweite Vorreiterrolle ein. Schon damals verbuchten die Spezialermittler unter seiner Leitung viel beachtete Erfolge. Um die Internet-Kriminalität noch wirkungsvoller bekämpfen zu können, wurde im Herbst 2016 eine neuartige „Task Force Cybercrime/Digitale Spuren“ installiert. Jetzt hat der langjährige Chef der „digitalen Spürhunde“ in Göttingen eine neue Aufgabe übernommen: Seit 1. Dezember leitet der 50-Jährige den Kriminalermittlungsdienst im Polizeikommissariat Duderstadt.

Warum geht ein Ermittler mit einer derartigen Spezial-Expertise zu einer Polizeidienststelle, wo es vor allem um „analoge“ Delikte wie Körperverletzungen und Einbrüche geht? „Für mich ist das ein weiterer Karriereschritt“, sagt Knabe. Da es innerhalb der Task Force in absehbarer Zeit keine Beförderungsmöglichkeit für ihn gegeben hätte, habe er sich auf eine höher dotierte Stelle beworben. Auch die lang anhaltende Ungewissheit über die künftige Struktur der als Pilotprojekt konzipierten Task Force habe eine Rolle gespielt. Ursprünglich sollte die Pilotphase der insgesamt zwölf Cybercrime-Spezialeinheiten in Niedersachsen nur bis Ende 2017 dauern.Danach wurden die Ermittler jedoch im Unklaren gelassen, wie es mit den Spezialteams weitergehen sollte.

Struktur bleibt erhalten

Die Göttinger Task Force werde auch im kommenden Jahr in der bisherigen Struktur erhalten bleiben, sagt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Göttingen, Thomas Breyer. Es sei wichtig, auch in Zukunft auf der Ebene der Polizeiinspektion eine Gruppe zu haben, „die sich explizit um Cybercrime“ kümmere und über die entsprechende Expertise verfüge.

Mit ihrem Spezialwissen konnten die insgesamt 24 Mitarbeiter der Göttinger Task Force bereits diversen in der Anonymität des Internets agierenden Tätern auf die Schliche kommen und die oft bandenmäßig organisierten Strukturen von Cyber-Betrügern aufklären, die zumeist einen enorm hohen Schaden anrichten. Die digitalen Fahnder haben darüber hinaus auch eine Software entwickelt, die der Polizei schnellere Ermittlungen gegen eine spezielle Form des Internet-Betruges ermöglicht. Die von der Göttinger Task Force ausgetüftelte Software namens „Gofer“ hat sich inzwischen zu einem regelrechten „Renner“ entwickelt: Sie wird bereits in zehn Bundesländern von der Polizei eingesetzt, auch in der Schweiz und in der Slowakei haben die Fahnder Interesse angemeldet. Mit ihrer Neuentwicklung waren die Cybercrime-Spezialisten auch für den diesjährigen Göttinger Innovationspreis nominiert.

Leitungsfunktionen aufgeteilt

Künftig werden die zwei Leitungsfunktionen, die Oliver Knabe bislang in Personalunion innehatte, aufgeteilt: Task-Force-Leiterin ist jetzt Petra Graser. Sie hat früher im Bereich der organisierten Kriminalität ermittelt und gehört bereits seit mehreren Jahren zu dem Spezialteam. Die Leitung der Ermittlergruppe hat jetzt Jörg Gottschalk.

Auch in einer anderen Abteilung der Task Force – zu ihr gehören neben den polizeilichen Ermittlern auch eine Datenverarbeitungsgruppe, eine Analysestelle sowie drei IT-Spezialisten – gibt es einen Wechsel: Einer der Informatiker arbeitet künftig im Bundeskriminalamt. „Wir wollen diese Stelle schnellstmöglich nachbesetzen“, sagt ZKD-Leiter Thomas Breyer. Noch in diesem Monat solle die Ausschreibung erfolgen.

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Von Heidi Niemann

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