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Duderstadt Geburtenzahl ist erstmals seit Jahren gestiegen
Die Region Duderstadt Geburtenzahl ist erstmals seit Jahren gestiegen
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17:55 09.01.2011
Von Kuno Mahnkopf
Dankbare Eltern: Flurwand im St.-Martini-Krankenhaus. Allein im letzten Quartal wurden dort vier Zwillingspärchen geboren.
Dankbare Eltern: Flurwand im St.-Martini-Krankenhaus. Allein im letzten Quartal wurden dort vier Zwillingspärchen geboren. Quelle: Blank
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325 Geburten – 163 Mädchen und 162 Jungen – wurden 2010 beim Standesamt Duderstadt beurkundet. Das sind rund vier Prozent mehr als im Vorjahr, in dem 311 Kinder im St.-Martini-Krankenhaus das Licht der Welt erblickten. „Wir freuen uns über jedes Kind, das hier geboren wird“, sagt Standesbeamtin Ute Lenz. Dass sich der positive Trend fortsetzt, ist allerdings eher unwahrscheinlich: Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es in Deutschland Jahr für Jahr rund 300 000 Frauen weniger im gebärfähigen Alter.

Die Geburtenrate in St. Martini ist allein durch Auswärtige gestiegen, während die Zahl der Duderstädter Neubürger stagniert: Nur die Eltern von 119 Kindern wohnen in Duderstadt. Das entspricht – nach jahrelangem Rückgang – exakt der Zahl aus dem Vorjahr. Anders als 2009, als es keine Hausgeburt gab, entschieden sich zwei Duderstädter Elternpaare für eine Hausgeburt.

42 Prozent der auswärtigen Eltern, deren Kinder im Duderstädter Krankenhaus zur Welt gebracht wurden, stammen aus Thüringen, 15 Prozent aus der Samtgemeinde Gieboldehausen und fünf Prozent aus der Samtgemeinde Radolfshausen. Kinderreichster Monat war 2010 der August mit 34 Geburten, Schlusslicht der Juli mit 18 Geburten. Im Durchschnitt wurden monatlich 27 Kinder in Duderstadt geboren.

Weiter angestiegen ist die Zahl der unehelichen Kinder, die im vergangenen Jahr 40 Prozent erreichte – gegenüber 35 Prozent im Jahr davor. 35 Prozent der unverheirateten Eltern entschlossen sich dazu, dem Kind den Familiennamen des Vaters zu erteilen. 80 Prozent der nicht verheirateten Männer erkannten im Vorfeld die Vaterschaft zu ihren Kindern an.

Getrübt wird die Bevölkerungsbilanz der Brehmestadt durch die erheblich gestiegene Zahl der Sterbefälle. 270 Menschen starben 2010 in Duderstadt – 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Bereits 2009 war die Zahl der Todesfälle von 220 im Jahr 2008 auf 245 angestiegen. Der größte Teil der Verstorbenen war auch 2010 verheiratet oder verwitwet, das Durchschnittsalter lag bei den Männern bei 78 Jahren, bei den Frauen bei 83 Jahren. Der älteste Mann starb mit 100 Jahren, die älteste Frau mit 101 Jahren.

Auch in der Samtgemeinde Gieboldehausen klafft die Schere zwischen Geburten und Todesfällen immer weiter auseinander. Das Meldeamt der Samtgemeinde verzeichnete im vergangenen Jahr 103 Geburten und 180 Todesfälle. 2009 waren es noch 111 Geburten und 149 Sterbefälle.

Wie dramatisch die Entwicklung ist, zeigt der Blick auf einige Mitgliedsgemeinden. So gab es 2010 in Rüdershausen nur eine einzige Geburt und 15 Sterbefälle, in Rhumspringe neun Geburten und 36 Sterbefälle, in Wollbrandshausen drei Geburten und 16 Sterbefälle sowie in Bilshausen 17 Geburten und 40 Sterbefälle. Fast wie ein Lichtblick in der Statistik erscheint da schon die bevölkerungsreichste Mitgliedsgemeinde, der Flecken Gieboldehausen. Dort standen 42 Todesfällen immerhin 33 Geburten gegenüber.

Beliebteste Vornamen: Johanna, Michelle und Luca

Sechs kleine Lucas wurden 2010 in Duderstadt geboren. Damit führt Luca die örtliche Liste der beliebtesten Vornamen für Jungen an. Bei den Mädchen waren Johanna und Michelle die Spitzenreiter. Jeweils vier Elternpaare entschieden sich für diese Mädchennamen. Den zweiten Platz bei den männlichen Vornamen teilten sich mit ebenfalls je vier Nennungen Felix, Joel, Lukas, Maximilian und Tim. 2009 hatten noch Marie und Jonas die Duderstädter Liste angeführt. Bundesweit lagen 2010 Leon und Mia vorne. Beliebteste Vornamen bei den in Göttingen geborenen Babys waren bei den Mädchen wie bereits im Jahr zuvor Marie und Sophie, Favoriten bei den Jungen Paul, Luca und Felix. „In Duderstadt geht der Trend derzeit zu traditionellen und nordischen Vornamen“, sagt Ute Lenz vom Standesamt. Rückläufig sei die Wahl ausgefallener Namen. Auf ungewöhnliche Vornamen verfielen aber auch 2010 einige überwiegend aus Thüringen stammende Eltern von in Duderstadt geborenen Babys. Als exotische Vornamen gewählt wurden – von Kindern mit Migrationshintergrund einmal abgesehen – unter anderem Hieronymus Che, Aurelius Fabius Maximus, Brooklyn-Luka, Damy-Marlyn, Summer-Joliene und Joyce-Mia. 70 Prozent der Neugeborenen in Duderstadt erhielten einen, 28 Prozent zwei, nur wenige Kinder drei oder mehr Vornamen.