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Duderstadt Gemeinde Rhumspringe reanimiert Ortskern
Die Region Duderstadt Gemeinde Rhumspringe reanimiert Ortskern
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21:21 16.07.2013
Von Kuno Mahnkopf
Wird nach dem Verkauf umgebaut: Im ehemaligen Rhumehotel will die Familie Asta wieder Gastronomie etablieren. Geplant sind zunächst Eisdiele und Restaurant.
Wird nach dem Verkauf umgebaut: Im ehemaligen Rhumehotel will die Familie Asta wieder Gastronomie etablieren. Geplant sind zunächst Eisdiele und Restaurant. Quelle: Pförtner
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Rhumspringe

Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) ist erleichtert und erfreut über den Neustart nach jahrelangem Leer- und Stillstand im Ortsmittelpunkt. Sowohl beim Gesundheitszentrum als auch beim Rhumehotel hatte die Gemeinde selbst die Initiative übernommen.

Das Gesundheitszentrum wurde von der Gemeinde gebaut und weitervermietet, das zusehends verfallende  Hotel erworben und weiterverkauft.

Die ortsansässige Allgemeinmedizinerin Karin Michels und ihr Team sind bereits von der Gartenstraße ins Gesundheitszentrum umgezogen. Die Praxis in dem eingeschossigen Neubau neben dem Rhumehotel wurde zum Monatsbeginn eröffnet.

Physiotherapie-Praxis mit Gerätetraining ab September

Damit setzt Karin Michels nahtlos die Arbeit ihres Vaters Friederich Michels am neuen Standort in der Dechant-Hartmann-Straße 19 fort.

Nach Fertigstellung der Außenanlagen des Gesundheitszentrums würden die restlichen Innenarbeiten in dem Gebäudekomplex bis Ende August abgeschlossen, teilt Jacobi mit.

Ab 1. September will dort eine Physiotherapie-Praxis mit Gerätetraining ihre Angebote unterbreiten. Betrieben wird sie von Birgit Henkel, die bereits Niederlassungen in Hilkerode und Duderstadt hat.

Die Mietverträge für die Arzt- und die Physiotherapiepraxis seien „unter Dach und Fach“, sagt Jacobi. Das gelte auch für den örtlichen Mieter der südlichen Dachfläche, der mit einer Photovoltaik-anlage bereits Strom ins Netz einspeist.

Jährliche Fehlbeträge nicht mehr verantwortbar

Die Darlehn für das rund 900 000 Euro teure Gesundheitszentrum, mit dem die Gemeinde auch die demografische Entwicklung im Blick hat, sollen durch langfristige Mieteinnahmen abgetragen werden.

Erneut verteidigt Jacobi das von Protesten begleitete Aus für das Hallenbad, das die Gemeinde mit einem Defizit von zuletzt rund 90 000 Euro belastete: „Die jährlichen Fehlbeträge mit steigender Tendenz waren nicht mehr verantwortbar.“

Die Entlastung des Haushaltes mache sich bereits bemerkbar, sagt Jacobi. Ohne die Trennung vom Hallenbad hätte der aktuelle Ergebnisetat nicht ausgeglichen werden können.

Eisdiele als erster Schritt

Gespannt sei man im Quellenort Rhumspringe auf die Verwirklichung der Ideen und Vorhaben der neuen Eigentümer des früheren Rhume-Hotels.

Die Gemeinde hatte das von ihr selbst in den 60er-Jahren errichtete Gebäude Anfang des Jahres nach erfolglosem Insolvenzverfahren samt gescheiterten Zwangsversteigerungen vom bisherigen Eigentümer zurückerworben und an das Ehepaar Asta weiterverkauft.

Das betreibt in Rhumspringe bereits das Restaurant Calabria. Milka und Emanuele Asta wollen in dem zentral gelegenen Hotelkomplex wieder Gastronomie etablieren und mit einer Eisdiele als erstem Schritt starten.