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Duderstadt Wie entwickelt sich das Ziegelei-Areal?
Die Region Duderstadt Wie entwickelt sich das Ziegelei-Areal?
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21:29 19.07.2019
Ansicht auf die frühere Produktionshalle auf dem Areal der Ziegelei Bernhard. Quelle: Meder
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Duderstadt

Bei der Entwicklung des Ziegelei-Areals Bernhard in Duderstadt zu einem neuen Stadtquartier spielen viele Faktoren eine Rolle. Ein städtebaulicher Entwurf liegt vor, doch die Politik hat noch Klärungsbedarf, bevor ein neuer Bebauungsplans aufgestellt und der Flächennutzungsplan entsprechend geändert wird. „Es sind noch viele Fragen offen“, fasst der Bauausschussvorsitzende Hermann Hesse (CDU) zusammen, insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Stadtteilentwicklungskonzept Duderstadt Südwest, das auf Wunsch des Rates ebenfalls noch einmal nachgearbeitet werden soll.

Masterplan Futuring Duderstadt

Das wundert Karsten Ley als Geschäftsführer der mit dem Masterplan Futuring Duderstadt befassten drei Futuring Duderstadt 2030 Zweckgesellschaften. Er erhofft sich möglichst bald konkrete Hinweise. „Wir müssen wissen, welche Punkte zu klären sind“, sagt Ley und signalisiert die Bereitschaft, „das alles im Dialog zu entwickeln“. Vor der Sommerpause hatte er im Bauausschuss bereits über den aktuellen Sachstand der verschiedenen Futuring-Aspekte – zum einen die Entwicklung im Bereich Talwiese, zum anderen auf dem Ziegelei-Gelände – referiert. Ein Beschluss ist zunächst bis August einstimmig vertagt worden.

Seit den ersten Visionen, die der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder für Talwiese und Ziegelei-Gelände hatte, sind in der Vergangenheit einige Punkte aus verschiedenen Gründen aus der weiteren Entwurfsplanung herausgefallen und die Prioritäten haben sich geändert. Derzeit sieht die Entwurfsplanung für das Ziegelei-Areal eine Konversion der Industriebrache zu einem Wohn- und Gewerbegebiet vor. Wie das Ganze im Detail am Ende ausgestaltet wird, ist im Augenblick noch offen. „Bevor wir in die Detailplanung einsteigen, brauchen wir das Okay des Rates“, macht Ley klar und hat inzwischen über den Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) die zu klärenden Punkte angefordert.

Kleine Modulhäuser statt großer Immobilien

Dem Unternehmer Näder schwebt für das Ziegelei-Areal ein Wohnquartier vor, das an Stelle des klassischen Wohnungsbaus kleinere, modulare Wohneinheiten vorsieht. Zielgruppe dieses „jungen Wohnens“ sind Näder zufolge „junge Familien, die sich nicht auf großem Grundstück mit großem Haus verwirklichen wollen“. Die Idee: sogenannte Tiny-Houses auf kleinen Grundstücken, ohne Keller, dafür aber Gemeinschaftsflächen auf dem Gelände etwa als Treffpunkt. Näders Wunsch wäre, dass noch in diesem Jahr ein Musterhaus auf dem Gelände errichtet wird. An diesem wäre zu sehen, „wie modular das ist“ und wie sich ein solches Haus für wenig Geld umsetzen ließe. Schon jetzt gebe es mehr als 90 Interessierte, so Näder.

Ein solches Tiny-Haus samt Kleingrundstück soll maximal 299000 Euro kosten. Ley hat das im Fachausschuss mit den Worten „wir wollen hier kein Villen-Viertel, aber auch keinen sozialen Wohnungsbau“ begründet.

Verschiedene Fachgutachten erstellt

Für den jetzt vorliegende Planentwurf wurden einige Fachgutachten erstellt, berichtet Ley. Weder aus Naturschutzsicht, noch was mögliche Altlasten auf dem Ziegelei-Areal angeht, gebe es Probleme. Ley stellt klar: „Aus Sicht der Gutachten ist das Gelände frei von Altlasten“ und es handle sich nicht um eine Deponie, wie in der Vergangenheit zu hören gewesen sei. An den Hängen beim Teich gebe es Hinweise auf schützenswerte Arten, ergänzt Ley und signalisiert, dass sich „dieser Bereich aus der Bebauung ausklammern“ ließe.

Eine Sorge, die die Kommunalpolitik umtreibt, ist die sogenannte 3:1-Regelung. Das derzeit geltende Regionale Raumordnungprogramm (RROP) besagt, dass wenn abweichend von den im RROP ausgewiesenen Wohnbauvorrangflächen ein neuer Schwerpunkt Wohnbau vorgesehen ist, im Verhältnis 1:3 an anderer Stelle gestrichen werden müsste.

3:1-Regelung wohl nicht anzuwenden

Die Regelung wäre aus Sicht der Futuring Duderstadt 2030 Zweckgesellschaft im Falle der Entwicklung des Ziegeleigeländes nicht anwendbar, das es sich dabei um die Überführung einer Industriebrache zu einer neuen Nutzung handle und beispielsweise nicht zusätzliche landwirtschaftliche Fläche verbraucht werde. Zudem habe der Landkreis signalisiert, dass besagte 3:1-Regelung nicht zur Anwendung komme. Im Übrigen soll diese in der 2020 vorgesehenen Neuauflage des RROP ohnehin nicht mehr aufgenommen werden. Daher dürfte es nach Einschätzung von Ley durch das Ziegelei-Quartier keine Einschränkung bei der Ausweisung von Wohngebieten in Duderstadt und den Ortschaften geben.

Verschiedene Wohnformen

In Duderstadt gebe es verschiedene Ansprüche an Wohnformen, sagt Hans Georg Näder. Da gebe es Bauherren, die im klassischen Baugebiet auf mehr oder weniger großem Grundstück ein Haus bauen. Die durchschnittliche Wohnfläche betrage hier etwa 250 Quadratmeter. Dann gebe es Menschen, die ein Bestandshaus kauften, mit alter Bausubstanz.

Weitere Variante sei der Kauf einer stadtnahen neuen Immobilie wie etwa die Daume-Wohnungen am Clara-Gerlach-Garten. Diese Menschen legten beispielsweise Wert auf eine zeitgemäße Ausstattung und die Nähe zur Innenstadt.

Wiederum andere kauften sich ein altes Fachwerkhaus in der Innenstadt als Rückzugsort und investierten in die Sanierung. Und schließlich gebe es Menschen, die kauften sich eine Wohnung und legten keinen Wert auf Grundstück oder eigenen Garten. Wichtiger sei ihnen gemeinschaftlich nutzbare Fläche, ein modernes Mobilitäts- und Energiekonzept, erläutert Näder und sieht in der Entwicklung des Ziegelei-Areals Bernhard genau für solche Tiny-Houses Potenzial.

Von Britta Eichner-Ramm

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