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Duderstadt Parteien küren Kandidaten erst Ende April
Die Region Duderstadt Parteien küren Kandidaten erst Ende April
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00:19 16.04.2019
Symbolfoto Quelle: picture-alliance/ dpa
Duderstadt

Amtsinhaber Wolfgang Nolte (CDU) verkündete Anfang Februar, dass er seine Amtszeit vorzeitig beenden will. Die Folge dieser für manchen überraschenden Nachricht: die Parteien hatten bis dahin die Suche nach einem möglichen Bewerber um die Nachfolge noch nicht forciert. In den vergangenen Wochen aber wurden viele Gespräche geführt. Derzeit ist noch völlig offen ist, welche Namen am Ende bei der Wahl am 1. September (eine mögliche Stichwahl wäre am 15. September) auf dem Stimmzettel stehen werden.

CDU: „Mindestens drei Bewerber“

Die CDU als stärkste Kraft im Rat der Stadt Duderstadt hatte ein offenes und transparentes Verfahren angekündigt. Mit einer Ausschreibung für die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters suchte der Stadtverband der CDU bundesweit nach potenziellen Bewerbern. Am 30. März endete die Frist. Stadtverbandsvorsitzender Frank Germeshausen sagte, dass sich die Mitgliederversammlung am 25. April aus „mindestens drei Bewerbern“ wird entscheiden können. Drei potenzielle Kandidaten stellten sich am Donnerstagabend in einer erweiterten Vorstandssitzung der CDU vor. „Es ist durchaus realistisch, dass bis dahin auch noch andere Kandidaten dazu kommen können“, machte Germeshausen klar. „Wir halten das bewusst offen und machen keine Vorgaben.“ Bis zum Mitgliedervotum werde der CDU-Vorstand keine Namen nennen. Den Bewerbern sei aber freigestellt, sich selbst öffentlich zu äußern.

Stadthaus in Duderstadt – am 1. September wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Quelle: Niklas Richter

Ihr Interesse, als Kandidat für die CDU bei der Bürgermeisterwahl antreten zu wollen, haben gegenüber dem Tageblatt Stefan Koch, Wolfgang Schöngraf und Stefan Stollberg bestätigt. Koch ist derzeit USA-Korrespondent für das RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem auch das Göttinger und Eichsfelder Tageblatt angeschlossen sind. Der 52-jährige gebürtige „leidenschaftliche Eichsfelder“ wünscht sich, dass sich möglichst viele Mitglieder in geheimer Wahl entscheiden, wer für die CDU für die Nolte-Nachfolge kandidieren soll. Sie seien der Souverän, ihre Stimme habe ein enormes Gewicht.

„Enorme Chancen“ im ländlichen Raum

Die Wirtschafts- und Arbeitswelt und damit auch die Verwaltung werde sich in naher Zukunft stark verändern, sagte Koch. Diesen neuen Herausforderungen gelte es, sich zu stellen. „Diesen Prozess müssen wir aktiv mitgestalten, ob wir wollen oder nicht.“ Koch sieht speziell im ländlichen Raum „enorme Chancen“ und setzt sich für ein lebenswertes und familienfreundliches Umfeld sowie für „starke und selbstbewusste Dörfer“ ein. Um vor Ort mitgestalten zu können, benötige man ein starkes Netzwerk, betonte Koch. Das habe er sich über die vergangenen Jahre aufgebaut.

Auch Wolfgang Schöngraf hat sich auf die Ausschreibung des CDU-Standverbands beworben. Der 54-jährige Verwaltungsbeamte beim niedersächsischen Landesrechnungshof lebt in der Gemeinde Gleichen und sitzt dort für die CDU im Gemeinderat. Er begrüßte, dass die CDU-Mitglieder eine Auswahl haben werden. „Das ist Demokratie“, betonte Schöngraf. Er nannte die Weiterentwicklung Duderstadts und der Ortsteile als attraktive und familienfreundliche Stadt als kommunalpolitische Schwerpunkte. Die Infrastruktur müsse gesichert und weiterentwickelt und der Wirtschaftsstandort etabliert werden.

Verwaltung als „moderner Dienstleister“

Nach Angaben Schöngrafs sollte sich die Verwaltung „als moderner Dienstleister“ etablieren, Mitarbeitern würde er Freiräume lassen. Transparent und offen stelle er sich die Zusammenarbeit mit dem Rat der Stadt vor. Mit Blick auf Haushalt und Finanzen strebt er ein „Output orientiertes“ Steuerungsmodell und eine Weiterentwicklung unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten an.

Als dritter Bewerber möchte der 50 Jahre alte selbstständige Versicherungsmakler und Immingeröder Ortsbürgermeister Stefan Stollberg Nachfolger von Bürgermeister Wolfgang Nolte werden. Er bewerbe sich, „weil ich zu 100 Prozent Eichsfelder bin und ein Kind der Pferdeberggemeinden“, sagte er. Seit 2006 ist Stollberg politisch in der CDU aktiv, unter anderem ist er im Rat der Stadt. „Ich kenne die Probleme der Stadt und der Verwaltung gut“, betonte er und sieht „in gewissen Bereichen Veränderungsbedarf“. Die Verwaltung müsse offener und transparenter sein, und mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung müsse sich die Kommune anpassen.

Alternative Mobilitätsmodelle

Duderstadt müsse „kreativ und interessant werden, um Firmen anzuziehen“, so Stollberg. Außerdem seien ihm die Themen Mobilität, insbesondere alternative Mobilitätsmodelle zum Individualverkehr, eine Stärkung des Einzelhandels und die Erhaltung der Schulstandorte wichtig. Auch sieht Stollberg Handlungsbedarf im „Ausbau der Wohnlandbebauung – vor allem in den Dörfern – um den Bedarf zu decken“.

SPD: Interesse bekundet

Die SPD-Mitglieder werden am 26. April ihre Mitgliederversammlung abhalten, bei der der Kandidat nominiert werden soll, kündigte der Stadtverbandsvorsitzende Matthias Schenke an. Schenke selbst bestätigte, dass er seinen Hut als Bürgermeisterkandidat in den Ring werfe. „Entscheiden werden die Mitglieder“, machte er klar. Der 60-jährige Sozialpädagoge und Jurist lebt in Duderstadt und ist SPD-Ratsmitglied. Er habe gute Kontakte zum Landkreis und zum Land, betonte er. Schenke formulierte sein Ziel für Duderstadt mit den Worten: „Keine Bevorzugung Einzelner, keine Parteibuchwirtschaft, kein ,König des Eichsfelds’ mehr, sondern ein offenes und transparentes Rathaus für Alle.“

Dörfer sollen „nicht veröden“

Handlungsbedarf sieht der SPD-Stadtverbandsvorsitzende unter anderem im Bereich Tourismus. Außerdem sieht er Duderstadt bei der Gesundheitsregion als „abgehängt“ an. Schenkes Ansicht nach müssten außerdem die Dörfer besser an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen sein, damit „sie nicht veröden“.

Die Partei: Ernst gemeinte Kandidatur

Florian Lillpopp ist vor Kurzem vom Ortsverband Duderstadt der Satirepartei Die Partei als Bürgermeisterkandidat nominiert worden. Der 29-jährige gebürtige Duderstädter sagte, dass seine Kandidatur „absolut Ernst gemeint“ sei. „Die Politik auf dem Land braucht mal einen Seitenhieb, um aus ihrer Wohlfühlatmosphäre herauszukommen.“ Seine politischen Interessen lägen vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Jugend, soziale Gerechtigkeit und Ökologie, sagte der Student.

WDB: Noch keine Entscheidung

Noch völlig offen ist es, wie sich die kleineren Oppositionsparteien im Rat und weiteren Gruppierungen verhalten werden. Thomas Gerlach von der Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger (WDB)/Freie Wähler sagte, es sei ein möglicher eigener Kandidat von auswärts angesprochen worden, der aber abgelehnt habe. Darüber hinaus sei eine „jungen Frau“ mit Verwaltungserfahrung gefragt worden, ob sie sich eine Kandidatur für den Bürgermeister-Posten vorstellen könnte. „Wir haben noch keine Rückmeldung“, so Gerlach am Donnerstag. Sollte sie absagen, „werden wir die Füße still halten und schauen, welche Kandidaten die anderen nominieren“, betonte Gerlach. Spätestens Anfang Mai soll dann in einer Versammlung nach weiteren Gesprächen mit den anderen Oppositionsparteien entschieden werden.

FDP: Erst einmal abwarten

„Wir haben keine Not, uns jetzt schon festzulegen“, unterstrich Wolfgang Feike, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes Altkreis Duderstadt, am Donnerstag. Erst einmal wolle man abwarten, ob die anderen Parteien einen interessanten Kandidaten nominieren. Dann soll Anfang Mai in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung das weitere Vorgehen besprochen werden. Eine Vorgabe vom Vorstand werde es nicht geben, betonte Feike. Unterstützung eines anderen Kandidaten oder vielleicht doch einen eigenen Bewerber? Die FDP halte sich das offen, sagte Feike. Voraussetzung für eine Unterstützung durch die Liberalen sei, dass der Kandidat ein Wirtschafts-Denken mitbringe und die Stadtverwaltung wie ein Unternehmen führe.

Grüne: Anfang Mai eine offizielle Haltung

„Wir können uns noch nicht äußern“, teilte Jennifer Ahlbrecht, Vorsitzende des Grünen-Ortsverbandes Untereichsfeld mit. Man sei „noch im Prozess“. Ahlbrecht: „Nach unserer Mitgliederversammlung Anfang Mai wird es dazu eine offizielle Haltung geben.“. Während der Versammlung soll abgestimmt werden, ob es einen eigenen Kandidaten geben werde, oder ob ein anderer Bewerber unterstützt werde.

Duderstadt 2030: Abwarten

Abwarten, „bis die einzelnen Parteien ihre Kandidaten benannt haben“, heißt es zunächst auch bei der Duderstädter Stadtentwicklungsgesellschaft Duderstadt 2030, wie Geschäftsführer Karsten Ley auf Nachfrage mitteilte. Der Duderstädter Unternehmer und Ottobock-Chef Hans Georg Näder hatte im Februar im Rahmen des Forum Eichsfeld angekündigt: „Wir werden mit Duderstadt 2030 vorsorglich auch eine Liste aufstellen, wo wir dann eine Kandidatin oder einen Kandidaten aus Duderstadt finden.“ Nach Näders Worten brauche Duderstadt „eine Bürgermeisterin oder einen Bürgermeister, der aus der Region kommt und versteht, wie das Eichsfeld tickt, wie wir Menschen hier im Eichsfeld denken“.

Die Autorin erreichen Sie unter Telefon 05527/94997-12 oder per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de.

Von Britta Eichner-Ramm

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