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Duderstadt Für Winter gewappnet: 250 Tonnen Streusalz
Die Region Duderstadt Für Winter gewappnet: 250 Tonnen Streusalz
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19:58 07.12.2012
Bauhöfe sind mit Streusalz versorgt: Selbst auf einen langen Winter sind die Kommunen vorbereitet.
Bauhöfe sind mit Streusalz versorgt: Selbst auf einen langen Winter sind die Kommunen vorbereitet. Quelle: Schauenberg
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Eichsfeld

Die Streusalzreserven wurden wegen der Erfahrungen aus den Marathonwintern in 2009 und 2010, die mit extremer und lang anhaltender Kälte die Lager leerten und die Zulieferer überforderten, bis oben hin gefüllt. Im milden Winter 2011/2012 wurde kaum etwas davon verbraucht. „Wir haben unsere Kapazität um 100 Prozent erhöht und verfügen jetzt über 150 Tonnen Streusalz“, sagt Frank Widera, Leiter des Duderstädter Bauhofs. Dank dieses Polsters könne er nun mit Blick auf den Wintereinbruch einigermaßen ruhig schlafen.

Auch bei Olaf Müller vom Gieboldehäuser Bauamt fehlt es nicht an den kleinen weißen Körnchen. Sie sollen eine Sole erzeugen, die den Gefrierpunkt der Feuchtigkeit auf den Straßen soweit absenkt, dass die Oberfläche weniger glatt ist. Zirka 100 Tonnen Streusalz habe man in Gieboldehausen eingelagert, so Müller – wie in Duderstadt weit mehr als vor den Extremwintern üblich war.

Bis zu 440 Tonnen von der Streusubstanz

In diesem Jahr habe man nichts nachkaufen müssen, denn die Bestände vom vergangenen Jahr müssten zunächst noch aufgebraucht werden, damit das gelagerte Salz nicht verderbe. Wenn es in diesem Winter wieder einen heftigen Kälteeinbruch gebe und „wir wieder sechs Wochen Dauerfrost haben“, so Müller, müssten keine Versorgungsengpässe befürchtet werden, wenn Nachschublieferungen rechtzeitig bestellt würden.

Wenn der Salzvorrat dann doch einmal knapp werden sollte, dann liege das daran, dass große Nachschubmengen an Salz nicht so schnell gefördert, hergestellt und beschafft werden könnten, meint Widera. Bis zu 440 Tonnen von der Streusubstanz benötige man allein beim Duderstädter Bauhof in starken Wintern. Was Prognosen über die Härte der zu erwartenden Kälteperiode angeht, hält sich der Leiter des Duderstädter Bauhofs allerdings zurück: „Es wird doch immer im November schon orakelt ‚Wir kriegen einen starken Winter‘. Ich habe meine Informationen vom Deutschen Wetterdienst, und wenn die eine Punktlandung machen wollen, können die das erst maximal eine Woche vorher voraussagen.“

Winterdienst „überwiegend eine freiwillige Leistung“

Widera weist darauf hin, dass der Duderstädter Winterdienst „überwiegend eine freiwillige Leistung“ ohne gesetzliche Verpflichtung ist. Denn zum Streuen ist die Stadt erst gesetzlich verpflichtet, wenn zwei Faktoren eintreten: Die zu streuende Straße muss „verkehrsbedeutend“ sein – also eine viel befahrene Straße auf einem wichtigen Verbindungsweg – und es muss ein bestimmtes Gefahrenpotenzial vorliegen. Dieses wird üblicherweise durch frühe Kontrollfahrten festgestellt. So handelt es sich zum Beispiel bei der Schleife durch das Siebigsfeld in Duderstadt um eine nicht verkehrsbedeutende Straße, die trotzdem gestreut werde, so Widera.

Das Streuen allein sei allerdings keine Garantie für freie Straßen. Es müsse an die Verkehrsteilnehmer appelliert werden, ihre Fahrweise entsprechend der Wetterlage anzupassen, gegebenenfalls deutlich langsamer zu fahren und auch „mal zehn Minuten früher aufzustehen.“

Von Anna Kleimann