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Duderstadt Funkamateure unterstützen Grenzlandmuseum
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21:49 23.11.2012
Von Kuno Mahnkopf
Vor Fahrzeugen, in denen die Funkgeräte zum Einsatz kamen: Schneegans, Streich, Anschütz, Windloff und Dornieden (v. l.).
Vor Fahrzeugen, in denen die Funkgeräte zum Einsatz kamen: Schneegans, Streich, Anschütz, Windloff und Dornieden (v. l.). Quelle: Lüder
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Stolz präsentiert Hans Streich die robusten und noch funktionstüchtigen Betriebsfunkgeräte UFS 601 und U 700, die sowohl in Fahrzeugen als auch stationär eingesetzt wurden. Das UFS 601 war das erste Transistorgerät vom VEB Funkwerk Köpenick, das Universalfunkgerät 700 eine Fortentwicklung und „der letzte Schrei“ vor dem Ende der DDR.

Wie seine Funkfreunde Wolfgang Windloff und Georg Anschütz ist Streich durch und durch technikbegeistert und verfügt über ein Detailwissen, das Laien frappiert. In der DDR in die Gesellschaft für Sport und Technik integriert, ist ihre Amateurfunkgruppe heute einer von 47 Thüringer Ortsverbänden im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC).„Meinen ersten Kurzschluss hatte ich mit fünf Jahren“, berichtet Streich, der als Funkmechaniker im Zementwerk Deuna gearbeitet hat, über sein „Hobby, seit ich denken kann“.

Amateurfunk sei völkerverbindend und spiele auch im Handy-Zeitalter durchaus noch eine Rolle, sagt Streich. So habe es nach dem Tsunami im indischen Ozean keine Handynetze in den Katastrophengebieten gegeben. In der Silvesternacht zur Jahrtausendwende hat Streich wegen der befürchteten Computerabstürze Bereitschaftsdienst geschoben. Windloff hat vor sechs Wochen vom Pferdeberg bis Kanada gefunkt, Streich schon Funkkontakt mit dem deutschen Astronauten Ulf Merbold auf der Raumstation Mir gehabt.

Die DDR-Funkgeräte seien in erster Linie für „Verteidigungsprojekte“ im Grenzmeldenetz eingesetzt gewesen, dann erst für Polizei und Notdienst, berichten Horst Dornieden und Paul Schneegans vom Trägerverein des Museums: „Die Grenzsicherung ging verrückterweise immer vor. Dort war die modernste Technik im Einsatz.“ Wie wichtig es ist, Geschichte authentisch darzustellen, betont Windloff: „Im Westen konnte man fast bis an den Grenzzaun heran, DDR-Bürgern war es verwehrt, zu sehen, wie die Grenze überhaupt aufgebaut war.“