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Duderstadt Gefiederte Gesellen brauchen knackige Kerne
Die Region Duderstadt Gefiederte Gesellen brauchen knackige Kerne
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18:26 29.11.2011
Von Anne Eckermann
In luftiger Höhe und mit schützendem Dach: Vogelhäuser dienen als Futterstelle, müssen aber sauber gehalten werden. Quelle: Blank
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Eichsfeld

Während die einen ihren gefiederten Freunden in der harten Jahreszeit einfach nur helfen wollen und darin auch eine gewisse Bedeutung für den Artenschutz annehmen, sehen andere darin neben dem Aspekt der Geldverschwendung auch einen Eingriff ins ökologische Gleichgewicht.

Von der Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen gibt es dazu einen eindeutigen Appell. „Vögel füttern – auch im Sommer, rund ums Jahr“, betont Holger Belz vom Bereich Natur- und Artenschutz. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, man solle am Winterende die Vogelfütterung einstellen, zeigten wissenschaftliche Untersuchungen, dass das ganzjährige Ausbringen von Vogelfutter einen ergänzenden Beitrag zum Erhalt der heimischen Vogelvielfalt leiste, weiß Belz.

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„In unserer durch intensive Landwirtschaft geprägten und ausgeräumten Landschaft finden Vögel auch im Sommerhalbjahr zunehmend weniger Nahrung. Wildkräuter werden auf fast allen Feldfluren mit Herbiziden bekämpft, Wiesenpflanzen bilden wegen frühen und mehrfachen Mähens nur noch selten Samen aus. Dazu kommt, dass Insekten durch den Einsatz von Pestiziden im Bestand zurückgehen und Wildvögeln nicht mehr als Nahrung zur Verfügung stehen“, nennt Belz Gründe für eine ganzjährige Vogelfütterung. Damit könnten viele Vogelarten, die im Sommerhalbjahr dem Stress der Jungenaufzucht  ausgesetzt seien, in Not geraten. Forschungen hätten gezeigt, dass mit einer Ganzjahresfütterung an Futterstellen vielen Vogelarten geholfen werden könne: „Sie erreichen einen deutlich besseren Bruterfolg. Auch nimmt bei ausreichendem Nistplatzangebot in Form von Nistkästen ihre Brutdichte erheblich zu.“ Die ganzjährige Vogelfütterung ist ein ergänzender Beitrag zum Schutz der Vögel, und „sie bietet nicht nur Kindern stets ein spannendes Naturerlebnis“, weist Belz auch auf den unterhaltsam-lehrreichen Aspekt hin.

Beim Füttern der gefiederten Gesellen müssen aber einige wichtige Regeln beachtet werden. Futtergeräte sollten so gebaut sein, dass die Tiere nicht im Futter stehen, Futterabfälle und Kot nicht ins Futter fallen können, raten die Fachleute der Stiftung. Die Futterstelle – Bodenfütterung ist ungeeignet – sollte regelmäßig gereinigt werden, außerdem muss das Futter trocken bleiben, weil es sonst verdirbt. Nicht verfüttert werden dürfen Speisereste, Speck oder Kartoffeln. „Auch Brot ist ungeeignet, es quillt im Magen der Tiere auf. Im Handel dagegen gibt es jede Menge geeignetes Futter“, informiert Belz.

Weichfutter-Fressern könne man außerdem mit Haferflocken, Obststücken, Rosinen oder getrockneten Wildbeeren die harten Wintermonate erleichtern.